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Mein Freiwilliges Jahr

Nachträglich ausgemustert

J. kam mit stolzgeschwelter Brust von seiner Musterung in die Schule. „T1" brüllte er ins Kollegstufenzimmer. „Ich bin der gesündeste Mensch, den es gibt...sagt der Arzt." „Gehste dann zum Bund?" fragte einer, aber J. lachte sich nur halbtot. Also noch ein Zivi. Ein paar Monate später war J. Zivi in dem Jugendhaus in dem er sonst immer regelmäßig zu Konzerten ging. Er war Barkeeper, Putze und Sicherheitsmann. Er hatte nicht allzu viel zu tun und bekam dafür viel Geld. Dann aber 2 Tage vor seiner Gehaltserhöhung kam ein Brief von der Bundeswehr. Aus irgendeinem Grund hatten die herausgefunden, dass er vor kurzem eine Nierenstein Operation hatte. (Fragt mich bitte nicht wie die das mitgekriegt haben. Vielleicht muss man denen Bescheid geben, wenn man so was hat. Keine Ahnung.) Auf jeden Fall wurde J. nachträglich ausgemustert. Ende November. Von einem Tag auf den anderen hat man von einer angenehmen Arbeit und einem guten Gehalt auf einmal gar nichts mehr. Und bis zum Studienbeginn war ja noch ein wenig Zeit. Das Ganze gefiel J. überhaupt nicht, also reichte er Beschwerde ein. Die Folge: Er ist beurlaubt, bekommt aber weiterhin das Geld bis seine Beschwerde überprüft wurde. Der Ausgang der ganzen Sache ist noch unklar.

Also ich will ja jetzt nicht über die Bundeswehr lästern, aber wieso wird jemand mit T1 wegen äußerst kleinen Nierensteinen komplett ausgemustert? Und dann auch noch nachdem derjenige seit 3 Monaten Zivi macht. Und auf der anderen Seite werden Menschen, die sich garantiert nicht als Soldaten eignen (Unter-/Übergewicht, krummer Rücken, Brille, Asthma und Allergien) als T2 eingestuft. Also irgendwas ist da gewaltig faul. Und warum werden eigentlich immer die Sport LKler ausgemustert?

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 30, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 30, 2008

Mein Freiwilliges Jahr

Seminartage

Im Leben eines FSJlers gibt es Tage, denen er mit sehr gemischten Gefühlen entgegen sieht. Das sind die Seminartage. Jeder FSJler muss in seinem FSJ 25 Seminartage belegen. Zusammen mit seiner Gruppe (immer die gleiche) hat er also mehrere Blöcke über das gesamte Jahr verteilt. Mal sind es 2 Tage mal 3 oder auch mal eine ganze Woche. Diese Seminartage sollen natürlich keine Erholung von der anstrengenden Arbeit sein - sind sie aber doch -, sondern auch irgendwas vermitteln. In meinen bisher 10 Tagen hatte ich einen Theaterworkshop, Kommunikationstraining, Erlebnispädagogische Einheiten (Hochseilgarten etc) und Selbstverteidigungskurse. Alles eigentlich ganz coole und brauchbare Dinge. Immer jeweils Theorie und Praxis, sprich wir haben beim Theaterworkshop nicht nur gespielt, sondern auch etwas über die Theorie und die Geschichte des Theaters gelernt.

Warum also geht ein FSJler da mit gemischten Gefühlen rein? Einerseits sind die Seminartage toll, man ist mit Gleichaltrigen zusammen und die meisten sind nett, man macht im Großen und Ganzen tolle Sachen und man hat mal Abwechslung vom ollen Arbeitsalltag. Andererseits wenn man Pech hat, ist man in einer doofen Gruppe. Es ist normalerweise so, dass darauf geachtet wird, das Leute in einer Seminargruppe zusammen sind, die in ähnlichen Einrichtungen arbeiteten. Und je nachdem, was für eine Gruppe es ist, sind die Themen, die in den Seminargruppen besprochen werden, auf die Teilnehmer zugeschnitten. Bei den Krankenpflegern z.B. geht man in ein Hospiz, lernt was über Sterbehilfe oder Behindertenpädagogik.

Soweit zur Theorie. Bei mir und meinem FSJ-Kollegen (aus dem Museumsbereich) ist das Ganze ein wenig verzwickt. Wir gehören zu den Exoten unter den FSJlern. Das heißt es gibt keine Seminargruppe für Museums-Leute. Die Folge: Wir wurden irgendwo reingepackt. Während ich es noch ganz gut erwischt habe - ich bin mit den Kulturläden zusammen, also annähernd ähnlich - hat es mein Kollege schlecht erwischt. Er ist mit lauter Krankenpflegern zusammen und macht in den Seminaren nur Sachen, die ihn nicht interessieren und die ihm in keinster Weise für seine Arbeit im Museum weiterhelfen. Deshalb stöhnt er, wenn Seminartage anstehen. In meinen Seminartage lerne ich wenigstens ab und zu etwas, was mir hilft und eigentlich immer das, was mich interessiert und Spaß macht. Man kann also viel Glück oder viel Pech haben. Für mich sind die Seminartage eine nette Abwechslung zum routinierten Alltagstrott.

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 25, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 25, 2008

Mein freiwilliges Jahr

Die Vorteile des FSJ

Wenn ich mich mit alten Klassenkameraden und jetzigen Zivis unterhalte kommt recht oft die Frage „Warum denn bitte ein FSJ???". Das ist ein berechtigte Frage, bekommt ein Zivi schließlich um einiges mehr Geld und hat zum Teil - wenn man Glück hat - weniger zu tun als ich. Mir ist das vor allem im Dezember aufgefallen. Meine Zivi-Kumpels haben jetzt ihre erste Gehaltserhöhung und zusätzlich noch Weihnachtsgeld bekommen. Und ich dümple immer noch mit dem gleichen mickrigen Gehalt rum.

Warum also mache ich das FSJ? Oder was sind die Vorteile eines FSJ? Das sind erst mal 2 Paar Schuhe. Ich mache das FSJ, weil ich mich auf das Dokuzentrum versteift habe. Ich wollte nix anderes machen und im Dokuzentrum gibt es eben keine Zivistellen, sondern nur FSJ-Stellen. Erst jetzt merke ich, dass es durchaus noch andere sehr coole Stellen für Zivis gibt. Aber tja. Also ein FSJ lohnt sich für "potenzielle" Zivis nur, wenn man unbedingt zu einer bestimmten Einsatzstelle will, weil man sich für ein bestimmtes Gebiet ganz besonders interessiert oder weil man später im Beruf oder Studium sowieso in diese Richtung gehen will (z.B. Erzieher). Für alle Nicht-Zivis lohnt sich das FSJ auch. Man kann erste Berufserfahrung sammeln, sich beruflich orientieren und im Lebenslauf macht es sich bestimmt auch nicht schlecht. Ein paar Leute aus meiner Seminargruppe machen das FSJ auch, weil sie für bestimmte Berufe ein Praxisjahr brauchen oder einfach nur, weil sie Zeit überbrücken wollen bis sie entweder wissen, was sie danach machen möchten oder alt genug sind, um das zu machen, was sie wollen.

Die Vorteile oder positiven Aspekte eines FSJ liegen also klar auf der Hand. Was mir an Nachteilen einfällt, ist wirklich nur das Zivis viel mehr verdienen, aber das stört alle Nicht-Zivis sowieso nicht und außerdem: Geld ist ja schließlich nicht alles, eh?

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 17, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 17, 2008