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Mein Freiwilliges Jahr

Ich bitte um Ruhe!

Vor wenigen Wochen trudelte eine Einladung zu einem Einstellungstest für die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bei mir ein. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich einen solchen Test noch nie zuvor geschrieben habe. Zum Glück stand in der Einladung bereits, dass zum Beispiel Rechtschreibung, Prozentrechnung und Allgemeinwissen abgefragt werden. An sich sollte das ja machbar sein, nichtsdestotrotz wollte ich mich vorbereiten.
Doch dazu kam ich nicht. Die Grippewelle hat auch meine Station übel erwischt und ein Großteil des Personals ist krank. Durch das häufige Einspringen meinerseits, bin ich nur noch zwischen meinem Bett und meiner Station gependelt – für Lernen oder Vorbereitung war ich einfach zu müde.
Also stand ich am Testtag nach gut einer Stunde Schlaf (ich war zuvor noch auf einem Konzert) – mehr schlecht als recht vorbereitet – im Hörsaal. Eine Lehrerin der dortigen Schule erklärte den Ablauf und wann wir unsere Ergebnisse bekämen.
Der Test war nicht schwer. Er dauerte nur eine Stunde und bestand aus einem kleinen Rechtschreibteil, einer Seite Matheaufgaben, einem kurzen Allgemeinwissensteil, der sich auf Geografie und politisches Wissen konzentrierte, und einem fachspezifischen Teil. In Letzterem musste ich zum Beispiel meine Meinung zu einem Fallbeispiel geben. Selbst die Matheaufgaben waren machbar, auch wenn der Zeitdruck meine Nerven manchmal etwas beanspruchte.
Relativ schnell verließ ich das Gelände wieder und warte nun auf mein Ergebnis.
Mein größtes Problem an diesem Tag war nicht der Test, sondern mein Handy. Vor dem Test hatte ich es ausschalten müssen, doch beim Einschalten fiel mir auf: Ich hatte die PIN meiner neuen SIM-Karte vergessen! Fast hätte ich beim Herumprobieren auch noch die Karte gesperrt. Erst als ich zuhause alle notwendigen Unterlagen gefunden hatte, konnte ich mein Handy wieder nutzen – so habe ich also auch dieses (Luxus-)Problem überstanden.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 23, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Mar 23, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Hoch die Hände – Wochenende!

Wer kennt es nicht? Freitagnachmittag, die Uhr steuert dem Feierabend entgegen und dann kommt er endlich: der Moment, in dem das Wochenende beginnt. Zugegeben, ich freue mich jede Woche wie verrückt auf die freien Tage. Manchmal brauche ich einfach Abstand von gewissen Patienten, aber auch von der Arbeit allgemein. Immerhin ist so eine 40-Stunden-Woche auf einer pflegeintensiven Station kein Zuckerschlecken. Ich freue mich, Zeit für mich zu haben, länger zu schlafen oder mal nicht daran zu denken, ob der Patient seine Tabletten genommen hat. Ich könnte bestimmt hunderte Dinge aufzählen, die ich gerne an freien Tagen tue.
Vor Kurzem habe ich jedoch mein Wochenende auf Station verbracht. Eigentlich arbeite ich nur unter der Woche, doch aufgrund akuten Personalmangels bin ich eingesprungen. Es war mir ganz recht, denn letztendlich ist meine Arbeit nicht anders und mir gefällt die Idee, zwei Tage unter der Woche freizuhaben. Anfangs war ich trotzdem etwas verstimmt: An einem Sonntag um vier Uhr morgens aufzustehen, mache ich nicht gerade jede Woche. Während meine Freunde alle gerade erst ins Bett gingen, machte ich mich fertig, um halbwegs augenringfrei auf Station zu erscheinen.
Trotz der Müdigkeit war ich viel entspannter und weniger hektisch, wahrscheinlich weil auch ich in dieser „Ende-der Woche“-Phase steckte. Allgemein ist das Schöne am Wochenende diese Ruhe! Es sind keine Ärzte oder Therapeuten auf Station. Ich konnte meine Pflegeaufgaben erledigen, ohne ständig warten zu müssen, dass der Patient frei ist. Klar müssen auch diese Kollegen ihren Job machen – anstrengend und manchmal chaotisch ist es trotzdem. Am Wochenende hält mich nichts und niemand ab. Denn selbst das Telefon klingelt nur dann, wenn die Rettungsstellen nach freien Betten für Notfallpatienten fragen.
So ein Wochenenddienst ist also auch tatsächlich recht entspannt!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 15, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Mar 15, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

„Darf es noch etwas sein?“

Viele Patienten verwechseln das Krankenhaus mit einem Luxushotel. Wenn ich Glück habe, sind diejenigen nach dem tausendsten Wunsch endlich zufrieden – meistens aber nicht. Da wird nach einer Scheibe Käse mehr gefragt, weil das Essen zu wenig ist. Im nächsten Zimmer werde ich angemeckert, dass zu viel auf dem Teller liegt und so viel weggeschmissen wird. Oder jemand beschwert sich, dass das zur Verfügung gestellte Shampoo nicht zu seiner Haarstruktur passt. Dass jeder Patient anders ist und ich mein Bestes gebe, um es jedem recht zu machen, wird meistens vergessen.
Vor meinem FSJ hätte ich mir nie vorstellen können, welche Anforderungen manche Patienten stellen. Teilweise gehen diese auch noch weit über die Aufgaben des Pflegepersonals hinaus. Vor Kurzem wurde ich etwa von einer Patientin aufgefordert, den Schuh ihrer Mitpatientin zu suchen: „Bitte auf dem ganzen Gelände, denn sie weiß nicht, wo genau sie ihn verloren hat“.
Die wohl anstrengendsten Wünsche hatte eine isolierte Patientin. Bei ansteckenden Krankheiten muss gerade im Krankenhaus auf strenge Hygiene geachtet werden, daher werden gewisse Patienten isoliert untergebracht. Ich als Pflegekraft muss mich jedes Mal mit Kittel, Mundschutz, Handschuhen und Haube schützen, zudem mehrfach desinfizieren, bevor ich zu ihr ins Zimmer gehe. Dass das Prozedere eine Weile dauert, ist eigentlich selbstverständlich – nicht für sie. Als ich – komplett verhüllt – das Frühstück hereinbrachte, verlangte sie nach mehr Zucker. Also alle Schutzsachen wieder ausgezogen, desinfiziert, raus aus dem Zimmer und Zucker geholt. Wieder angezogen, desinfiziert, ins Zimmer rein. „Kann ich noch was zu trinken haben?“. Wieder ausgezogen, desinfiziert, Getränk geholt, angezogen, desinfiziert, wieder rein. Insgesamt hat sie mich sechsmal hin und her laufen lassen. Sie wollte nicht verstehen, dass sie ihre Wünsche gesammelt abgeben sollte.
Auch andere Patienten denken, dass wir nur für sie da sind. Wenn ich nicht innerhalb einer Minute an der Klingel bin, werde ich mit schlechter Laune und dem Spruch „Warum dauert das so lange?“ empfangen. Dass zum Beispiel in einem anderen Zimmer gerade ein Notfall ist, wird nicht bedacht. Nicht falsch verstehen: Ich mag meine Arbeit. Aber es gibt gewisse Patienten, bei denen ich erst mal tief durchatme, bevor ich ihr Zimmer betrete.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 5, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Mar 5, 2018