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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Sympathie für Deutschland

„Welcome! Hello, how are you?" „Tamam!" Where are you from?" „Ana Almani!" „Ahh, Germany! Germany number one!" So, oder so ähnlich, verläuft eine normale Begrüßung im Jemen. Wir Deutschen habe einen sehr guten Stand bei den Jemeniten. Nicht wegen des Fußballs, über den sie nur mäßig Bescheid wissen, nein vor allem wegen der Entwicklungshilfe, die Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten in diesem Land leistet. Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass das Frisch- und Abwassersystem in dem Ort aus Deutschland stammt, die Straße von Deutschen finanziert wurde oder die Schule mit deutschen Geldern gebaut wurde. Es ist schön zu sehen, dass deshalb eine große Sympathie zu Deutschland entstanden ist und dies nicht auf die Aktivitäten in den Weltkriegen zurückzuführen ist, wie es in anderen Ländern manchmal der Fall ist.

Vom Sudan aus hatte ich einen Flieger in die Hafenstadt Aden, im Südjemen, genommen. In zwei Wochen wollte ich „gemütlich" bis nach Sana'a radeln, denn dort erwartete mich der Besuch von meiner Freundin Astrid. Es war schön zu wissen, dass ich mir Zeit lassen konnte für die 640 Kilometer lange Strecke und so machte ich auch den einen oder anderen Abstecher und blieb an Orten, die mir gefielen einfach einen Tag länger.

In Aden hatte ich neben „sightseeing" auch noch administrative Dinge zu tun. Für die geplante Strecke brauchte ich ein Permit von der Touristenpolizei und im deutschen Konsulat holte ich mir Informationen zur Sicherheitslage im Land ein. Ich war richtig verwundert, wie schnell ich das Permit in den Händen hielt. Ich musste nur in ein Büro, wo mich ein freundlicher Mann begrüßte. Ich erzählte ihm mein Anliegen und wenige Minuten später hielt ich ein entsprechendes Papier in meinen Händen. Ich musste nicht einmal etwas dafür zu bezahlen.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 2, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 2, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Teurer Sudan

Am nächsten Morgen war der Hotelbesitzer so nett, mit mir zur Polizei zu gehen. Alleine wäre es unmöglich gewesen die einzelnen Büros zu finden. Beim Einwanderungsbüro begann die Schnitzeljagd „Permit":

Im ersten Büro erhielt ich ein Formular mit dem Auftrag, es zu kopieren und auszufüllen. Darüber hinaus sollte ich die drei schönsten Stempel der Stadt suchen, Briefmarken im Wert von 50 Dollar draufkleben und jeden einzelnen Schritt von einem Beamten, der mindestens drei Sternen auf der Schulter trägt, mit verschieden farbigen Kugelschreibern beglaubigen lassen. Am Ende noch zwei Passbilder anheften und innerhalb der Öffnungszeiten wieder zurückkehren. Drei Stunden später und mit nochmals 15 Dollar weniger, die für Rikschafahrten draufgegangen waren, kehrte ich ins Büro zurück und erhielt meinen verdienten Preis: ein Reise-Permit nach Khartoum. Nun konnte ich auch ein Busticket kaufen und den Bus am nächsten Morgen nach Khartoum nehmen.

In der Nacht erreichte ich die Hauptstadt und verließ den Sudan in aller Früh mit dem Flugzeug in Richtung Jemen. Vorher musste ich selbstverständlich auch noch mal ein paar Dollar bezahlen, um das Land verlassen zu dürfen.

Der Sudan ist kein einfaches Reiseland, vor allem die Bürokratie macht es dem Reisenden nicht leicht. Beachten sollte man auch, dass in mindestens zwei Teilen des Landes gerade Krieg herrscht. Teuer ist das Land zudem auch noch. Aber trotzdem war es eine interessante Erfahrung, im größten Land Afrikas Fahrrad zu fahren. Die Menschen im Norden sind überaus freundlich, hilfsbereit und nicht aufdringlich. Dennoch war ich innerlich froh, dieses Land früher als geplant zu verlassen.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 25, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 25, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Schlafplatz Marktstraße

In Port Sudan angekommen, baute ich mein Fahrrad wieder zusammen und fuhr die ca. 6 Kilometer in die Stadt. Immer wieder wurde ich von einzelnen Hunden attackiert und weckte so die an der Straße schlafenden Sudanesen. Da es mit Hotels auch nicht so glorreich aussah, beschloss ich, die Nacht auch an der Straße zu verbringen. Ich fragte zwei Wachleute, die irgendein Büro bewachten, ob ich neben ihnen auf dem Gehweg schlafen dürfte. Sie hatten nichts dagegen und so holte ich Isomatte und Schlafsack raus und schlief die restlichen Stunden der Nacht. Am nächsten Morgen merkte ich, dass ich mitten in der Stadt an der zentralen Marktstraße genächtigt hatte.

Bei Tageslicht war die Hotelsuche ein wenig einfacher, aber es kostete mich doch über eine Stunde, bis ich eine halbwegs bezahlbare Absteige gefunden hatte. Der Sudan ist ein teures Pflaster. Unterkünfte, die in Ägypten noch wenige Dollars gekostet hatten, kosten hier schnell mal 50 bis über 100 Dollar.

Den ganzen Tag über informierte ich mich in den Büros der Schiffsgesellschaften nach einem geeigneten Schiff, welches mich in den Jemen bringen könnte. Die Suche schien mir am Abend sehr aussichtslos. Niemand machte mir Hoffnungen und so buchte ich am Abend noch via Internet einen Flug von Khartoum in den Jemen. Schnell wollte ich noch ein Busticket für den nächsten Tag kaufen, doch aus dem „schnell" wurde nichts. Nach langem Hin und Her machte man mir klar, dass ich nur ein Ticket kaufen könne, wenn ich auch ein Permit, eine Reiseerlaubnis hätte. Das Permit würde ich am nächsten Tag gegen 10 Uhr bekommen, die Busse fuhren aber schon um 5.30 Uhr. All meine Kontakte - auch zu einem Polizeichef nach Khartoum - halfen nichts, ich musste noch einen Tag warten.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 21, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 21, 2008