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FSJ im Ausland

Ein ganz normaler Tag (Teil 3)

Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zu meiner besten Freundin Ruth. Dreimal wöchentlich gebe ich ihr zwei Stunden Deutschunterricht. Wenn wir fertig sind, bleibe ich noch eine Weile, um ihr beim Kochen zu helfen. Reis mit Bohnen natürlich. Nachdem wir die Bohnen aus ihren Schoten herausgeholt und geputzt haben, werden sie im Hinterhof über offenem Feuer gekocht, um Gas zu sparen. Ruth arbeitet bei ihrer Tante als eine Art Haushaltshilfe. Sie kocht, putzt, wäscht und passt auf ihre kleine Cousine auf. Dafür verdient sie im Monat rund 16 Euro.

Wieder zu Hause, fange ich an, meinen Unterricht vorzubereiten, zu dem ich dann - wie gewohnt - eine halbe Stunde zu spät erscheine. Müde, aber zufrieden mit meiner Arbeit, komme ich um sechs nach Hause.

Abends holen mich ein paar Freunde und Freundinnen ab, um zum „Mirasol" (eine Bar, die direkt am See liegt), zum „Mirador" (ein Aussichtspunkt, wo sich abends die Jugendlichen treffen) oder zum „Malecón" (die Uferpromenade) zu gehen.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 27, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 27, 2009

FSJ im Ausland

Ein ganz normaler Tag (Teil 2)

Als ich aus dem Bad komme, wartet bereits das Frühstuck auf mich: Ein großer Teller „Gallo Pinto", was so viel wie „angemalter Hahn" heißt. „Gallo Pinto" - Reis mit frittierten Bohnen - ist das Nationalgericht Nicaraguas. Es wird dreimal täglich gegessen: morgens, mittags und abends. Die Nicas, die es sich leisten können, kombinieren es mit Käse, Kochbananen, Fleisch oder Fisch. Am liebsten alles frittiert. Das nicaraguanische Essen ist sehr lecker, aber auch sehr fett! Und natürlich gibt es Tortillas, eine Art Maisfladen.

Dazu getrunken wird, wer es sich leisten kann, „Avena" - Haferflocken mit Wasser und zirka einer Tonne Zucker - oder ein „Fresco" (Fruchtsaft). Diese sind unglaublich lecker, da die ganzen Früchte wie Ananas, Orangen, Bananen, Mangos und so weiter alle hier wachsen.

Als ich das erste Mal mein „leichtes Frühstück" (so nennen es die Nicas) zu Gesicht bekam, musste ich doch etwas schlucken, da ich in Deutschland an Müsli mit Früchten gewöhnt war. Aber mittlerweile glaube ich, dass ich es wirklich vermissen werde.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 25, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 25, 2009

FSJ im Ausland

Ein ganz normaler Tag (Teil 1)

Vier Uhr morgens: Ein Hahn kräht. Nein, nicht nur einer, sondern fünfzehn! Verschlafen drehe ich mich im Bett herum und versuche, endlich wieder einzuschlafen. Aber das Gleiche wiederholt sich um fünf, sechs und sieben Uhr.

Mit dem Unterschied, dass um fünf Uhr mein liebenswerter Nachbar eine CD der „Rancheras" auflegt, und das in der Lautstärke eines Rockkonzertes. Rancheras sind so etwas wie Schlager, nur auf Spanisch! Grauenvoll! Die Sänger haben eine durchdringende Stimme, und da mein Nachbar seeeehr religiös ist, singt seine Lieblingsband natürlich von Gott, dem Teufel und dass wir alle eines Tages in der Hölle landen werden.

Um sechs Uhr höre ich dann die ersten Leute auf der Straße. Ein kleines Mädchen geht von Haus zu Haus und ruft mit greller Stimme „Tortiiiillas!". Die verkauft sie dreimal täglich. Eine Stunde später scheppert Geschirr in der Küche: Meine Gastmutter fängt an zu kochen.

Um acht Uhr beschließe ich aufzustehen. Schlafen geht sowieso nicht mehr. Also tappe ich verschlafen ins Bad, wo ein Eimer mit kaltem Wasser zum Duschen auf mich wartet. Ein weiterer steht bereit, um das Klo zu spülen.

Ja, das ist ein ganz normaler Morgen in San Carlos.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 23, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 23, 2009