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FSJ in Nicaragua

Warum nicht auch ein FSJ für Nicas?

In einem meiner ersten Blogs „Nur drei aus Millionen Geschichten (Teil 1)“ hatte ich von meiner besten Freundin Ruth berichtet. Auf Grund eines Rechtschreibfehlers in ihrem Abiturzeugnis – sie hatten ihren Nachnamen Benavidez am Ende mit „s“ anstelle von „z“ geschrieben – war das Dokument ungültig geworden. Da sie leider nicht das Geld zur Korrektur des Fehlers hatte, konnte sie nun schon das dritte Jahr nicht studieren, sondern arbeitete bei ihrer Tante als Hausmädchen und verdiente umgerechnet circa 20 Euro im Monat.

Jedes Mal, wenn sie mir davon erzählte, wie gerne sie Psychologie studieren wollte, aber anstelle dessen nur als Putzfrau und Nanny arbeiten konnte, wurde ich wütend und traurig über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Irgendetwas müsste ich doch wenigstens für sie tun können.

Als wir eines Tages über ihre Zeit in Deutschland sprachen – sie hatte 2008 ein Stipendium für einen dreiwöchigen Jugendaustausches mit der Stadt Nürnberg bekommen – und sie mir sagte, dass es ihr Traum sei, eines Tages zurückzukehren, kam mir eine Idee. Warum eigentlich gingen immer nur Erlanger Jugendliche für längere Zeit nach Nicaragua? Warum kam nicht auch ein Sancarleño oder eine Sancarleña für ein Jahr nach Deutschland? Sollte eine Partnerschaft nicht auf Gegenseitigkeit beruhen? Außerdem konnte so ein FSJ doch gar nicht so teuer sein. Bezahlen müsste man doch eigentlich nur den Flug, das Visum, eine Versicherung und ein bisschen Taschengeld. Also mehr als 3.000 Euro konnte das Ganze nicht kosten, dachte ich mir.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 11, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 11, 2010

FSJ in Tschechien

Wer bin ich eigentlich und was mache ich hier überhaupt?!

Ein Freiwilligendienst an einer Grundschule in Tschechien? Wie geht das denn?
Ganz einfach: Über kulturweit und das Goethe-Institut Prag, das mich an die Schule vermittelte. Und dort stehe ich jetzt, mal in der ersten, mal in der dritten Klasse, spreche kein Wort Tschechisch, ein wenig Englisch und total überflüssigerweise ziemlich gut Italienisch und Französisch.

Ich war mehr als einmal höchst erleichtert, „nur“ die Sprachassistenz zu sein, das heißt, ich muss keinen eigenständigen Unterricht machen (das wäre ja auch völlig unmöglich so ganz auf Deutsch). Und doch: In der Klasse 3B stehe ich regelmäßig alleine vor meinen 18 Schützlingen und dann heißt es, improvisieren! Erklär mal Mathefußball und Eckenrechnen mit Händen und Füßen!

Oft stehe ich auch einfach daneben und versuche dem Unterricht zu folgen. Das ist nicht ganz einfach, denn jeden Moment kann es heißen: Paní uèitelka! – Inga macht jetzt dies und das mit euch. Dann stürmen plötzlich mindestens acht Kinder auf einmal auf mich zu, umarmen mich irgendwo auf Kniehöhe und erwarten etwas von mir. Was, das ist mir vollkommen schleierhaft, schließlich habe ich nichts von der vorangegangenen Erklärung auf Tschechisch verstanden. Meistens zähle ich dann mit den Kindern auf Deutsch, bis ich endlich annähernd weiß, was in etwa getan werden soll.

So sieht die muttersprachliche Assistenz an einer Grundschule aus und so, oder ähnlich, werde ich wohl die nächsten zwölf Monate verbringen. Aber irgendwann, so hoffe ich, werde ich zumindest die Arbeitsanweisung auf Tschechisch verstehen …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 7, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 7, 2010

FSJ in Nicaragua

Wie soll es jetzt weitergehen?

Während ich in Nicaragua war, hatte ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie es nach meinem Freiwilligendienst weitergehen sollte. Lateinamerikawissenschaften studieren oder doch lieber eine Ausbildung zur Tanztherapeutin machen? Oder sollte ich mich gar für ein völlig anderes Studium wie Orientalistik entscheiden?

Das Wirrwarr in meinem Kopf hatte sich nach meinem Freiwilligen Sozialen Jahr nicht etwa gelegt (wie ich gehofft hatte), sondern war nur noch größer geworden. Nach langem Überlegen war ich zu dem Entschluss gekommen, erst einmal ein Praktikum im Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Erlangen zu machen. So würde ich einen Blick hinter die Kulissen der Partnerschaftsarbeit zwischen San Carlos und Erlangen werfen können. Und danach hoffentlich wissen, ob dieser Arbeitsbereich etwas für mich wäre und dementsprechend vielleicht auch mein Studium wählen.

Mit Conni, der Städtepartnerschaftsbeauftragten, hatte ich verabredet, dass ich erst circa zwei Wochen nach meiner Ankunft in Deutschland mit dem Praktikum beginnen sollte, damit ich zuvor ein wenig Zeit zum Eingewöhnen in der vertrauten und doch so fremden Heimat hätte.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 6, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 6, 2010