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FSJ in Nicaragua

"La Grotta"

Mein Kumpel Christian erzählte mir, dass er mich gleich an meinem ersten Abend in die „Grotta“, den bekanntesten honduranischen Club, einladen wollte. Nachdem ich mich für ein paar Stunden hingelegt hatte, begann ich mich für die große Party zurecht zu machen. Während ich meine glitzernden Stöckelschuhe anzog, musste ich beim Gedanken lächeln, was wohl meine deutschen Freundinnen zu diesem Outfit sagen würden. Während meines Freiwilligen Sozialen Jahrs in Nicaragua hatte ich mich langsam daran gewöhnen müssen, dass die „Latinas“ sich etwas mehr „aufbrezeln“ als meine deutschen, eher alternativen, Freundinnen.

Als ich endlich fertig war, machten wir uns auf den Weg zur „Grotta“. Vor dem Club wartete bereits eine lange Schlange. Während wir aus Christians Sportwagen ausstiegen, sah ich, wie jede/r Einzelne genau von den Türstehern begutachtet wurde, bevor er oder sie in die Disko hineingelassen wurden. Christian jedoch marschierte geradewegs an all den wartenden Leuten vorbei, wechselte ein paar Worte mit den Securities und zog mich ohne etwas zu bezahlen in die „Grotta“ hinein. Auf meinen erstaunten Blick hin antwortete er mir nur: „Alles was du in Honduras brauchst, sind Connections!“

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Apr 6, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Apr 6, 2010

FSJ in Nicaragua

Kulturschock Honduras

Mein eigenes Haus, mit Bad und allem drum und dran! Ich konnte es nicht fassen! Ich war nicht weit von der nicaraguanischen Grenze entfernt und doch war alles so anders! Auf der einen Seite war Christians Familie so nett und herzlich, wodurch ich mich von Anfang an wie zu Hause fühlte. Und es war auch schön, endlich wieder warmes Wasser zum Duschen zu haben, ohne Kakerlaken und Riesenspinnen zu leben und mehr als nur Reis mit Bohnen zu essen.

Aber auf der anderen Seite war alles so anders und irgendwie vermisste ich Nicaragua mit seinen Menschen, die kleinen Straßen mit den bunt gestrichenen Häuschen, den großen See und die Sonnenuntergänge, einfach alles. Es war ein ganz komisches Gefühl, plötzlich in eine so wohlhabende Gesellschaft geworfen zu werden. Der kleinste Komfort erschien mir wie der größte Luxus. Allein die Tatsache, dass es ein richtiges Dach gab und keine Wellblechdecke, durch die es hineinregnete, kam mir wie etwas Besonderes vor.

Irgendwie hatte ich nie einen richtigen Kulturschock erlebt, als ich nach Nicaragua gekommen war. Ich hatte mich ja schon durch Bilder und Berichte anderer Freiwilliger darauf eingestellt gehabt, aber so plötzlich wieder in dieser reichen Welt zu sein, von einem Tag auf den anderen, das war etwas ganz anderes. Jetzt wusste ich, was ein Kulturschock war. Ich steckte mittendrin.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 31, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 31, 2010

FSJ in Nicaragua

"Krass!"

„Das ist Izmenia, unser Hausmädchen.“, erklärte mir Christian und deutete auf die kleine dunkelhäutige Frau, während er den Sportwagen neben einem großen Truck und einem weiteren schicken Auto parkte. „Lass uns erst einmal reingehen, dann zeige ich dir alles weitere“, schlug er vor, während er mir die Tür aufhielt. Staunend und mit offenem Mund folgte ich ihm ins Haus, das im Kolonialstil gebaut wurde. Ich war fasziniert von den vielen Bildern, die an verschiedenfarbigen Wänden hingen, den weichen Samtsesseln und der dunklen, eleganten Wohnzimmereinrichtung.

Da kamen uns auch schon Christians Eltern entgegen, die zwei wahrscheinlich nettesten Menschen von ganz Honduras. Strahlend umarmten sie mich zur Begrüßung und wie es schon ihr Sohn getan hatte, hießen sie mich auch mit den Worten willkommen, dass ihr Haus ebenso auch mein Haus sei.

Als wir gemeinsam auf die Terrasse traten, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Da stand doch tatsächlich eine richtige Minibar. „Krass!“, war alles, was ich herausbrachte. Christian und seine Familie lachten bei meinem erstaunten Gesichtsausdruck. „Hier veranstalten wir oft Feste zu Weihnachten oder Silvester“, erklärte mir Christians Mutter. „Das letzte Mal hatten wir über 200 Leute zu Gast. Es gab Kellner, Essen und Getränke für alle. Auch dieses Jahr wollen wir eine große Party schmeißen. Und wenn du willst, bist auch du herzlich eingeladen!“, fügte sie lächelnd hinzu.

„Aber was rede ich überhaupt? Jetzt zeigen wir dir erst einmal dein Haus“, sagte sie und zeigte auf ein weiteres, etwas kleineres Haus, das im Garten stand.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 26, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Mar 26, 2010