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Ich ersticke in Texten

Inzwischen habe ich 33 Interviews geführt. Manche dauern zwei Stunden, andere nur 20 Minuten. So komme ich bis jetzt vielleicht auf 30 Stunden Material, das ich abschreiben und auswerten muss. Und weitere Interviews werden folgen.

Ich erinnere mich an einen Aufsatz von Ilse Südmersen, den ich zur Vorbereitung gelesen habe: „Hilfe, ich ersticke in Texten!“ Genau so, wie es dieser Titel sagt, fühle ich mich zur Zeit. Und ich habe keine Ahnung, wie ich das bewältigen soll. Die Auswertung wird viel zu viel zu viel ... Während mich gleichzeitig schon die Transkription, also das Abschreiben der Interviews überfordert.

Wenn es gut geht, schaffe ich in einer Stunde acht Minuten. Umgerechnet bedeutet das, dass ich für ein Interview von 45 Minuten sechseinhalb Stunden benötige, bis ich alles von einer Audio- zu einer Textdatei übertragen habe. Wie lange ich mich hinsetzen muss, um 30 Stunden Material aufzuarbeiten, darüber denke ich besser gar nicht nach.

Aber wer hat gesagt, dass eine Dissertation Zuckerschlecken ist? Andere Doktoranden verbringen Wochen oder Monate in Archiven, um Quellen zu sortieren. Ich kenne auch eine Promovierende, die über 1.300 Fragebögen ausgewertet hat; pro Stück waren es 14 Seiten Fragen.

Kein Grund, mich zu beklagen. Ich habe dieses Los freiwillig gewählt, also muss ich da jetzt durch. Trotzdem fühle ich mich wie von einer schweren Last erdrückt. Und habe deswegen versucht, jemanden zu finden, der mich beim Abschreiben der Interviews unterstützen könnte.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 9, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 9, 2014

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Ausgebrannt

Seit Wochen habe ich keinen Blogbeitrag geschrieben. Aber es war nicht die Zeit, die mir dafür gefehlt hat, sondern die Gesundheit. Ich bin krank geworden. So sehr, dass ich fast zwei Monate in einer Klinik verbringen musste. Ausgebrannt, sagen manche dazu. Andere würden formulieren: geistesgestört. Ich muss zugeben, dass ich selbst lange Zeit so gedacht habe. Und – schlimmer noch – auch so empfand.

Ich bekam einen Nervenzusammenbruch. Nicht nur, aber auch wegen meiner Dissertation. Ich hatte mich klar überarbeitet. Durch die Erwartungen, die ich mir gegenüber hatte. Und die sich dann, in den vergangenen drei Jahren, immer weiter nach oben schraubten. Übersteigerte Ansprüche an mich. An das, was ich leisten kann, trotz oder gerade wegen meiner Behinderung. Konkurrenzfähig sein mit den Sehenden, egal zu welchem Preis.

Aber wie lange geht so etwas gut? Und was bedeutet das für meine Doktorarbeit? Zunächst ein Semester, in dem ich weitgehend ausfalle. Heute, nach dem Klinikaufenthalt, kann ich pro Tag eine Stunde arbeiten. Dann spüre ich wieder, wie erschöpft ich bin. Und höre auf. Sage mir: Mach morgen weiter.

Früher habe ich mich nie so verhalten. Ich habe gearbeitet wie verrückt, obwohl meine Belastungsgrenze schon lange erreicht gewesen war. Denn ich wollte immer mehr.

Auf der psychosomatischen Station habe ich allerdings gelernt, auf mich zu achten. Meine Grenzen zu erkennen, zu akzeptieren und sofort nein zu sagen, wenn mir etwas zu viel wird oder ich einfach nur dringend eine Pause brauche.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 3, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 3, 2014

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Was ist das Richtige für mich? (Teil 3)

Ich dachte wirklich, die Ausbildung bei Silke Heimes wäre das richtige für mich. Aber dann bekam ich eine E-Mail von Frau Heimes, die meine Euphorie schnell wieder dämpfte. Ich hatte angefragt, ob ich als Biographin an ihrer Ausbildung teilnehmen könnte. Und sie erwiderte, dass ihr Angebot nur für Leute offen steht, die bereits über therapeutische Grundkenntnisse verfügen und eine entsprechende Ausbildung nachweisen können.

Das konnte ich nicht. Also war ich mit meiner Suche nach der richtigen Ausbildung so weit wie zuvor. Was konkret bedeutete, dass ich zwei Option hatte: Das Institut für Entspannungstechniken und Kommunikation oder den Raum für Sozialkunst.

Es sei denn, ich könnte noch warten. Denn Silke Heimes hatte zudem geschrieben, dass sie eine weitere Ausbildung ausarbeiten würde, die dann auch für mich infrage käme. Allerdings sollte die drei Jahre dauern. Und noch stand nicht fest, wann sie zum ersten Mal beginnen würde.

So gesehen, war die Entscheidung für mich schon gefallen. Zumindest die, dass ich nicht zu Silke Heimes gehen kann. Denn ich möchte meine verschiedenen Ausbildungen beendet haben, wenn die Doktorarbeit abgeschlossen ist. Damit ich dann, unbelastet von anderen Aufgaben und Terminen, ins Berufsleben starten kann. Das wird voraussichtlich 2015 sein. Mittlerweile fürchte ich, es könnte noch länger dauern, bis die Dissertation bewältigt ist. Und dann noch ein, zwei Jahre in einer Ausbildung stecken? Dann bin ich 32 Jahre alt, bevor ich damit fertig bin. Nein, das wäre zu spät.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 28, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 28, 2014