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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Der schwarze Peter

Kurz nach Sonnenaufgang machte ich mich auf den Weg zu den größeren Pyramiden. Auch dorthin führte nur eine kleine sandige Piste. Am Eingang begrüßten mich ein paar Männer, die mir an Ständen Souvenirs verkaufen wollten. Ein Weiterer wollte auch noch ein Eintrittsgeld haben. Ich machte ihm klar, dass ich nur bezahlen würde, wenn ich auch ein Ticket bekommen würde. Er meinte daraufhin nur, ja, ich bekomme eines in fünf Minuten. Lust zu warten hatte ich aber nicht, also machte ich mich schon mal ohne Ticket auf den Weg und bewunderte die Grabbaukunst aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Die Pyramiden sind vielleicht zehn bis zwanzig Meter hoch und stehen auf einem, vom Sand mittlerweile eingenommenen Hügel. Sie sind deutlich steiler als die Pyramiden von Giza. Ich genoss den Anblick und machte mich wieder auf den Rückweg. Am Tor angelangt, war niemand mehr zu sehen, also nutzte ich die Gelegenheit und fuhr ohne Ticket so schnell wie möglich weiter. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, denn die Regierung hatte schon genug Geld für Permits, Registrierung und Visum von mir erhalten.

Von Attbara aus nahm ich einen Bus nach Port Sudan. Die Familienkutsche fuhr im Stadtzentrum ab und wurde mit allem erdenklichen Kram innen und außen beladen. Am Ende wurden auch noch sechs Personen in jede Reihe gestapelt. Um eine Mautstation zu umgehen, fuhren wir nicht auf der neuen Straße, sondern die ersten 20 Kilometer auf einer schlechten Piste. Nach ein paar Stunden wurde für das leibliche Wohl gesorgt und ein Eimer mit kaltem Wasser und einer Tasse durch die Reihen gereicht. Den schwarzen Peter hatte immer derjenige gezogen, der gerade den Eimer hatte als wir durch ein großes Schlagloch fuhren. Aus den angekündigten sechs Stunden Fahrzeit wurden elf Stunden und so erreichten wir Port Sudan erst gegen zwei Uhr Nachts.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 15, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 15, 2008

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Die ersten Pyramiden

Der Weg führte mich nach Norden am Nil entlang. Das klingt recht idyllisch, war es aber nicht. Vom Fluss war nichts zu sehen und von der restlichen flachen Landschaft hatte ich auch bald genug. Dazu kam noch ein starker Wind, der mir nun, nicht wie in den letzten Wochen im Rücken lag, sondern von vorne entgegen wehte. Selten erreichte ich mal eine Geschwindigkeit von über 15 Kilometer pro Stunde und so erschien mir die Landschaft noch trostloser. Erst am Ende des ersten Tages erhoben sich eine paar Berge, die für etwas Abwechslung sorgten. Am zweiten Tag erreichte ich am Abend die Meroe Pyramiden. Es gab kleinere auf der linken Seite und größere auf der rechten Seite der Straße. Ich entschied mich dafür, die kleineren noch am Abend anzusehen und daneben zu nächtigen. Zuerst war niemand in der Nähe, doch als ich etwa fünf Minuten da stand und die Pyramiden bewunderte, kamen aus dem Nichts zahlreiche Kinder mit Souvenirs angerannt. Ein Kamel wurde auch noch aufgetrieben, um mir den Abend mit einem Ritt zu versüßen. Ich machte ihnen klar, dass ich nach einem langem Tag auf dem Rad nicht auch noch Lust hatte, auf einem Kamelrücken umhergeschaukelt zu werden und zeigte auf meine Taschen und meinte nur, die wären schon voll. Ganz umsonst waren sie aber nicht herbei gekommen, schließlich gab es noch das Fahrrad zu bestaunen, um welches sie sich kurzerhand im Kreis setzten. Ich ließ das Tandem bei meinen Bewachern und ging mir die Pyramiden anschauen. Anschließend baute ich mit viel Publikum mein Zelt auf und kochte meine Nudelsuppe.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 10, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 10, 2008

Mit dem Fahhrad druch Afrika

Starker Nordwind

Je weiter wir in den Süden kommen, desto mehr nimmt die Bevölkerungsdichte zu und auch der Verkehr auf der Straße. Dies führt aber auch dazu, dass die Piste immer besser wird und schließlich ab Dongola bis Khartoum asphaltiert ist. Mit dem immer noch anhaltenden starken Nordwind, der mir seit Kairo treu ist, kommen wir gut voran und fahren ohne große Anstrengung jeden Tag über 150 Kilometer bis nach Khartoum.

In Khartoum folge ich der Einladung in den Deutschen Club und genieße hier den Pool und den Garten. Auch wenn ich in den ersten Tagen von den Annehmlichkeiten nicht so viel nutzen kann, da ich von früh bis zum Nachmittag auf den Botschaften meiner nächsten Reiseländer verbringe, ist es schön, sich am Abend in Ruhe in einen Garten zu setzten.

Nach fünf Tagen in Khartoum habe ich das Nötigste besorgt: ein Visum für den Jemen und eines für Äthiopien. Das Vorhaben, ein Transitvisum für Saudi Arabien zu bekommen, ist an den wahllosen Öffnungszeiten gescheitert. Nach drei Tagen sinnlosem Warten vor einer verschlossenen Tür, die sich nach zwei bis vier Stunden nur kurz öffnete, damit ein Araber den Wartenden mitteilen konnte: „Heute kein Visum! Kommt morgen wieder!" habe ich aufgegeben und bin in Richtung Port Sudan aufgebrochen um dort mein Glück zu versuchen, ein Schiff zu finden, welches mich in den Jemen bringen könnte.

Autor: Benny  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 4, 2008
Autor: Benny
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 4, 2008