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FSJ in Nicaragua

Chisme (Teil 1) — oder Tratsch und Klatsch in Nicaragua

So sehr ich San Carlos auch liebe, es gibt eine Sache, die mich wirklich traurig macht, und das ist der „Chisme”. Übersetzt bedeutet das so viel wie „Tratsch und Klatsch”. Ich weiß nicht, warum es davon so viel in San Carlos gibt. Wahrscheinlich, weil es ein klitzekleines Dorf ist, die Leute nichts zu tun haben und schrecklich gelangweilt von ihrem eigenen Leben sind.

So kam auch eines Tages Ruth, meine beste Freundin, zu mir: „Weißt du was?”, fragte sie mich. „Meine Mutter ist völlig aufgelöst, weil Elsas Papa ihr erzählt hat, dass wir zwei Lesben sind und außerdem die ganze Zeit nur betrunken auf der Straße rumlungern, Leute anpöbeln und seine Tochter verderben wollen. Jetzt will sie, dass ich in die Kirche gehe und mich einer religiösen Reinigung unterziehe. ”

Ich konnte es gar nicht glauben. Ich war so verdutzt, dass ich erst einmal lachen musste, weil die Vorstellung zu absurd war. Wie konnte jemand so etwas erfinden über zwei Mädchen, die beide einen Freund haben, zwar gerne abends weggehen, aber keinesfalls „besoffen auf der Straße herumlungern und Leute anpöbeln”.

Doch mir sollte bald schon das Lachen vergehen.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 3, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 3, 2009

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Wäpp Zwo Punkt Null

Twitter hier, Facebook da, ein wenig StudiVZ und fertig ist der Web 2.0-Kuchen. Die neuen Internet-Kommunikationsplattformen wachsen unaufhörlich. Schnell, aktuell und bequem – das sind die Präferenzen der Generation Blackberry.

Diesen Zug darf man als jugendlich-moderne NGO (Non Governmental Organisation) natürlich nicht verpassen. So hat die BUNDjugend beschlossen, ihren eigenen Twitter-Channel und ihre eigene Facebook-Seite zu erstellen. Der Grund liegt auf der Hand: Bei einer Generation, die sich (so scheint es) mehr im Internet aufhält als an der frischen Luft, wirken Plakate und Flyer als Werbeform kaum bis gar nicht. Deshalb versuche ich nun, da mir die Ehre zu Teil geworden ist, der offizielle „Twitter-und Facebook-Beauftragte“ zu sein, diese jungen Social-Networker einzufangen und für den Klima- und Umweltschutz zu gewinnen.

Man sieht also, so antiquiert wie der Umweltschutz vielleicht scheint, ist er gar nicht. Er geht ziemlich moderne Wege, um an die Leute heranzukommen. Ob es im Endeffekt mehr bringt, bleibt abzuwarten. Das wird man wohl nach den ersten zwei bis drei Monaten sehen.

Aber spannend ist es schon, und man erfährt auch viel über die Sachen, an denen andere NGOs gerade dran sind. Die twittern ihre aktuellen Unterschriftenaktionen oder Demo-Videos einfach über die Kanäle. Da steckt unser Channel zugegeben noch in den Kinderschuhen, was ja auch klar ist. Aber bald habe ich mich auch warm getwittert und dann geht es so richtig los im „Wäpp Zwo Punkt Null“

Autor: Leon  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 2, 2009
Autor: Leon
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 2, 2009

FSJ in Nicaragua

Der große Tag

Als ich am Morgen, des 1. Mai, in die Küche kam, begann meine „Mama” gleich damit, mir ein spanisches Geburtstagslied zu singen. Nachdem wir zusammen gefrühstückt hatten, musste ich aber auch schon mit der Arbeit beginnen, denn es gab noch viel vorzubereiten. Meine Gasttante und meine beste Freundin waren dabei wahre Engel. Während ich zwei Kuchen backte, die Bohnen im Hinterhof über einem kleinen Feuer kochte und bergeweise Gemüse schnippelte, frittierten sie die Kochbananen, Tortillas und bereiteten kleine Fleischklößchen zu.

Um 19 Uhr gingen wir schließlich samt Essen zu Meylin, die das Haus blitze blank geputzt und liebevoll dekoriert hatte. Nach und nach kamen die Gäste mit ihren Geschenken an, wobei die Musik immer lauter und die Stimmung ausgelassener wurde.

Ich war so gerührt, als meine „Schwiegermutter” (wie die Latinos sagen) mit einer Gruppe von Mariachis (Mariachi ist eine Volksmusikart) in der Tür stand, die mir lauthals Geburtstagslieder sangen. Als dann auch noch mein bester Freund Eddy, der extra aus Managua zu meinem Geburtstag gekommen war, seine Gitarre auspackte, begannen alle bis spät in die Morgenstunden zu singen und zu tanzen.

Es war wirklich ein wunderschöner Geburtstag in Nicaragua, den ich niemals vergessen werde.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 1, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 1, 2009