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FSJ in Nicaragua

Im Drogenstaat Mexikos

An meinem letzten Wochenende in Mexiko beschloss ich einen Freund in Morelia, Michoacán, zu besuchen. Alonso war vor zwei Jahren ein Austauschschüler in Deutschland gewesen und während dieser Zeit hatten wir uns angefreundet. Erikas Familie hatte mir zwar von meiner Reise abgeraten, da Michoacán als der Drogenstaat Mexikos gilt, doch der Wunsch, meinen alten Freund endlich wieder zu sehen, war größer als die Angst vor den Narcos (Drogenmafia). Als ich am Busbahnhof in Morelia ankam, wartete bereits ein grinsender Alonso auf mich und begrüßte mich mit den Worten: „Hey Alter!“ Lachend schloss ich ihn in die Arme.

Nachdem wir mein Gepäck nach Hause gebracht hatten, aßen wir schnell etwas und machten uns dann fertig, um abends noch wegzugehen. Alonso hatte mir angekündigt, dass er ein paar Freunde eingeladen hatte, mit uns eine Karaoke-Bar zu besuchen. Wir setzten uns auf den Balkon der Kneipe, von wo aus man eine wunderschöne Sicht über die ganze Stadt hatte.

Es wurde ein unglaublich witziger Abend. Ich traute mich zwar nicht, ein Lied zu singen, da es nur mexikanische Schlager zur Auswahl gab, die ich nicht kannte, doch Alonso und seine Freunde lieferten sich einen Wettbewerb nach dem anderen, während sie von der gesamten Bar angefeuert wurden.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 9, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 9, 2010

FSJ in Tschechien

Der letzte Tag

Die Sonne strahlt fröhlich vom Himmel, geradezu als wolle sie unserem Jahrgang zum Abitur gratulieren. Die Glocken läuten und ihr Klang wird vom Wind weiter getragen und ist in der Ferne noch zu hören. Nach einem bewegenden Gottesdienst strömt ein Zug feierlich gekleideter Abiturienten aus der Kirche, hier und da ein Blitzlicht und schon bewegt sich die Kolonne gen Schule, um die Entlassung der Abiturienten 2010 zu feiern.
Die schon im Vorfeld gefürchteten Grußworte des Direktors, des Bürgermeisters, der Eltern- und Schülervertretung fallen zur Überraschung aller lebendig und humorvoll aus. Auch die Hippie-Rede unserer Jahrgangsstufenleitung über sein eigenes Abitur ruft lautes Gelächter hervor. Und dann ist es soweit: Mein Name wird aufgerufen. Zwei Treppenstufen auf die Bühne, ein freundliches Lächeln vom Direktor, der mir eine wundervolle blaue Zeugnismappe entgegenhält, kurz innegehalten fürs Foto, dann zur Jahrgangsstufenleitung, ein fester Händedruck und eine nett überreichte Rose, Applaus, zwei Treppenstufen wieder hinunter, das war’s. Unspektakulär, aber ein einschneidendes Erlebnis.

Der restliche Vormittag ist dem Sektempfang und den Gratulationen gewidmet, man unterhält sich viel freier und ausgelassener als es sonst zwischen Lehrern und Schülern üblich ist. Das Gruppenfoto wird unter der sengenden Mittagssonne zur Qual, aber irgendwann ist auch diese allerletzte schulische Hürde genommen und die Wege trennen sich. Zumindest bis zum Abend, denn dort wird ausgelassen und glücklich der Abiball zelebriert. Zwölf Stunden später sind 13 Jahre Schule endgültig vorbei und der ein oder andere blickt nun leicht verkatert in Richtung Zukunft.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 8, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 8, 2010

FSJ in Nicaragua

Die letzte Puppe

 Gespannt, was das Fest noch alles mit sich bringen würde, setzte ich mich neben Erika an den uns zugewiesenen Tisch. Bald schon begann der Showmaster die Feier, indem er die Quinceañera und ihre Familie vorstellte. Nachdem das Geburtstagskind ein selbstgeschriebenes Lied zu Ehren ihrer Eltern mit zaghaftem Stimmchen zum Besten gegeben hatte, folgten zwei Tänze, eine Hip-Hop- und eine Salsa-Choreografie, die sie zusammen mit vier Jungen einstudiert hatte. „Das ist ein allseits bekannter Brauch“, erklärte mir Erikas Mutter. „Jede Quinceañera muss sich auf irgendeine Art präsentieren. Die meisten machen dies tanzend.“

Bei diesen Vorstellungen hatten sich Erika und Laura ziemlich gut zurückgehalten. Als jedoch dem Geburtstagskind ihre „letzte Puppe“ als Zeichen dafür, dass die Kindheit nun vorbei sei, übergeben wurde, grinsten sich die zwei Schwestern verstohlen an. Nachdem ihrer Cousine auch noch ein glitzernder Zauberstab und ein kleines Plastikdiadem überreicht und sie mit den Worten „Nun bist du die Schönheit des Abends“ zur Prinzessin gekürt worden war, hielten die zwei es nicht mehr aus und prusteten hinter vorgehaltener Hand los. Allerdings brachte sie der warnende Blick der Mutter schnell zum Schweigen. Auch der Vater fügte hinzu: „Lasst sie doch! Vielleicht ist das für unseren Geschmack zu kitschig, aber es ist ihr Fest!“

Nachdem der offizielle Teil der Feier vorüber war, begann die Band zu spielen. Von Salsa über Merengue bis zu Reggaeton war alles dabei und alle tanzten bis in die frühen Morgenstunden. So wurde es doch noch für alle eine schöne Fiesta.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 6, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 6, 2010