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Barrierefrei promovieren!

Wieder in der Universität

Seit 2011, als ich meinen Magisterabschluss erworben hatte, sitze ich kaum noch in der Universität. Ich gehe regelmäßig zum Doktorandenseminar, das schon. Außerdem habe ich Unterricht bei einem stark sehbehinderten Dozenten, der speziell auf die Bedürfnisse sehschwacher Personen ausgerichtet ist. Aber im Großen und Ganzen habe ich seitdem kaum noch an Lehrveranstaltungen teilgenommen.

Deshalb fühlt es sich merkwürdig an, als ich plötzlich wieder, im Rahmen eines dreitägigen Blockseminars, in der Uni sitze. Stundenlang, weil ich ein Seminar zur Wissenschaftssprache besuche.

Mir fällt die Akustik auf in diesem Raum, wo die Stimmen nicht dumpf zu hören sind, sondern fast ein bisschen hallen. Mir klingt der Gong in den Ohren, mit seiner Tonfolge, die mich früher durch mein Studium begleitet hat. Ja, die gesamte Atmosphäre – alles so vertraut und gleichzeitig alles so weit weg …

Ich habe beschlossen, verschiedene Angebote zu nutzen, solange das noch geht. Das heißt, solange ich noch immatrikuliert bin. Da kann ich weiterhin Kurse in der Christlichen Publizistik mitnehmen, beispielsweise zu journalistischen Grundformen. Oder in der Buchwissenschaft noch einmal meine Kenntnisse zu rechtlichen Aspekten zu vertiefen und auf den aktuellen Stand zu bringen.

Für das kommende Semester habe ich mehrere Seminare ausgewählt, die mir helfen können, mein berufliches Profil zu schärfen. Um später bei Bewerbungen mit einer besseren Grundlage anzutreten.

So gesehen ärgert es mich fast, wie viel ich in den letzten Jahren habe liegen lassen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 17, 2015

Barrierefrei promovieren!

Verdammt

Angefangen hat es damit, dass ich die ganze Nacht über zur Toilette rennen musste. Dann vermutete mein Freund, dass ich Fieber hätte. Ich war mir da nicht so sicher. Aber wie sich dann zeigte, hatte er recht – als Arzt hatte er die richtige Diagnose gestellt, während ich das Fieber noch gar nicht so fühlte. Darüber kann ich lächeln, aber insgesamt bin ich gefrustet. Ich fühle mich ans Bett gefesselt, habe Kopf- und Gliederschmerzen. Sobald ich aufstehe und ein paar Meter laufe, wird mir schwindelig. Und wenn ich an Essen nur denke, steigt die Übelkeit in mir hoch. Meine Mutter sagte einmal: „Es gibt für dich keine schlimmere Qual, als untätig herumzusitzen.“ Das stimmt genau!

Ich wollte weiter arbeiten, die Auswertungen der Interviews für meine Doktorarbeit voranbringen. Stattdessen kann ich praktisch nichts tun. Und so etwas ärgert mich. Weil es mir unendlich schwer fällt, mich mit dieser Situation zu arrangieren. Schließlich wird die Arbeit davon nicht weniger. Ich fühle mich gestört, aufgehalten und frage mich, wann ich das, was ich jetzt versäume, eigentlich nachholen soll …

Dann ärgert es mich, dass ich solche Gedanken überhaupt habe. Keine Ahnung, woher dieser Virus kommt, aber mein Körper braucht jetzt wohl eine Pause. Die hole ich mir doch sonst auch, ich arbeite schließlich nicht rund um die Uhr.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 17, 2015

Barrierefrei promovieren

Sprachbarrieren

Barrieren gehen nicht immer auf eine Behinderung zurück, auf eine körperliche Schwäche oder ungünstig ausgebauten Raum. Im Gegenteil, es gibt noch eine Menge mehr. Vor ein paar Wochen im Doktorandenseminar kam ich deswegen so richtig ins Staunen. Da stellte, wie in diesem Rahmen üblich, eine Doktorandin ihre Arbeit vor. Sie berichtete über den chinesischen Buchmarkt.

Die Erlanger Buchwissenschaft, muss ich dazu sagen, pflegt vielfältig Kooperationen mit ähnlichen Studiengängen aus China. So hat unsere Lehrstuhlinhaberin eine Reihe von jungen Menschen nach Deutschland geholt, die dort studieren oder jetzt auch promovieren. Trotz der Sprachbarrieren, die damit verbunden sind.

Die chinesische Doktorandin hielt ihren Vortrag und ich war schwer beeindruckt. Ist doch das Studium in einem fremden Land schon Herausforderung genug. Aber nein, dann auch noch die Dissertation …

Das bedeutet weit mehr, als ich mir vorstellen kann. Aber sie präsentierte sich gut. Drückte sich klar verständlich aus, noch dazu auf einem wissenschaftlichen Niveau, das etliche Deutsche nicht erreichen. Bei der anschließenden Diskussion vergewisserte sich die Doktormutter, nachdem sie eine Anmerkung oder einen Einwand vorgebracht hatte, jedes Mal: „Verstehen Sie?“

Das rührte mich, aber das war auch schon alle Unterstützung, welche die Doktorandin in ihrer speziellen Situation erhielt. Und ich finde, dass sie sich verblüffend gut geschlagen hat.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 10, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 10, 2015