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90 Prozent – Teil 2

Es lagen wirklich ein paar schwierige Stunden vor mir. Denn zum ersten Mal seit der Disputation im Januar 2018 würde ich mich mit meiner Doktormutter treffen.
Ich war schrecklich nervös, wie eigentlich immer, wenn ich einen Termin bei ihr wahrnehme. Und hinterher frage ich mich meistens, warum ich mich innerlich so aufgeregt habe.
Diesmal wollten wir die letzte Etappe einläuten. Also klären, wann ich die Dissertationsschrift zur zweiten Überprüfung abgeben muss. Das hängt davon ab, wie viel Zeit sie für die Durchsicht braucht und wie voll ihr Kalender bereits ist.
Inzwischen gäbe es für mich noch unerwartet viel zu tun. Ständig fallen mir im Manuskript irgendwelche Schwächen und Fehler auf. Von vorne bis hinten werde ich den Text noch einmal durchlesen. Laut aussprechen, damit ich höre, wo etwas holprig klingt. Und vor allem, um unverständliche Passagen zu bereinigen.
Außerdem hat sich zuletzt für blinde Buchnutzer einiges verändert. Sowohl juristisch als auch technisch sind Fortschritte erzielt worden, die ich nicht übergehen möchte. Sonst wäre meine Doktorarbeit, kaum dass sie öffentlich zugänglich ist, in etlichen Punkten bereits veraltet.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  15.03.2019
Autor: Daniela
Rubrik: beruf & karriere
15.03.2019

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90 Prozent - Teil 1

An manchen Tagen, während ich an meiner Doktorarbeit feile, fühle ich mich restlos überfordert. Mir liegen die beiden Gutachten vor, in denen Stärken und Schwächen der abgegebenen Version erläutert werden. Jetzt darf ich meine Arbeit erweitern, sogar ein paar Kapitel neu hinzufügen, aber auch kürzen.
Erst einmal habe ich mir gedacht: „Ach, okay. Das ist ja nicht so schlimm.“ Und beschlossen, dass ich mir durchaus ein paar Monate Pause gönnen kann. Ich brauchte Abstand von allem, was mit meiner Dissertation zusammenhing. Außerdem wollte ich mich um andere Projekte kümmern, die ich in letzter Zeit eher vernachlässigt hatte. Und mir natürlich eine unterhaltsame Freizeit gestalten.
Doch rückblickend würde ich jedem davon abraten, so vorzugehen. Frische Luft mag gut sein, aber hinterher wird es stickig. Und ich komme in Bedrängnis, nachdem ich den Aufwand unterschätzt habe. Überdies kosten die einzelnen Schritte deutlich mehr Zeit, als ich erwartet hätte.
So laufen mir die Tage davon. Wenn ich meine überarbeitete Fassung nicht rechtzeitig einreiche, kann ich mich von der Urkunde und dem Doktortitel verabschieden. Denn insgesamt bleibt mir nur ein Jahr. In diesem Rahmen muss alles erledigt werden. Mit einigen Stolpersteinen habe ich allerdings nicht gerechnet. Zum Beispiel, wie viele Internetseiten, die im vergangenen Herbst noch online standen, heute nicht mehr aufzurufen sind.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  27.12.2018

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Zeit und Raum - Teil 2

In die Erlanger Universitätsbibliothek zu kommen, solange ich dort ein bestelltes Buch abholen könnte, ist mir nicht immer möglich. Ich bin an vielen Orten in Deutschland unterwegs, habe in Erlangen keine Wohnung mehr und deshalb gelingt es mir nicht jedes Mal, die vorgegebenen Fristen einzuhalten.
Als sich wieder einmal abzeichnete, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde, rief ich in der Bibliothek an. Ich hatte einen Mitarbeiter in der Leitung, der mir gerne helfen wollte. Er buchte das Medium aus, als hätte ich es ausgeliehen. Dann legte er es im Lesesaal für mich zurück, wo ich es jederzeit abholen könnte. Doch ich kam weiterhin nicht dazu, in die Bibliothek zu gehen.
Meine Leihfrist lief allerdings bereits ab. Sie verkürzte sich mit jedem Tag, den ich verstreichen ließ. Deshalb rief ich erneut an und bat um eine weitere Verlängerung. Allerdings hatte ich einen anderen Zuständigen am Ohr, der mir erklärte: „Nein, so etwas machen wir nicht. Stellen Sie sich vor, was das für ein Durcheinander wäre, wenn das alle Studierenden wünschen würden. Wie viele Bücher wir herumliegen hätten …“ Selbst der Hinweis, dass mir ein Kollege den Gefallen getan hatte, brachte mich nicht weiter. Es gäbe hier keine Ausnahme.
Zu meiner Überraschung stellte sich dann aber heraus, dass ich bei Fernbestellungen nicht nur eine Woche, sondern zehn Tage Zeit bekam, um das Buch abzuholen. Damit war mein Problem vorerst gelöst.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  26.10.2018