Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

FSJ in Nicaragua

Die perfekte Idee

Während meine Mutter und ich noch grübelten, merkte ich, dass ich weder für ein Studium noch für eine Ausbildung bereit war. Ich hatte ein Super-Abi in der Tasche, Auslandserfahrung, fast schon ein Jahr "Auszeit" gehabt, finanziell keine wirklichen Einschränkungen, und dennoch: Weder das eine, noch das andere schienen zu passen.

Ich musste einfach an so vieles denken, was ich noch vor meiner Rückkehr zu einem leistungsorientierten, nach festen Regeln verlaufenden Leben machen wollte. Zum Beispiel hatte ich noch nie richtig gejobbt. Ich hatte in Musicals getanzt und auf diese Weise ein bisschen Geld verdient oder eben meine Tanzlehrerin vertreten. Aber richtig jobben, wie das so die meisten Jugendlichen machen, zum Beispiel kellnern, das hatte ich noch nie gemacht. Ebenso wenig hatte ich Praktikumserfahrung.

Und dann kam meiner Mutter die perfekte Idee. Warum nicht jobben und gleichzeitig ein Praktikum machen und zwar dort, wo ich anknüpfen könnte an das, was mein Leben im vergangenen Jahr ausgemacht hatte? "Du, frag' doch die Beauftragte für die Städtepartnerschaften, ob du bei ihr eine Weile mitarbeiten kannst! Und vielleicht bliebt nebenher noch Zeit, um zu jobben."

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 1, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 1, 2009

FSJ in Nicaragua

Studium oder Ausbildung?

Ja, stimmt schon, es gibt viele Sachen, die mich interessieren. An Interessen mangelt es wirklich nicht. Das Problem ist einfach nur, dass es zu viele und zu unterschiedliche sind.

Als Erstes stellte sich mir das Problem, dass ich nicht einmal wusste, ob ich studieren oder lieber eine Ausbildung machen sollte. Nach 13 Jahren Schule hatte ich irgendwie keine Lust mehr auf weitere vier oder fünf Jahre reine Kopfarbeit. Also lieber etwas „Praktisches"?

Von klein auf habe ich getanzt. Später vertrat ich auch manchmal meine Tanzlehrerin, was total Spaß gemacht hat. Ebenso wie mir hier in Nicaragua mein Tanzunterricht gefällt, den ich gebe. Aber mein ganzes Leben lang Kinder im Tanzen unterrichten? Oder als Tanztherapeutin arbeiten? Ich weiß nicht.

Irgendwie ging mir aber auch die Uni nicht aus dem Kopf. Sprachen begeistern mich ja ebenfalls (die lebenden, nicht meine sieben Jahre Latein). Aber lieber, als mir die Grammatik und den Wortschatz aus Büchern aneignen, wollte ich sie in dem jeweiligen Land lernen und dort gleich praktisch anwenden. Das jedoch schien im Widerspruch zu stehen zu einem akademischen Studium.

Oder der Vordere Orient! Der Islam, die arabische Sprache, die Menschen und die Kultur des Nahen Ostens üben eine große Faszination auf mich aus. Aber würde diese Anziehung stark genug sein, um daraus eine Berufstätigkeit zu entwickeln?

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 26, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 26, 2009

FSJ in Nicaragua

Und was kommt danach?

Eines Tages rief mich meine Mutter an und stellte mir genau die Frage, die mich auch schon seit so langem beschäftigt und der ich doch irgendwie immer aus dem Weg gegangen bin: "Was willst du eigentlich machen, wenn du nach deinem FSJ wieder zurück nach Deutschland kommst?"

Gute Frage! Ich wusste es nicht. Im letzten Jahr hatten alle meine FreundInnen Unis angeschaut, Bewerbungen geschrieben, Zeitschriften gelesen und im Internet recherchiert, während ich mir ganz entspannt sagte: "Ach, darum kümmere ich mich im nächsten Jahr. Ich gehe erst einmal nach Nicaragua und dann schaue ich weiter." Und jetzt war schon "nächstes Jahr", und ich hatte genau so wenig Plan wie vorher.

Aber eines weiß ich genau: Ich will nicht (so wie die meisten meiner FreundInnen) mit irgendeinem Studium beginnen und irgendwann erkennen, dass es überhaupt nichts für mich ist und ich nur ein Jahr lang umsonst Geld und Zeit investiert habe.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 23, 2009
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 23, 2009