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Erschöpfung ... und Arbeit

Mehr als eine Stunde täglich kann ich nicht arbeiten. Das ist wenig, wenn ich mir überlege, dass sich etliche Projekte auf meinem Schreibtisch stapeln. Darunter so schwergewichtige wie meine Dissertation.
Aber andererseits, für jemanden, der gerade wegen Depressionen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, geht das doch in Ordnung. Eine Stunde pro Tag. Weiter sollte ich es im Moment nicht treiben. Im Gegenteil: In der Klinik ist mir empfohlen worden, mich die nächsten sechs Wochen noch zu schonen. Andere Patienten können mir da eine Warnung sein. Leute, die sich verhalten wie zuvor, sobald sie wieder in ihrem Alltag stecken. Und diesen Fehler machen offenbar einige.
In meinem Fall würde dazu gehören, dass ich wie früher zu viel arbeite. Was wiederum bewirken könnte, dass die Erschöpfung, wie ich sie jetzt noch erlebe, erst in einem Jahr abgeklungen ist.
Also vorsichtig sein ... Dann dauert es nur sechs Monate, bis ich die Depressionen überwunden habe. Im Idealfall. Richtig heilen lässt sich das ja nicht, nur das Rückfallrisiko verringern. Oder die Intensität, wenn die Depressionen noch einmal ausbrechen sollten.
Und meine Dissertation? Wie lange kann ich sie hinauszögern? Wann ist das empirische Material veraltet?
Ich hatte eine Reihe von Fragen, deshalb bat ich meine Betreuerin um ein Gespräch. Während meiner Therapie hatte sie erfahren, dass ich krank bin. Ich musste mich ja abmelden für das Doktorandenseminar und eine Bestätigung aus dem Krankenhaus schicken. Den Grund für meinen Ausfall kannte sie noch nicht ...

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 11, 2014

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Ein gutes Team

Ich spreche jeden an, der mir einfällt. Bitte Freunde und Bekannte, wiederum bei anderen nachzufragen. Wer könnte sich vorstellen, Interviews für mich abzuschreiben? Ich erkläre, wie viel ich dafür bezahlen könnte. Und wie die Arbeit im Einzelnen aussehen soll.

Aber das Problem ist die Zeit. Die meisten lehnen ab, weil sie nicht wissen, wann sie das noch machen sollen. Und klar, dafür habe ich Verständnis. Ich kenne das ja selber: viel zu viel zu tun. Die Doktorarbeit ist nicht das einzige große Projekt, bei dem ich bestehen muss. Zurzeit sitze ich außerdem an einem längeren Bericht über einen blinden Sportler. Und ich schreibe an einer umfangreichen Biographie. Da bin ich für jede Entlastung dankbar.

Mein Freund hat von Anfang an gesagt, dass er mich bei der Doktorarbeit unterstützen möchte. Aber er kommt nicht so gut mit der Aufgabe zurecht, die Interviews alleine abzutippen. Dann wird das nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Doch plötzlich hatte ich eine andere Idee: Er könnte das Diktiergerät bedienen. So müsste ich nicht immer mit den Händen vom Computer zum Diktiergerät hin und her wechseln, sondern ich halte die Finger auf der Laptoptastatur. Und sage zu ihm, während wir die Aufnahme durchlaufen lassen: „Stopp.“ Oder, wenn ich etwas nicht richtig verstanden habe: „Fünf Sekunden zurück.“ Auf diese Weise kann ich ununterbrochen tippen. Ich habe noch zwei, drei Worte im Kopf und höre schon die nächsten, weil mein Freund bereits auf Play drückt. Wir treiben uns gegenseitig an. Ob ich damit viel gewinne?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 12, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 12, 2014

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Soll ich aufhören?

Ich schätze, dass jeder Doktorand früher oder später den Punkt erreicht, an dem er sich fragt, ob er aufhören soll. Oder anders ausgedrückt: wie lange er noch durchhalten kann. Und zu welchem Zweck? Seit drei Jahren arbeite ich an meiner Dissertation. Zwei weitere liegen noch vor mir, nehme ich an. Bisweilen kommt mir dieses Projekt vor wie ein Berg, den ich nicht überwinden kann. Dann wieder wünsche ich mir, ich hätte ein anderes Thema gewählt. Aber ich denke, es gehört dazu, dass ich mich ab und zu auch genervt, gelangweilt oder überfordert fühle.

Außerdem ist das Problem ein anderes: die Finanzierung. Ich promoviere extern. Das heißt, dass ich nicht, wie einige andere, ein sicheres Einkommen als wissenschaftlicher Mitarbeiter habe. Und ich habe auch kein Stipendium.

Ich verdiene mein Geld auf anderen Wegen. Zum Beispiel, indem ich mir als Biographin etwas aufbaue. Aber das kostet Zeit und Kraft, genau wie die Doktorarbeit. Beides zusammen ist mir manchmal zu viel. Hier und da komme ich ein Stück voran, aber in keinem Bereich so sehr, wie ich es mir wünsche. Am Ende fühle ich mich unzufrieden und beginne, an mir selbst zu zweifeln ...

Ja, es gibt solche Tage, die mich zu der Frage führen, ob ich aufhören soll. Aber es gibt auch bessere Phasen, in denen ich davon überzeugt bin, das Richtige zu tun. Nur mit einem Doktortitel habe ich die Möglichkeit, einen Lehrauftrag zu bekommen. Es wäre schön, wenn ich an Fachhochschulen unterrichten könnte. Und das ist nicht das Einzige, wofür ich kämpfe.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 15, 2014