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Freiwilligendienst im Ausland

No, we don't clean too much here — die Arbeit im Hostel (Teil 2)

Bei einem der Hostels gehörte es auch zu unseren Aufgaben, den Hostel-Van zu fahren, um damit Gäste zum Flughafen oder Supermarkt zu bringen. Und nein, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in einem superbreiten Van voller Gäste, ohne Ortskenntnisse und im Linksverkehr zu fahren. Als ich eines abends mit einer vagen Wegbeschreibung und dem Van voller Gäste zum ersten Mal zum Supermarkt fahren sollte, musste ich die Insassen beschämt um Hilfe bitten. Daraufhin riefen alle wild durcheinander und als wir dann um die letzte Ecke bogen und den Supermarkt tatsächlich sahen, brachen wir alle in Jubel und Siegesgeschrei aus.

Dann hatte ich ein noch weniger erfreuliches Erlebnis. Der Tag fing schon damit an, dass ich mit Brandblasen im Gesicht aufwachte, die ich mir am Tag zuvor am Strand zugezogen hatte (Vorsicht vor dem Ozonloch!). Ich hatte mal wieder Fahrdienst und im Terminplaner stand: „Flughafen, 8 Uhr.“ Ich fuhr als um acht Uhr los, um den Gast vom Flughafen abzuholen. Als ich fast am Ziel war, klingelte plötzlich das Autotelefon und ich erfuhr, dass der besagte Gast gerade völlig ausraste, weil ich nicht im Hostel sei, um ihn zum Flughafen zu fahren und er wegen mir seinen Flug verpassen würde. Ich fuhr also schnellstmöglich zurück (verantwortungsvolle Anweisung meines Chefs: „Fahr, so schnell du kannst!“), rannte ins Hostel und rutschte auf dem vom Regen nassen Holzdeck aus. Die Folge war eine bunte Rippenprellung, aufgerissene Haut und eine weinende Miriam. Mein Chef fuhr den tobenden Gast schließlich selbst zum Flughafen.

Ansonsten machte die Arbeit aber Spaß. Wir hörten Musik („Wanna see my Michael-Jackson-Dance-moves?“), saugten mit einem tragbaren Staubsauger auf dem Rücken (Ghostbusters!), redeten dummes Zeug („Give me the shit, please” – „I guess you mean the sheets?!”) und erhielten interessante Putzanleitungen: „Make sure, that everything seems to be nice and clean!”

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 17, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 17, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

No, we don't clean too much here — die Arbeit im Hostel (Teil 1)

Wer sparen will, sollte unbedingt in einem Hostel arbeiten. Dafür nimmt man sich am besten das BBH-Hostel-Buch oder den Lonely Planet mit den Adressen der Hostels zur Hand und telefoniert alle ab. Oder man geht persönlich vorbei und erhöht so die Chancen auf einen Job. Die Arbeit in einem Hostel bietet drei entscheidende Vorteile: Erstens hat man oft den Nachmittag frei (Auf die Frage eines Gastes, ob wir hier viel arbeiten müssten, antwortete ich versehentlich: „No, we don’t clean too much here“). Zweitens muss man auch hier meistens nicht allzu lange bleiben und hat somit genug Zeit herumzureisen. Außerdem entstehen engere Freundschaften, wenn man zusammen arbeitet, oder sich jeden Tag sieht, wenn Gäste länger im Hostel wohnen.

Zu den Aufgaben gehört Betten beziehen, Zimmer saugen, den Müll leeren, Bäder und Küche putzen. Bei manchen Hostels hat man Rezeptions- und Waschdienst, muss den Hostel-Van fahren, Brot backen oder im Garten arbeiten. Das hört sich jetzt vielleicht nach viel an, aber man ist selten alleine und arbeitet nur zwischen einer und vier Stunden. In einem etwas skurrilen Hostel bekamen wir einmal den Auftrag, eine Collage aus Gesichtern zu basteln, die die Besitzerin dann über die Badewanne hängte, damit man sich beim Baden beobachtet fühlt: „Und klebt Johnny Depp ja in die Mitte!“

Im Gegenzug darf man dann umsonst im Hostel übernachten und bekommt manchmal sogar Frühstück. Aber nur, wenn das Hostel das auch für die Gäste anbietet. Einmal gab es sogar eine Arbeiterwohnung, in der ich mit meinen zwei Mitreisenden, mit einer Dänin, zwei Franzosen und einem Israeli, wohnen durften. Aus Platzmangel musste ich allerdings im Jungs-Raum schlafen, was jedoch auch mal ganz gut war, denn ständig mit Frauen zusammen zu sein, kann ganz schön anstrengend werden.

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 31, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 31, 2011

Freiwilligendienst im Ausland

Die verlorene Kultur

Wie schon erwähnt, sind die Maori die Ureinwohner Neuseelands. Sie kamen im 13. Jahrhundert von Polynesien nach Neuseeland. Heute stellen sie nur noch knapp 15 Prozent der Bevölkerung, kaum einer spricht noch die ursprüngliche Sprache und die Arbeitslosigkeit unter den Maori ist dreimal so hoch wie in der weißen Bevölkerung. Einige der Maori leben in abgelegenen Siedlungen (meist an der Ostküste der Nordinsel) und so hatte ich eigentlich so gut wie keinen Kontakt zu ihnen. Der Staat versucht die Maori-Kultur aufrecht zu erhalten, was mir jedoch meist als Inszenierung für die Touristen erschien.

Trotzdem wollte ich etwas über diese Kultur lernen und sah mir deshalb gemeinsam mit meinen Mitreisenden eine Maori-Tanzaufführung im „Museum of Auckland“ an. Wir sahen den beeindruckenden Kriegstanz Haka, der heute noch vor Rugbyspielen aufgeführt wird. Außerdem lernten wir, wie man zeigt, dass man sich über die Bäume freut, indem man die Hände schüttelt und dabei die Arme hoch und runter bewegt.Weniger gern hätte ich allerdings erfahren, dass mein Spitzname Mimi auf Maori „pissen“ heißt.

Die meisten Touristengruppen sind hier übrigens aus Deutschland (mit Abstand) und Israel. Ein Israeli meinte, dass er den Deutschen anmerke, dass sie sich für das, was die Deutschen den Israeli angetan haben, schämen würden. Er erzählte auch, dass er sich als Kind geweigert habe, deutsche Produkte zu kaufen. Doch in Neuseeland habe er viele gute deutsche Freunde gefunden. Und jetzt ratet, wer mich letzte Woche hier in Deutschland besucht hat!

Autor: Miriam  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 25, 2011
Autor: Miriam
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 25, 2011