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Freiwilligendienst im Ausland

Berufsziel unbekannt?

Nun bin ich seit über vier Monaten hier in Frankreich. Immer wieder werde ich gefragt, wie es nach meinem Freiwilligendienst für mich weitergehen soll. Es wird Zeit, eine Antwort auf diese Frage zu finden!
Mich interessieren sehr viele verschiedene Studienrichtungen. Von Politikwissenschaft über Europäische Studien oder Frankoromanistik bis hin zu Kommunikationswissenschaften – ich habe über alles nachgedacht. Wichtig sind mir aber auch gute Berufsperspektiven. Seit anderthalb Jahren komme ich immer wieder zu dem Ergebnis: Am meisten könnte ich mich für den Studiengang Psychologie oder aber für Ressortjournalismus begeistern.
Aber wie soll ich mich nun entscheiden? Weil ich in Frankreich bin, kann ich mich leider nicht mal eben in eine Vorlesung setzen oder einen Infotag an meiner Wunsch-Uni besuchen. Daher habe ich nun noch einmal im Internet recherchiert, mich mit einer Psychologiestudentin ausgetauscht und telefonisch an einer Studien- sowie einer Berufsberatung teilgenommen. Jetzt weiß ich endlich: Ich möchte Psychologie studieren!
Für psychologische Themen interessiere ich mich schon immer – und mit dem Studium steht mir ein weites Tätigkeitsfeld offen: Von Coaching und Supervision über Personalmanagement bis hin zu Marktforschung. Ein bisschen mulmig ist mir zwar bei dem Gedanken, dass ich auch viel Statistik haben werde, dafür bin ich auf die Allgemeine Psychologie sowie Module zu Sozial- und Entwicklungspsychologie umso gespannter. Außerdem steht mir noch die Entscheidung für einen Studienort bevor: Erlangen, Regensburg oder Bamberg? Ich bin sehr gespannt, wohin es mich verschlägt.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  20.03.2019

Freiwilligendienst im Ausland

Wie im Schullandheim

Vergangene Woche habe ich drei Tage in einer Jugendherberge in einem 32-Einwohnerdorf verbracht – zusammen mit einer Gruppe anderer Freiwilliger aus der Region. Im Rahmen eines Seminars unserer Trägerorganisation standen Gespräche über unsere Erfahrungen als Freiwillige, politische Debatten und verschiedene Spiele auf dem Programm.
So wurden wir als Gruppe beispielsweise am zweiten Tag vor die Aufgabe gestellt, ohne jegliche Hilfsmittel eine Schnur zu überqueren, die auf Kopfhöhe zwischen zwei instabilen Stelzen gespannt war. Und obwohl dies erst unmöglich schien, fanden wir nach einiger Zeit tatsächlich eine Methode, mit vereinten Kräften alle Teilnehmer auf die andere Seite zu bringen.
Das Interessanteste war jedoch die Gruppe selbst, denn hier kamen ganz unterschiedliche Menschen zusammen. So nahm beispielsweise ein junger Mann mit einer leichten geistigen Behinderung am Seminar teil. Außerdem lernten wir einen französischen Freiwilligen kennen, der mit 22 bereits zweifacher Vater ist. Eine andere Freiwillige hatte Frankreich noch nie verlassen und war sehr an den Erfahrungen der internationalen Freiwilligen interessiert.
Außerdem waren mehrere Mädchen aus dem Elsass beim Seminar dabei: Diese Region im heutigen Frankreich gehörte zeitweise zu Deutschland. Daher spricht man dort neben der Amtssprache Französisch auch Elsässisch, das dem Deutschen sehr ähnlich ist. Ich war erstaunt, wie viel Elsässisch ich verstehen konnte und nutzte die Gelegenheit, mich mit den Freiwilligen über die deutsche und die französische Kultur auszutauschen.
Letztlich habe ich das Seminar mitten in der Natur sehr genossen – besonders während der gemeinsamen Mahlzeiten kam eine ausgelassene Stimmung auf, die mich an frühere Aufenthalte im Schullandheim erinnerte.

Freiwilligendienst im Ausland

La langue française

Ich liebe die französische Sprache! Mein Schlüsselerlebnis war ein kurzer Schüleraustausch in der Mittelstufe: Zehn Tage genügten, um meine Faszination für die elegante, flüssige Aussprache und den schnellen Sprechrhythmus des Französischen zu wecken. Endlich ergaben die auswendig gelernten Vokabeln und die mühsam gepaukte Grammatik einen Sinn! Seitdem war mir klar, dass ich wenigstens einmal für ein paar Monate in Frankreich leben möchte.
Dieser Traum ist jetzt Wirklichkeit: Dank meines Freiwilligendienstes hier in Troyes ist es ganz normal für mich geworden, Französisch zu sprechen! Ob bei der Arbeit, in der WG oder auch nur beim Bäcker oder beim Arzt. Es ist wahnsinnig toll zu wissen, dass ich mich nach so kurzer Zeit relativ sicher in einer anderen Sprache zurechtfinde.
Gleichzeitig kann es manchmal auch frustrierend sein, von morgens bis abends mit einer Fremdsprache konfrontiert zu sein: Obwohl ich regelmäßig Komplimente für mein „gutes Französisch“ bekomme, muss ich doch häufig nachfragen, wenn Kollegen sehr schnell oder sehr leise sprechen. Auch mit meiner Aussprache hapert es noch gelegentlich und ab und zu fehlen mir einfach noch Wörter.
Deshalb besuche ich einen Sprachkurs. Dieser hat mit dem Französischunterricht am Gymnasium überhaupt nichts gemein, denn Schulbücher, Hausaufgaben und Vokabelabfragen gibt es hier nicht. Stattdessen sind die Unterrichtsstunden vor allem kulturell sehr interessant, denn die Teilnehmer stammen aus aller Welt und sind in allen Altersklassen vertreten. Diskussionen und Debatten gestalten sich in einer solchen Gruppe unheimlich spannend, denn es kommen sehr viele verschiedenen Sichtweisen und kulturelle Prägungen zum Ausdruck.
Für das Ende meines Freiwilligendienstes habe ich mir übrigens ein persönliches Ziel gesetzt: Im Juni möchte ich ein DALF-Sprachzertifikat ablegen, um meine Französischkenntnisse auch offiziell nachweisen zu können.

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  18.02.2019
Autor: Anna
Rubrik: auszeit nach dem abi
18.02.2019