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FSJ in Tschechien

Die Abifahrt — Ein geplantes Desaster II

Während der Zugfahrt zum grandiosen Ziel unserer Abifahrt  (siehe letzter Blog) wurden wir genau 32 Minuten lang von einer Horde höchst unglaubwürdig und skeptisch dreinschauender Mitreisender angestarrt. Wir müssen schon fast kriminell ausgesehen haben, wie wir völlig durchnässt, mit bergehohem Gepäck aus höchst verdächtigen Plastik- und Mülltüten, verzweifelt versuchten, die Minifahrradgurte der Bahn mithilfe unserer Gummischnüre zu verlängern, um den Fahrrädern eine halbwegs sichere Position zu verschaffen.

Nach zehn Minuten und drei Stationen weiter (d.h. dreimal bremsen und viermal anfahren!) waren wir schließlich soweit, dass kein Fahrgast sich von unseren Rädern mehr bedroht fühlen musste und sogar noch ein kleiner Gang in der Mitte übrig blieb. Die folgenden vierzehneinhalb Minuten verbrachte ich damit, eine inflationäre Anzahl von Tickets aus dem Automaten zu ziehen, damit auch ja keiner von uns (die Räder eingerechnet) schwarzfuhr. So blieben mir noch sage und schreibe siebeneinhalb Minuten Zeit, um eine Strecke zu genießen, für die wir mit dem Fahrrad glatt vier Stunden gebraucht hätten. Das war schon leicht deprimierend.

Früher oder später kamen wir doch endlich am heiß begehrten See an, erfreuten uns einer Regenpause, in der wir rasch unser Zelt aufbauten, und verkrochen uns schnell in das Zeltinnere um einer weiteren Regendusche zu entgehen. Während der äußerst kühlen Nacht musste ich dann aber feststellen, dass mein Zelt weniger regendicht und wasserfest war als gedacht. Selten habe ich so erbärmlich geschlottert und gefroren - und das im Juni! Kaum zu glauben, doch tags darauf knallte die Sonne derart vom Himmel, dass unser Zelt nicht nur innerhalb von Minuten trocken wurde, sondern wir uns allesamt einen Sonnenbrand holten. Glücklich beschlossen wir, einen weiteren Tag im herrlichem Sonnenschein zu genießen, was uns ohne Wettervorhersage prompt zum Verhängnis wurde: In der folgenden Nacht regnete es wieder! So viel zum Thema  „Wir zelebrieren unser Abi …“

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2010
Autor: Inga
Rubrik: studium
Jun 21, 2010

FSJ in Nicaragua

Aus seinen Fehlern lernen

Als ich schließlich nach drei Tagen strikter Diät zum Arzt zurückkehrte, um die Blutergebnisse abzuholen, saß er mit besorgter Mine da. Als ich ihn fragte, ob er denn jetzt wisse, was das Problem sei, antwortete er: „Meine Güte, du hast ja wirklich einen ganzen Zoo in dir“.

Ich schaute ihn verständnislos an, sodass er diese Bemerkung genauer erklärte. Ich erfuhr, dass ich anscheinend verschiedene Mikroorganismen im Blut hatte, darunter drei Arten von Salmonellen. Als er mich fragte, ob ich mir das erklären könne, erzählte ich ihm, dass ich in Nicaragua unter teilweise sehr schlechten hygienischen Bedingungen gelebt hatte und außerdem Leitungswasser und Kuhmilch getrunken hatte. Er schaute mich daraufhin entsetzt an.

Deutsche Ärzte hatten mich vor meiner Abreise gewarnt. Dummerweise hatte ich aber die Ratschläge der Fachleute ignoriert und einer anderen Freiwilligen geglaubt, die diese Warnungen nur als „übertrieben“ abgewertet hatte. Naja, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und aus seinen Fehlern lernen, dachte ich. Eine Sache wusste ich: Während meines nächsten Nicaraguaaufenthaltes würde ich ein bisschen besser aufpassen.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 16, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 16, 2010

FSJ in Nicaragua

Die Zwieback-Apfelmus-Diät

Besorgt schilderte Erikas Mutter dem Arzt meine Symptome. Der hörte ihr aufmerksam zu, konnte aber für den Moment auch nichts anderes machen, als mir für den darauf folgenden Tag einen Termin zur Blutabnahme zu geben. Er wolle ein großes Blutbild erstellen, erklärte er. So blieb mir nichts anderes übrig, als schlafen zu gehen und den nächsten Morgen abzuwarten.

Als mich meine Freundin um sieben weckte, fühlte ich mich elender als zuvor. Während ich die Treppen zum Bad hinaufstieg, wurde mir plötzlich ganz schwindelig, so dass ich mich auf die Stufen setzen musste. Nachdem ich zittrig vom Duschen zurückgekommen war, machten wir uns schließlich auf den Weg zur Praxis. Sobald mir die Arzthelferin Blut abgenommen hatte, setzte sich der Doktor zu uns und erklärte mir, dass mein Magen anscheinend sehr gereizt sei und deshalb „entgiftet“ werden müsse. So dürfe ich innerhalb der nächsten drei Tage ausschließlich Zwieback, Apfelmus und Atole (einen Reiswasserbrei) essen.

Zum Schluss verabschiedete er sich mit den Worten: „Übermorgen sehen wir uns wieder. Dann habe ich deine Blutwerte, die uns hoffentlich weiterhelfen werden. Gute Besserung!“

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 14, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 14, 2010