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Mein Freiwilliges Jahr

Urlaub

Urlaub ist schon was Feines. War zwar nur eine Woche, die ich jetzt hatte, aber immerhin. Insgesamt habe ich 26 Tage. Im Juni und Juli darf ich keinen Urlaub nehmen, weil unser Haus da so proppevoll ist, dass wir FSJler dringend gebraucht werden. Der restliche Urlaub wird also im August verpulvert. 

Und was macht man so im Urlaub? Nix. Absolut nix. Lange ausschlafen, spät heimkommen und dazwischen in erster Linie gammeln und mit Kumpels grillen, auf Konzerte gehen, so Sachen halt. Also im Grunde genommen das Gleiche, wie in den Schulferien als man noch Schüler war. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: man macht das alles ohne schlechtes Gewissen, weil man sich nicht denkt: "Aaaah, ich muss ja noch die olle Chemiehausaufgabe machen" oder „Boah, wir schreiben ja nach den Ferien gleich Mathe-Klausur". Wir wissen ja alle, worauf das hinaus läuft. Nach den Ferien muss man schnell die Chemiehausaufgabe vom Kumpel abschreiben, der sie sich in der vorherigen Nacht aus dem Internet geholt hat. Und in der Mathe-Klausur hockt man drinnen und fragt sich, was zum Henker eigentlich so wichtig war und einen vom Lernen abgehalten hat. 

Umso schöner, wenn man nicht mehr lernen muss und völlig frei und unbeschwert in den Tag hineinlebt. Da freut man sich, kein Schüler mehr zu sein. Bis zu jenem unsäglichem Tag an dem man wieder um 6.30 Uhr aufstehen muss und natürlich verpennt, viel zu spät und total verschwitz in der Arbeit ankommt, nur um dann eine SMS von der kleinen Schwester zu bekommen, die „nur mal eben mitteilen wollte", dass sie gerade eben (12.37 Uhr) aufgestanden ist und im Liegestuhl liegt. Dann wünscht man sich die fröhliche Schülerzeit zurück und die Weihnachts-, Oster-, Pfingst- und Sommerferien: Das sind zusammen auf jeden Fall mehr als 26 Tage im Jahr. 

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 23, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 23, 2008

Mein Freiwilliges Jahr

Tag der Abrechnung

Eigentlich dachte ich bisher, dass ich Buchungen im Schlaf richtig eingeben kann. Ohne Fehler, innerhalb von wenigen Minuten. Da habe ich mich wohl geirrt. Anscheinend schleichen sich mittlerweile lauter kleine dumme Fehler ein, die auf den ersten Blick völlig harmlos sind, zum Beispiel ein falsch eingetragenes Datum, dass dann aber bei der Abrechnung für große Verwirrung, Chaos und jede Menge Ärger für mich sorgen. Denn wenn es dumm läuft, entscheidet ein falsch gesetztes Datum darüber, ob ein Besucher Stornogebühren zahlen muss oder nicht oder ob eine Buchung überhaupt in der Abrechnung erscheint oder völlig verschwindet. 

Wegen einer sehr mysteriösen Sache habe ich deshalb neulich auch einen ordentlichen Anschiss bekommen. Bei einer Buchung war das Absage-Datum vor dem Anfrage-Datum eingetragen. Eigentlich unmöglich. Es gab kein Bestätigungsdatum und keinerlei Unterlagen. Sehr merkwürdig. Das Einzige, was gefunden wurde, war eine E-Mail.

Meine Chefin war sehr verärgert, was ja auch verständlich ist. Es geht schließlich um Geld. Nur wenn sie in Rage ist, fallen ihr auf einmal tausend Sachen ein, die wir angeblich falsch machen, auch wenn sie noch so klein sind. Und wir stehen da und schauen so betrübt wie möglich auf den Boden, versuchen uns ein Lächeln zu verkneifen, und ertragen die ganze Tirade.

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 15, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 15, 2008

Mein freiwilliges Jahr

Typisches Telefonat

Solche Gespräche führe ich zirka 20 mal am Tag, jeweils mit klitzekleinen Veränderungen:

Ich (I): Dokuzentrum, Guten Tag.

Anrufer (A): Äh ja, Hallo Müller vom Schillergymnasium. Ich würde gerne eine Führung buchen.

I (denkt sich, nicht schon wieder ...): Führungen bieten wir leider nicht an, dazu sind die Räume zu klein. Außerdem ist die Ausstellung so konzipiert, dass Sie selbstständig mit Audioguides durch die Ausstellung gehen können.

A: Achso. Mh schade. Naja gut. Muss ich trotzdem reservieren?

I: Das wäre gut, ja.

A: Dann hätte ich gerne 120 Audioguides für meine 9. Klassen.

I (denkt sich, schon wieder so viele): Gut, an welchem Tag und wann?

A: Am 14.6.08 um 9:00 Uhr.

I (notiert alles und freut sich, dass das so schnell ging): Ok, ich habe alles notiert.

A: Und dann hätte ich gerne noch so ein Themengespräch.

I (denkt sich: Kann der das nicht früher sagen???): Da muss ich mal nachschauen, ob was frei ist ... Das wird etwas kompliziert. (Denkt sich: wenn der das trotzdem haben will, wird's sehr nervig.)  Wir müssten ihre Gruppe in 4 Gruppen aufspalten, da die maximale Teilnehmerzahl bei 30 liegt. Den ganzen Tag ist nur ein Raum frei. Das würde also nur nacheinander gehen und insgesamt 4 bis 5 Stunden dauern.

A: Oh, das ist schade. So viel Zeit haben wir nicht. Haben Sie noch was anderes anzubieten?

I (verdreht die Augen): Ja, zum Beispiel einen Geländerundgang. Der führt Sie über das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Das geht auch mit 4 Gruppen parallel.

A: Wie viel kostet denn diese Führung?

I: 40 Euro

A: Pro Person???

I: Nein, pro Führung.

A: Ach so. Das geht ja. Dann machen wir doch noch zwei weitere Termine aus, für die 10. Klassen. Aber an 2 Tagen.

I (spielt pantomimisch einen Selbstmord nach, Kollege K lacht sich schlapp): Ja gerne. An welchen Tagen?

A: Am 15.6. 'ne 7. und am 29.7. 'ne doch am 28.7.

I (kritzelt auf seinem Blatt rum und blickt langsam nicht mehr durch): Und an den Tagen genau das gleiche? (denkt sich: Bitte sag' ja.)

A: Naja, wenn da Themengespräche möglich sind, dann gerne die Themengespräche.

I (denkt sich: ARGH... oh Mann.): Ich schau mal. Ja, an diesem Termin ist das kein Problem. Machen wir gerne für Sie.

A: Gut, brauchen Sie noch was von mir?

I: Ja, ihre Adresse und so weiter für die Buchungsbestätigung

A gibt I die Adresse. Und legt auf. I stellt fest, dass er vergessen hat nach der E-Mail Adresse und der Telefonnummer zu  fragen. Nach längerer Suche findet I die Telefonnummer im Internet. Irgendwann ist dann auch alles eingebucht.

Ok., vielleicht ein kleines bißchen übertrieben. Aber so ähnlich läuft das hier ab ...

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 8, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
May 8, 2008