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Die Lehrer von morgen

Der evangelische Religionsunterricht

Dieses Semester muss ich im Bereich der Mittelschuldidaktik ein studienbegleitendes Praktikum im Fach Evangelische Religion absolvieren. Dieses Praktikum ist gleichzeitig dazu da, um meine Vocatio abzulegen.
Für die Vocatio muss ich eine Unterrichtsstunde ablegen, ein Gespräch mit einem Geistlichen führen und ein Motivationsschreiben verfassen.
Meine Praktikumsschule befindet sich in Würzburg. Es ist eine Mittelschule, die sich in einem sozialen Brennpunkt befindet. Ich bin dort mit fünf weiteren Praktikanten.
An dieser Schule gibt es sehr wenige evangelische Schülerinnen und Schüler, weswegen der evangelische Religionsunterricht für die Klassen sieben bis neun zusammengefasst wird.
Die Religionsklasse ist sehr heterogen. Nicht nur wegen der großen Altersunterschiede, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Herkunft der Schülerinnen und Schüler. Im Religionsunterricht kamen wichtige Gespräche auf, wie beispielsweise ob ein Kind mit Migrationshintergrund deutsch ist, nur weil es so im Pass steht oder ob es sich erst als Deutsche oder Deutscher fühlen muss. Viele der Schülerinnen und Schüler, die etwas introvertierter sind, begannen sich hier allmählich zu öffnen. Genau aus diesem Grund wählte ich dieses Didaktikfach. Es ist neben der Vielseitigkeit ein offener Ort, um miteinander zu sprechen, zu reflektieren und sich auszutauschen.
Wir Praktikanten müssen wöchentlich Religionsstunden vorbereiten. Bisher scheinen die Schülerinnen und Schüler sehr diszipliniert zu sein und es läuft gut. Welche Erfahrungen ich in dieser Klasse weiterhin machen werde, berichte ich in meinen nächsten Beiträgen.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 5, 2019

Die Lehrer von morgen

Angekommen

Mittlerweile bin ich schon fast vier Monate im Referendariat und ich habe das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Ich hatte meine Anfangsschwierigkeiten, aber jetzt geht es mir richtig gut. Ich gehe gern in die Schule, ich mag die Kinder in meiner Klasse sehr und ich bin dankbar für so ein tolles Kollegium und eine so angenehme Arbeitsatmosphäre. Dass es bei uns keinen Konkurrenzkampf gibt, sondern alle zusammenhelfen, ist leider nicht so selbstverständlich wie es sein sollte – und das weiß ich zu schätzen!
Mit meiner Klasse war es anfänglich ja etwas schwierig, aber ich habe Wege gefunden, damit umzugehen. Zum Beispiel habe ich ein Morgenritual eingeführt, das den Kindern hilft, in den Schultag zu starten. Unser Ritual besteht aus einem Begrüßungsspiel, bei dem wir uns einen guten Morgen wünschen und der Besprechung des Datums (z.B. „Heute ist Montag, der 3. Juni 2019. Es ist Frühling.“). Das gibt den Kindern Orientierung.. Neben diesem Ritual habe ich mir ein System zur Stationenarbeit aus einer anderen Klasse abgeschaut und nachgebastelt. Das hat den Kindern super gut gefallen und echt viel verändert. Sie dürfen entscheiden, welche Station sie als erstes machen wollen, und wenn sie fertig sind, legen sie ihr Arbeitsblatt in ein Ablagefach. Die Ergebnisse schaue ich dann zu Hause an und gebe ihnen am nächsten Tag eine Rückmeldung. Es macht einen riesigen Unterschied, wenn man Kindern das Vertrauen schenkt, ihre Aufgaben selbstständig einzuteilen! Für mich bedeutete diese Methode gewissermaßen den Durchbruch. Die Stunden, in denen wir so arbeiten, machen total viel Spaß und ich liebe es, die Kinder so motiviert und fleißig zu sehen. Das war der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Meine Klasse ist vielleicht herausfordernd, aber es gibt trotzdem Möglichkeiten, mit ihnen klarzukommen. Und ich werde ganz sicher noch weitere Dinge ausprobieren. In gewisser Weise ist es auch eine Motivation für mich, keinen 0815-Unterricht zu machen, weil ich erfahren habe, dass es sich wirklich auszahlt, etwas mehr Energie in die Vorbereitungen zu stecken. Bis zu den Sommerferien habe ich leider noch nicht ganz so freie Hand und muss alles mit meiner Mentorin absprechen, aber ich freue mich schon sehr auf meinen eigenständigen Unterricht im neuen Schuljahr, in dem ich mir alles so einrichten kann, wie ich es gut für die Kinde finde.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 4, 2019

Die Lehrer von morgen

Das Praxissemester

Wenn ich an das Praxissemester zurückdenke, fällt mir Vieles ein, das ich kritisieren kann. Der schulpraktische Teil war größtenteils super und hat mich darin bestärkt, dass Lehrerin der richtige Beruf für mich ist.
Problematisch war jedoch das ganze Drumherum. Die zwei verpflichtenden Unterrichtsbesuche waren stressig, aber durchaus sinnvoll, weil man dadurch Feedback bekommt. Durch die Seminare des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung wurde man aber ständig aus dem Schulalltag gezogen. Den dort besprochenen Stoff fand ich für teilweise noch irrelevant.
Dazu kam der universitäre Teil des Praxissemesters. Durch die Projektarbeiten hatten wir weniger Zeit für die eigentliche Schulpraxis und auch die die Semesterferien fielen größtenteils flach. Statt Urlaub zu machen, musste ich Daten aufbereiten, theoretische Hintergründe erarbeiten und Texte verfassen. Angesichts der Tatsache, dass auch noch die letzten vier Wochen der Sommersemesterferien für das Praxissemester geopfert werden mussten, ist klar, warum das Praxissemester den Ruf hat, besonders hart zu sein.
Das Praxissemester war außerdem sehr zeitaufwendig. Nebenher zu arbeiten war kaum möglich. Für mich war das unproblematisch, weil ich von meinen Eltern gesponsert werde, andere Studierende brachte dies in finanzielle Bedrängnis. Als Pflichtpraktikum wird die Arbeit an der Schule auch nicht bezahlt, sodass man schauen muss, wie man sein Leben finanziert.
Insgesamt halte ich es für wichtig, bereits im Studium längere Zeit an der Schule zu verbringen – die damit verbundenen Reglementierungen sind jedoch sehr unpraktisch und kommen den Studierenden kaum entgegen. Für die nächsten Generationen hoffe ich, dass einzelne Punkte optimiert werden.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 28, 2019
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 28, 2019