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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Bunte Vielfalt an Engagement

Inzwischen bin ich schon fast zwei Jahre aktiv für die europäische Studierendeninitiative „AEGEE“. Wir sind zwar die Größte dieser Art in Aachen, aber längst nicht die einzige. Seit ich dort mitmache, bin ich plötzlich auf viele andere Initiativen aufmerksam geworden und realisierte erst dann, wie bunt und groß die Welt des studentischen Engagements ist.
Bei AEGEE geht es um ein grenzenloses Europa, um kulturellen Austausch, ums Reisen und ums Kennenlernen anderer Kulturen. Andere Organisationen, wie „INCAS“ oder „Studierende ohne Grenzen“ setzen sich für internationale Studierende ein und unterstützen eine friedliche und solidarische Welt. Der großen Ingenieursdichte in Aachen ist es geschuldet, dass es auch viele technische Initiativen wie „Sonnenwagen e.V.“ oder „EcurieAix“ gibt, die sich mit dem Bau bestimmter Autos beschäftigen, oder „Ingenieure ohne Grenzen“, die technische Projekte in Entwicklungsländern unterstützen. Daneben gibt es Initiativen wie „IAESTE“, die Studierenden den internationalen Karriereeinstieg erleichtern wollen und dafür Kooperationen mit Unternehmen aufbauen, um Auslandspraktika zu vermitteln. Und der Verein Bonding organisiert regelmäßig eine Messe, auf der sich Studis und Unternehmen kennenlernen können.
Darüber hinaus gibt es noch ganz viele andere Studierendenzusammenschlüsse, bei denen man fliegen lernt und an Flugzeugen forscht, regelmäßig ältere Menschen in Altersheimen besucht, sich für Schwulen- und Lesbenrechte einsetzt, die Campuszeitung schreibt, das Hochschulradio moderiert und vermutlich noch eine ganze Reihe anderer Dinge tun kann.
In Summe opfern also sehr viele Studierende viel Freizeit für ihre Initiativen. Doch ich weiß aus eigener Erfahrung: Es lohnt sich! Denn obwohl das Engagement zeitaufwändig ist, ist es ein Ausgleich zu meinem naturwissenschaftlich-technischen Studium. Ich lerne ständig neue Leute kennen und werde mit Dingen konfrontiert, die das Studium nicht für mich bereit hält – sei es, vor vielen Leuten in einer Fremdsprache zu sprechen, mit knapper Zeit umzugehen oder Verantwortung für die Organisation eines großen Events zu übernehmen.

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Jetzt wird‘s spannend

Das neue Semester fängt für meinen Geschmack ziemlich gut an. Ich hab das Gefühl, nun wird es endlich spannender. Bisher habe ich ja eigentlich nur Mathe studiert. Das hat auch seine Gründe, denn ohne Mathe läuft im Maschinenbau eben nichts. Es ist trotzdem eher langweilig, wenn man sich eigentlich für Maschinen, Technik und Entwicklung interessiert. Jetzt kommen die Fächer, für die ich wirklich brenne.
Zwei meiner Freunde und ich habe die Vertiefung „Energietechnik“ gewählt. Das heißt, ich höre Vorlesungen über Motoren, Turbinen und Kraftwerke. Lauter spannendes Zeug eben. Für mein Vertiefungsmodul kann ich verschiedene Fächer belegen. Ich habe mich in diesem Semester für Kerntechnik entschieden – meiner ersten Einschätzung nach eine gute Entscheidung. Der Kurs ist mit 30 Leuten unfassbar klein, der Professor hält die Vorlesung aus Leidenschaft und der Übungsleiter ist engagiert und entschlossen, uns durch die Klausur zu bringen.
Da brauche ich vier Semester, um mir einzugestehen, dass ich wirklich nicht zu Vorlesungen gehen muss, weil ich dort nichts mitnehme und plötzlich sind die Vorlesungen so gut, dass ich sogar gerne hingehe. Auch das akute Gefühl, augenblicklich Schlaf zu brauchen, sobald ich im Hörsaal sitze, ist verschwunden.
Natürlich sind die einführenden Veranstaltungen immer die besten, weil man noch alles versteht. Aber ich habe die Hoffnung, dass es spannend bleibt. Zumal im nächsten Semester nur noch ein Fach übergreifend für alle Maschinenbauer ansteht. Alle anderen Veranstaltungen belege ich für die Vertiefung. Ein kleines Manko ist, dass ich durch die Spezialisierung nur noch wenig gemeinsame Fächer mit meinen Freunden habe. Zum Glück sind wir in der Energietechnik zu dritt. Die anderen haben Konstruktionstechnik, Produktionstechnik und Luft-und Raumfahrttechnik gewählt.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Nov 27, 2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
Nov 27, 2017

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Theresienstadt

Nachdem wir etwas über die Hälfte der Gesamtstrecke hinter uns gelassen hatten, machten meine Freunde und ich uns von Prag aus auf den Weg in das nahegelegene Konzentrationslager Theresienstadt.
Theresienstadt war ein eher ungewöhnliches KZ, das anfangs nur als Gestapo-Gefängnis, später als Sammellager für prominente Juden diente, von wo aus fanden aber auch alle möglichen Deportationen in andere Konzentrationslager statt. Für viel Geld wurde prominenten und wohlhabenden Juden dort ein sorgloses Leben mit Wohnung, Arbeit und Verpflegungspauschale versprochen. Natürlich lebte man in Wahrheit unter prekären Bedingungen Bett an Bett, nach Geschlechtern getrennt, in vollgestopften ausgedienten Kasernen mit streng rationiertem Essen. Wer dort lebte, konnte immerhin seine Religion ausleben, Theater spielen oder auch seinem gelernten Handwerk nachgehen. Außerdem setzte man einen Ältestenrat aus Juden ein, der Kritikern vorgaukeln sollte, die Juden lebten dort vollkommen selbstbestimmt. Tatsächlich hatte dieser jedoch kaum Macht, dokumentierte aber alles, was vor sich ging, heimlich für die Nachwelt. Diese Aufzeichnungen wurden auch nicht zerstört, als die Nazis ihre Dokumente 1945 verbrannten. Da sehr lange niemand wusste, was in anderen KZs wie Auschwitz, Sachsenhausen oder Dachau vor sich ging, nahmen es viele einfach hin, wenn es hieß, dass sie dorthin umziehen sollten. Sobald ein Familienmitglied nach Theresienstadt musste, meldeten sich viele Angehörige sogar freiwillig für den nächsten Transport zu diesem KZ, um weiter bei ihren Lieben wohnen zu können – völlig unwissend, was sie dort erwarten würde.
Obwohl die große Anlage heute wieder bewohnt ist und dort keine Tötungen stattfanden, herrschte unter uns eine sehr beklommene Stimmung. Wir verbrachten deutlich mehr Zeit dort als geplant, waren aber auch seltsam erleichtert, als wir Theresienstadt wieder verließen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Nov 17, 2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
Nov 17, 2017