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Freiwilliges Ökologisches Jahr

Kann man so schnell vergessen?

Nach dem tollen Ausflug aufs Land stand am nächsten Tag ein Besuch der „Ökologischen Universität Minsk“ an. Hier wurden wir zunächst allgemein über die Arbeit der Universität informiert und lernten so die angebotenen Studiengänge kennen, die sich alle ums Thema „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ drehten. Einige befassten sich auch mit dem Thema Kernenergie, was uns eher unpassend erschien. Vor allem, wenn dies an einer ökologisch ausgerichteten Uni in Weißrussland geschieht, dem Land, das durch den Atom-GAU von Tschernobyl so sehr gelitten hat.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs mit dem Professor erwähnte dieser dann auch, dass Weißrussland den Bau eines neuen AKWs plane. Die Uni würde zudem bei den Planungen beratend mithelfen. Da fragten wir uns dann doch, wie man die traurige Geschichte dieses Landes so schnell vergessen kann. Reichen dafür knapp 25 Jahre aus? Anscheinend schon, wie man sieht. Das ist meiner Meinung nach ein Schritt in die falsche Richtung, angedacht von einem Land, das weiß, wie unsicher und tödlich diese Technologie ist.  

Autor: Leon  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 29, 2010
Autor: Leon
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 29, 2010

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Hoffnungsschimmer

Manchmal gibt es so Momente, die einem unheimlich Respekt einflößen und gleichzeitig Mut machen. Menschen, die völlig selbstlos tolle Projekte anpacken und die Kraft haben, sie auch wirklich umzusetzen. So geschehen beim Projekt „Heim-statt-Tschernobyl“ in Weißrussland.

Die Initiative verfolgt den Ansatz, Familien aus dem verstrahlten Süden des Landes eine neue, nachhaltige Perspektive zu bieten. Sie holen diese Familien aus dem Süden in den Norden und bauen dort gemeinsam neue Häuser. Häuser, die aufgrund ihrer Materialien und Bauweise sehr nachhaltig sind. Angefangen hat die Gruppe damit kurz nach der Wende (1990). Mittlerweile steht ein ganzes Dorf mit über 15 Häusern. Dazu gehört auch eine Ambulanz, die aufgrund ihrer effizienten Bauweise und der modernen Ausstattung zur Besten in ganz Weißrussland gewählt wurde.

Dieses Projekt nähert diese Familien so an das völlig fremde Thema Nachhaltigkeit an und zeigt, in welche Richtung es für Belarus, also Weißrussland, gehen muss. Dass die Weißrussen allerdings ganz andere Sorgen haben, als den Müll zu sortieren oder sich gar darum zu kümmern, besonders nachhaltig zu konsumieren, wurde uns dann im Gespräch mit der Initiatorin des Projekts klar. Die grundlegenden Fragen sind ganz andere: Wie schaffe ich es morgen noch genug Geld zu haben, um die Familie zu ernähren?

Doch dieses tolle Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit gab uns Mut und war ein großer Hoffnungsschimmer, dass es in diesem Land auch Leute und Projekte gibt, die das Problem anpacken und zukunftsorientiert arbeiten. Ein toller Abschluss dieses Tages.

Autor: Leon  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 24, 2010
Autor: Leon
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 24, 2010

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Racing Tour aufs weißrussische Land

Minsk hatten wir nun grob erkundet und die Arbeit des gastgebenden Instituts BELRAD kennen gelernt. Am nächsten Tag stand ein Ausflug ins ländliche Weißrussland an. Dass man dabei das Wort „Ausflug“ durchaus wörtlich nehmen durfte, lag an der grenzwertigen Interpretation von „Auto fahren“ unserer drei Minibus-Fahrer. Die scherten sich eher wenig um geltende Regeln oder die Anschnallpflicht, von der wir Mitfahrer aufgrund fehlender Gurte sowieso nicht Gebrauch machen konnten. Rechts überholen, die Kurve auf der Gegenfahrbahn nehmen oder knappe Überholmanöver – es gab nichts, was sie ausließen. All das natürlich mit völlig überhöhter Geschwindigkeit, sodass man das eine oder andere mal lustig durch die Luft flog.

Glücklich, diese „Racing-Fahrt“ heil überstanden zu haben, stiegen wir am Zielort Komarowo aus. Dieses kleine Dorf, idyllisch gelegen in der Nähe des Narotschsees, verfolgt eine nachhaltige Energie-Strategie. Mit einem Wasserkraftwerk und einigen Solarzellen wird der Strom für alle Straßenlaternen des Dorfes erzeugt. Das ist natürlich ein sehr beschaulicher Ansatz – aber es ist immerhin einer. Trotzdem waren wir ein wenig von der kleinen Dimension dieses Projektes enttäuscht. Nach einer kulinarischen Stärkung ging es dann weiter zum nächsten Projekt, welches sehr viel interessanter sein sollte.

Nach einer erneuten „Formel 1-Fahrt“ auf weißrussisch erreichten wir ein weiteres kleines Dorf. Hier lernten wir einiges über die beeindruckende Arbeit der Initiative Heim-statt-Tschernobyl. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Autor: Leon  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 20, 2010
Autor: Leon
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 20, 2010