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FSJ in Nicaragua

Ein Tag auf der Finca (Teil 2)

Vor der Finca stand auf einem weißen Banner in krakeliger roter Schrift: „Wir verkaufen Hühnchen! 21 Cordoba das Pfund!" „Ach so, hast du eine Hühnerfarm?", fragte ich. „Ja, und du wirst gleich dein erstes Hühnchen rupfen!", antwortete Ceci mir grinsend. Ich schluckte. Ein Hühnchen rupfen? Ich als Vegetarierin? Ceci musste mein erschrockenes Gesicht gesehen haben, denn rasch fügte sie hinzu: "Zuerst werde ich dir aber eine kleine Führung durch meine Finca geben."

Die Farm bestand aus einem kleinen Holzhaus, das zwei Zimmer hatte. Eines zum Schlafen, in dem anderen wurden Arbeitsgeräte aufbewahrt. In einer weiteren Hütte befand sich eine kleine Küche, mit einer Feuerstelle zum Kochen und einer Arbeitsfläche.

Von der Küche führte sie mich durch den Garten, der voller Kokospalmen, Mangobäumen, Bananenstauden und Chilibüschen war, bis wir schließlich zur Hühnerfarm gelangten. Das Gehege war groß und eingeteilt in sechs verschiedene Bereiche, in denen Hunderte von Hühnern saßen. Ganz links die klitzekleinen Gelben, und ganz rechts die fetten Weißen, die bereit zum Schlachten waren.

Meine Gastmutter packte fünf Hühner geschickt an ihren Füßen und schleppte sie hinaus. „Gehen wir! Es ist Zeit mit der Arbeit anzufangen!"

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 22, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 22, 2009

FSJ in Nicaragua

Ein Tag auf der Finca (Teil 1)

An einem der ersten Abende fragte ich meine neue Gastmutter Cecilia nach ihrer Arbeit. Sie erzählte mir, dass sie eine kleine "Finca", eine Art Bauernhof, etwas außerhalb von San Carlos habe. Da ich große Lust hatte, eine nicaraguanische Farm zu sehen, lud sie mich ein, einen Tag mit ihr dort zu arbeiten.

Am nächsten Morgen machten wir uns um sechs Uhr auf den Weg. Ceci hatte mir gesagt, dass es zirka 30 Minuten zu Fuß bis zur Finca seien. Aber nach einer halben Stunde gab sie zu, dass wir noch nicht einmal die Hälfte des Weges hinter uns hatten. Die Sonne brannte bereits auf unsere Nacken, so dass ich zu schwitzen begann. Auf unserem Weg kamen wir an abgelegenen kleinen Strohhütten vorbei, vor denen ein paar Kinder zwischen Müllresten spielten. In einem Fluß sahen wir, wie Frauen und Mädchen ihre Kleidung wuschen.

Nach guten zwei Stunden hielt Ceci schließlich vor einem kleinen Grundstück an und sagte: "Willkommen auf meiner Finca!"

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 15, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 15, 2009

FSJ in Nicaragua

Man gewöhnt sich an alles

Da ich bereits vorher sehr viel Zeit im Haus meiner besten Freundin verbracht hatte, fiel es mir nicht besonders schwer, mich einzugewöhnen. Trotzdem gab es ein paar Sachen, die anfangs fremd für mich waren.

Zum einen gibt es unglaublich viele Mücken in dem Haus, da es in einer sehr sumpfigen Gegend gebaut wurde. Ohne mein Moskitonetz wäre ich wirklich schon längst gestorben! Aber nicht nur wegen der Mücken bin ich froh, dass ich diesen Schutz habe, denn vor allem nachts kriechen allerlei Kakerlaken, Echsen, Skorpione, Riesenspinnen und Ähnliches in meinem Zimmer herum. So muss ich jeden Abend bevor ich schlafen gehe, meine Bettlaken ausschütteln, um sicher zu sein, dass ich die Nacht auch wirklich ohne Gesellschaft verbringe.

Ein weiterer Punkt, der neu für mich war, ist das Plumpsklo. Nachts, wenn ich aufstehe, muss ich erst einmal nach meiner Taschenlampe suchen, um dann im Dunklen in Flip-Flops in den Hinterhof zu tappen. Bevor man sich setzt, ist es seeeehr wichtig, alles gut abzuleuchten, um nicht plötzlich von einer Giftschlange oder ähnlichem Getier erschreckt zu werden.

Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. So sind diese Dinge mittlerweile schon Routine für mich geworden und ich glaube, dass es ein sehr komisches Gefühl für mich sein wird, wenn ich wieder im luxuriösen Deutschland bin.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 9, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 9, 2009