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FSJ in Nicaragua

Man muss es positiv sehen

Während der nächsten Tage kümmerte sich Erikas Mutter rührend um mich, wie es Christians Mama auch schon in Honduras getan hatte. Und obwohl es mir schlecht ging, war ich glücklich, so viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit zu erfahren. Ich war zwar etwas enttäuscht, dass ich nicht mit einigen meiner Freundinnen aus Deutschland durchs Land reisen konnte, so wie wir es eigentlich geplant hatten. Aber ich versuchte, es positiv zu sehen. So hatte ich die Möglichkeit das alltägliche Leben einer mexikanischen Familie kennen zu lernen. Und ich würde immer wieder nach Mexiko kommen können, um die touristischen Orte zu besuchen.

Das neu verschriebene Antibiotikum tat dann seine Wirkung. Bald schon ging es mir sehr viel besser. Der Appetit kam zurück und nach einigen Tagen fühlte ich mich nicht mehr so schwach. Nach und nach konnte ich immer mehr essen, auch wenn ich noch mit den scharfen, mexikanischen Köstlichkeiten aufpassen musste.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 22, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 22, 2010

FSJ in Tschechien

Die Abifahrt — Ein geplantes Desaster II

Während der Zugfahrt zum grandiosen Ziel unserer Abifahrt  (siehe letzter Blog) wurden wir genau 32 Minuten lang von einer Horde höchst unglaubwürdig und skeptisch dreinschauender Mitreisender angestarrt. Wir müssen schon fast kriminell ausgesehen haben, wie wir völlig durchnässt, mit bergehohem Gepäck aus höchst verdächtigen Plastik- und Mülltüten, verzweifelt versuchten, die Minifahrradgurte der Bahn mithilfe unserer Gummischnüre zu verlängern, um den Fahrrädern eine halbwegs sichere Position zu verschaffen.

Nach zehn Minuten und drei Stationen weiter (d.h. dreimal bremsen und viermal anfahren!) waren wir schließlich soweit, dass kein Fahrgast sich von unseren Rädern mehr bedroht fühlen musste und sogar noch ein kleiner Gang in der Mitte übrig blieb. Die folgenden vierzehneinhalb Minuten verbrachte ich damit, eine inflationäre Anzahl von Tickets aus dem Automaten zu ziehen, damit auch ja keiner von uns (die Räder eingerechnet) schwarzfuhr. So blieben mir noch sage und schreibe siebeneinhalb Minuten Zeit, um eine Strecke zu genießen, für die wir mit dem Fahrrad glatt vier Stunden gebraucht hätten. Das war schon leicht deprimierend.

Früher oder später kamen wir doch endlich am heiß begehrten See an, erfreuten uns einer Regenpause, in der wir rasch unser Zelt aufbauten, und verkrochen uns schnell in das Zeltinnere um einer weiteren Regendusche zu entgehen. Während der äußerst kühlen Nacht musste ich dann aber feststellen, dass mein Zelt weniger regendicht und wasserfest war als gedacht. Selten habe ich so erbärmlich geschlottert und gefroren - und das im Juni! Kaum zu glauben, doch tags darauf knallte die Sonne derart vom Himmel, dass unser Zelt nicht nur innerhalb von Minuten trocken wurde, sondern wir uns allesamt einen Sonnenbrand holten. Glücklich beschlossen wir, einen weiteren Tag im herrlichem Sonnenschein zu genießen, was uns ohne Wettervorhersage prompt zum Verhängnis wurde: In der folgenden Nacht regnete es wieder! So viel zum Thema  „Wir zelebrieren unser Abi …“

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2010
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jun 21, 2010

FSJ in Nicaragua

Aus seinen Fehlern lernen

Als ich schließlich nach drei Tagen strikter Diät zum Arzt zurückkehrte, um die Blutergebnisse abzuholen, saß er mit besorgter Mine da. Als ich ihn fragte, ob er denn jetzt wisse, was das Problem sei, antwortete er: „Meine Güte, du hast ja wirklich einen ganzen Zoo in dir“.

Ich schaute ihn verständnislos an, sodass er diese Bemerkung genauer erklärte. Ich erfuhr, dass ich anscheinend verschiedene Mikroorganismen im Blut hatte, darunter drei Arten von Salmonellen. Als er mich fragte, ob ich mir das erklären könne, erzählte ich ihm, dass ich in Nicaragua unter teilweise sehr schlechten hygienischen Bedingungen gelebt hatte und außerdem Leitungswasser und Kuhmilch getrunken hatte. Er schaute mich daraufhin entsetzt an.

Deutsche Ärzte hatten mich vor meiner Abreise gewarnt. Dummerweise hatte ich aber die Ratschläge der Fachleute ignoriert und einer anderen Freiwilligen geglaubt, die diese Warnungen nur als „übertrieben“ abgewertet hatte. Naja, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und aus seinen Fehlern lernen, dachte ich. Eine Sache wusste ich: Während meines nächsten Nicaraguaaufenthaltes würde ich ein bisschen besser aufpassen.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 16, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 16, 2010