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Die Lehrer von morgen

Hochsensibilität - 2

Meine Freunde sind alle sehr liebe Menschen und haben sich immer viel Mühe gegeben mich zu verstehen, sind aber oft gescheitert. Gespräche über meine Gefühlslage endeten häufig mit dem Rat, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen. Das konnte mich hin und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen, aber immer öfter fragte ich mich, was mit mir nicht stimmt. Warum bekommen es alle besser hin als ich? Wie können sie so selbstbewusst mit schwierigen Situationen umgehen? Und warum nehme nur ich mir immer alles zu Herzen?
Dass mein dünnes Fell auch eine Gabe sein könnte, dass ich dadurch feinfühliger auf Menschen reagieren kann, habe ich bisher nicht gesehen. Dabei liegt es doch auf der Hand: Wenn ich nicht so wäre, wie ich bin, könnte ich auch keine Geschichten schreiben, die andere berühren, und ich wäre keine so einfühlsame Freundin und Pädagogin.
Ich bin glücklich, dass ich das alles jetzt im Zusammenhang der Hochsensibilität sehen kann. Denn dadurch kann ich die Momente, in denen mir Kleinigkeiten zu nahe gehen, gut ertragen. Ich werde daran arbeiten, mir nicht ständig selbst im Weg zu stehen, aber gleichzeitig selbstbewusster mit meinen Charaktereigenschaften umgehen.
Ich möchte übrigens keineswegs sagen, dass hochsensible Menschen besser sind als normalsensible – sie sind eben einfach anders, aber das ist okay und zumindest sind sie weder schlechter noch schwächer. Das war eine wichtige Erkenntnis für mich.

Die Lehrer von morgen

Auszeit in den Bergen

Vergangenes Wochenende legte ich mit Freunden eine Auszeit am Kochelsee ein, 70 Kilometer südlich von München. Wir mieteten auf einem Campingplatz einen Wohnwagen für 25 Euro die Nacht. Jeden Morgen genossen wir ein selbstgemachtes Frühstück am Seeufer, umrahmt von hohen Bergen und einem wundervollen Sonnenaufgang. Auf dem Campingplatz war zudem wenig los – es war sehr idyllisch.
Nachdem wir am ersten Tag eine Fahrradtour um den See gemacht hatten, begann unser zweiter Tag recht früh: Wir gingen Paragliden. Ich war extrem nervös als es mit der Seilbahn steil bergauf ging. In enormer Höhe sollte ich, an einem Profiparaglider festgezurrt, den Gipfel hinunter sprinten? Kopfschüttelnd und mit einem tiefen Atemzug ging es dann aber auch schon los. Ich rannte und rannte – allerdings nicht weit, denn schnell füllte sich der Schirm mit Luft und wir hoben ab. Die Thermodynamik trieb uns immer weiter nach oben und ich empfand ein Freiheitsgefühl, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Hier oben über den Bergen war niemand – außer mir und dem Paraglider. Alles erschien so klein, selbst die Zugspitze, die hinter uns lag. Es war ein atemberaubendes Erlebnis, das ich jedem, auch Mutlosen, ans Herz legen kann!
Am vorletzten Tag gingen wir wandern. Wir suchten uns eine ansprechende Strecke zu einer Hütte aus, die in nur knapp zwei Stunden zu bewältigt sein sollte. Fix und fertig kamen wir allerdings erst in knapp vier Stunden oben an. Doch leider war unser Ziel alles andere als eine kleine rustikale Berghütte, sondern eher eine Kommerzwirtschaft. Eingeengt zwischen Menschen tranken wir ein kühles Getränk, bevor wir die ganze Strecke wieder bergab gehen mussten.
Alles in allem war es dennoch eine sehr entspannende und erholsame Auszeit, die ich mir mitten im Studium nehmen konnte. Nun konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Klausuren.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 19, 2018

Die Lehrer von morgen

Hochsensibilität - 1

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das mir besonders am Herzen liegt: Hochsensibilität. Ich wusste selbst lange nichts von diesem Phänomen und habe erst über das Internet davon erfahren. Doch schon nach fünf Minuten des Lesens wusste ich, dass es die wohl beste Erklärung für viele meiner Charaktereigenschaften ist, die ich bisher gefunden habe.
Ich bin kein Fan davon, sich selbst nach einer Google-Recherche Diagnosen zu stellen, und ich möchte damit keineswegs alles entschuldigen, was mir nicht an meinem Verhalten gefällt. Trotzdem erklärt es vieles und dafür ich bin sehr dankbar.
Ungefähr 15 Prozent der Menschen nehmen Empfindungen und Reize stärker wahr als andere. Dabei kann es um Sinnesreize wie Lautstärke gehen (sensorische Hochsensibilität), aber auch um zwischenmenschliche Beziehungen und Spannungen (empathische Hochsensibilität) sowie um spirituelle oder kognitive Hochsensibilität.
Hochsensible Menschen sind also mit einer sehr genauen Wahrnehmung ausgestattet, womit häufig auch eine künstlerische Begabung einhergeht. Ihnen sind Situationen jedoch oft zu viel, weil der Grat zwischen Langeweile und Überreiztheit sehr schmal ist – viele Hochsensible ziehen sich daher zurück und drohen, sich abzuschotten. Oft tun sie sich schwer, Entscheidungen zu treffen, und häufig hallen Gesprächsfetzen lange in ihnen nach.
Ich selbst ordne mich dem empathischen Typ zu, denn mir gehen zwischenmenschliche Situationen sehr nahe. Ich habe oft das Gefühl, dass jemand böse auf mich sein könnte, weil mir kleinste Dinge seltsam vorkommen und ich etwas in Nuancen hineinlese, die andere wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen. Dass ich dafür jetzt einen Namen gefunden habe und weiß, dass es anderen auch so geht, hilft mir sehr.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jul 18, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jul 18, 2018