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FSJ in Tschechien

Check out Czech (2)

Den Weg in die Innenstadt hatte ich natürlich TOTAL unterschätzt, nach einer Stunde war ich ziemlich verschwitzt, sah einen McDonalds und legte mal eben fest, dass das Stadtzentrum damit erreicht war. Todesmutig und gewillt, mein Tschechisch hier an den Mann zu bringen, bestellte ich einen „Cheeseburger“ und einen „McSundae“ und bemerkte resigniert, dass DAS meine Sprachkenntnisse nicht unbedingt überforderte. Man lernt eben in einer globalisierten Welt nicht überstürzt seinen Sprachführer auswendig.

Die zweite Lektion kam mit dem Bezahlen. Die Kassiererin hatte natürlich sofort geschnallt, dass ich hier nicht heimisch war und nannte mir in perfektem Englisch den Preis: 50 Kronen. Ich erschrak heftig, beherrschte mich aber sofort wieder und zog einen Schein aus dem Portemonnaie, von dem ich hoffte, er würde ausreichen.

Als Wechselgeld (von immerhin 50 Kronen) erwartete ich einen nicht minder großen Schein und war ziemlich verdutzt, als mir die Frau eine zwei-Euro-Stück ähnliche Münze gab. Ich hoffte auf die Ehrlichkeit der Menschheit (die Frau hätte mir auch einen Metallknopf zurückgeben können – ich hätte es nicht gemerkt), ließ die Münze in die Tasche fallen und verließ das Schnellrestaurant. Erst später stellte ich fest, dass auf der Münze eine winzig kleine 50 stand. Jetzt verbringe ich die Nachmittage in meinem neuen Zuhause und lerne Münzen auswendig …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 19, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 19, 2010

FSJ in Nicaragua

Endlich grünes Licht!

Als ich Ruth aus Nicaragua von meiner Idee erzählte, wurde sie ganz aufgeregt. Ich warnte sie aber, sich nicht zu früh zu freuen. Ich hatte ja noch nicht einmal der Städtepartnerschaftsbeauftragten von unserer Idee erzählt. Außerdem wusste ich, dass man die Bürokratie in Deutschland nicht unterschätzen sollte. Ich versprach ihr jedoch, noch am selben Tag ins Internet-Café zu gehen und an das Erlanger Rathaus eine E-Mail zu schicken. Das war im Oktober 2008.

Eine Zeit des Bibberns und Daumen-Drücken begann. Lange hörten wir nichts aus Deutschland. Vergebens ging ich Tag für Tag meine Mails checken. Erst anderthalb Monate später erzählte mir meine Mutter am Telefon, dass den Verantwortlichen der Städtepartnerschaft meine Idee gefiel, doch dass es so aussähe, als ob es zu teuer wäre und, dass man einen offiziellen FSJ-Träger finden müsste, der die Organisation und die Kosten übernähme.

Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, bekamen wir im Juni 2009, ein paar Tage bevor ich aus Nicaragua abreiste, grünes Licht. Es hatte geklappt! Ruths Jubel war unbeschreiblich. Endlich waren die Monate der Ungewissheit vorbei. Ihr Leben hatte wieder eine Perspektive. Und was für eine!

Neben einigen Privatpersonen und anderen Institutionen, wie der VHS und den Erlanger Stadtwerken, hatte sich die Neustädter Kirchengemeinde mit ihrem Dritte Welt Laden dazu bereit erklärt, Träger des FSJs zu werden und sich somit an den Hauptkosten zu beteiligen. Und eine Familie aus unserem Freundeskreis freute sich darauf, Ruth für ein Jahr als ihr Gastkind bei sich aufzunehmen.

So reiste ich aus Nicaragua mit dem Wissen ab, dass ich in drei Monaten meine beste Freundin aus San Carlos schon wieder sehen würde. So fiel mir der Abschied nicht ganz so schwer.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 18, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 18, 2010

FSJ in Tschechien

Check out Czech (1)

Bevor ich meine neue Heimat im Alleingang unsicher machen wollte, las ich mir noch einmal die wichtigsten Tschechisch-Sätze zum Auswendiglernen durch. Mein Reiseführer war zwar etwas merkwürdig und fand Sätze wie „bitte etwas gegen Durchfall!“ wichtiger als etwa die Frage „Sprechen Sie Englisch?“, doch es gelang mir bald ein paar brauchbare Phrasen sicher wiederzugeben.

Dann machte ich mich an die Währung. Ein Euro sind in etwa 25 tschechische Kronen. Das ist zu viel für Mathe-Minimal-Könner wie mich. Wohl eine Viertelstunde lang saß ich am Schreibtisch und tippte. Tippte wirre Zahlen in den Taschenrechner und dividierte, multiplizierte, subtrahierte und addierte alles mit 25. Als ich plötzlich Zahlen im zweistelligen Tausenderbereich erhielt, war ich so verzweifelt, dass ich kurz daran dachte, den Tipp meines alten Mathelehrers aus der siebten Klasse anzuwenden: „Rechnet einfach alles mal Pi.“

Irgendwann setzte mein eher praxisorientierter als logischer Menschenverstand ein und sagte mir: Du gehst jetzt los, komme, was da wolle. Also zog ich, einen Geldschein in der Tasche, von dem ich nicht wusste, ob ich ihn auf drei oder 120 Euro schätzen sollte, in die Stadt und fühlte mich bestens gewappnet! Ein Trugschluss, wie sich später herausstellte …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 13, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 13, 2010