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Die Juristen von morgen

Neue Anträge

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verrinnt: Inzwischen bin ich im Einführungslehrgang für meine dritte Station, Verwaltungsrecht. Und ich muss zugeben: Es macht richtig viel Spaß, mal wieder Verwaltungsrecht zu machen. Auch wenn ich – ich weiß nicht wieso – hier anscheinend viel mehr vergessen habe als im Zivil- und Strafrecht. Dafür hat man für das erste Examen deutlich mehr Prozessrecht gelernt, das man sich jetzt nicht mühsam erst noch erarbeiten muss.
Eigentlich ist Verwaltungsrecht eines der eintönigsten Fächer, das man sich vorstellen kann. Klassische Fälle sind Baugenehmigungen oder Einsprüche gegen beamtenrechtliche Anweisungen. Aber es geht immer wieder ein Schmunzeln durch alle Reihen, wenn es um den Wurstverkäufer W geht, der mit einem vor den Bauch geschnallten Grill ohne Sondernutzungserlaubnis über den Alexanderplatz läuft. Was soll man dagegen machen? Grill wegnehmen? Beinchen stellen? Und immer wieder denke ich gerne an eine Definition zum Verunstaltungsverbot im Baurecht: ein Bauwerk muss dann abgerissen werden, wenn es „eine handgreifliche Negation des Schönen“ darstellt. Wenn ich mit diesem Gedanken im Hinterkopf durch Berlin fahre, müsste eigentlich ziemlich viel abgerissen werden.
Und neben diesen Amüsements in der AG freue ich mich nicht nur auf meine eigene Station, sondern auch auf das, was die anderen Referendare aus ihrer Praxis erzählen werden. Ein Großteil ist in Ministerien untergebracht, ein paar sind bei der Polizei oder in sonstigen Verwaltungen eingesetzt. Hier merkt man mal wieder, wie vielfältig Juristen eingesetzt werden können. Und ich bin schon gespannt, wie hautnah ich die Politik im Bundeswirtschaftsministerium erleben werde.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2019
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 19, 2019

Die Juristen von morgen

Klassenfahrt

Das letzte Klassenfahrt-Gefühl hatte ich auf dem Ausflug nach Straßburg mit dem Europakolleg. In riesigen Reisebussen sind wir mit dem gesamten politikwissenschaftlichen Masterstudiengang aufgebrochen, um unterschiedliche europäische Institutionen zu besuchen. Ich hätte gedacht, dass auch bei der AG-Fahrt nach Budapest dieses Jahr diese nostalgische Erinnerung an die Schulzeit wieder hochkommen würde. Aber ich fürchte, die Zeit der jugendlichen Unbeschwertheit ist endgültig vorbei.
Das liegt vor allem daran, dass wir diese Reise selbst organisiert haben. So erfolgte beispielsweise die Anreise vollkommen unterschiedlich: ein paar kamen mit dem Nachtzug, die meisten reisten mit dem Flugzeug an. Also keine gemeinsame Busreise mit den „coolen Kids“ in der letzten Reihe! Auch haben wir nicht in einer Jugendherberge übernachtet, sondern in Appartements. Und Aufsichtspersonen waren weit und breit keine zu sehen.
Spannend war der Ausflug auf jeden Fall. Die Vorgabe des immer strenger werdenden Berliner Kammergerichts für die AG-Fahrt waren fünf Stunden juristisches Programm am Tag. Und so hetzten wir an den ersten beiden Tagen in der ungarischen Hitze von Termin zu Termin. Doch anders hätten wir nie so intensive Einblicke in die Stadt und das Land gehabt: Besonders der Besuch zweier NGO‘s gab uns Einblick in die aktuelle politische Lage. Und der Besuch im Holocaust-Museum mit Führung führte uns vor Augen, dass Ungarn ähnlich viele Regimewechsel hinter sich hatte, wie Deutschland. Hier konnte ich einige Parallelen ziehen zu den Geschichtstagen, die wir regelmäßig in unseren Einführungslehrgängen haben. Und abgesehen vom inhaltlichen Programm war der Ausflug eine perfekte Gelegenheit, um die anderen Referendare der Arbeitsgemeinschaft, mit denen man manchmal nicht so viel zu tun hat, näher kennenzulernen. Ein Erlebnis, das zusammenschweißt.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 8, 2019
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 8, 2019

Die Juristen von morgen

Vorbei

Und schon wieder ist die nächste Station vorbei. Wie die Zeit fliegt! Und tatsächlich hat sich das bewahrheitet, was unser AG-Leiter ganz zu Beginn der Station prophezeit hat: Dass es eine spannende Zeit wird. Was ich nicht alles erlebt habe: ein Besuch bei einem Gefängnis und beim Landeskriminalamt, eine Obduktion, eine Fahrt mit der Polizei, eine Hospitation beim Ermittlungsrichter, einige Sitzungen, die ich entweder selbst besucht oder als Vertreterin der Staatsanwaltschaft übernommen habe. Dazu kommen die ganzen Erzählungen aus der Praxis. Vieles von dem, was insbesondere unser AG-Leiter über Tötungsdelikte und Delikte aus der organisierten Kriminalität erzählt hat, kann ich immer noch nicht fassen. Man kennt das zwar alles aus Film und Fernsehen, aber dass es sich hierbei um Realität handelt, ist schwer greifbar. Zum Beispiel, dass eine Gruppe Jugendliche eine Frau aus reiner Mordlust umgebracht hat oder die Tötung einer Familienmutter vom eigenen Ehemann – Fälle, die uns unser AG-Leiter aus seiner Erfahrung als Staatsanwalt in der Abteilung für Kapital-, also Tötungsdelikte erzählt hat. Mir fällt schon auf, dass ich wachsamer durch die Straßen laufe als zuvor.
Der fulminante Abschluss der Station folgt dann nächste Woche mit unserer AG-Fahrt nach Budapest. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass diese spannende Station zu Ende geht. Hier gäbe es noch so viel mehr zu sehen! Aber ich freue mich auch schon auf das, was vor mir liegt: Zuerst die Station beim Bundeswirtschaftsministerium und dann bei einem renommierten Anwalt für Verwaltungsrecht.

Autor: Luisa  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Jun 26, 2019
Autor: Luisa
Rubrik: beruf & karriere
Jun 26, 2019

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