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Bachelor live

Budenschleuder

Kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so berüchtigt für ihren Wohnungsmarkt wie München. Zwar lebe ich erst zehn Monate in dieser Stadt, bin seitdem aber schon zweimal umgezogen. Der dritte Umzug muss in weniger als einem Monat erfolgen. Der Grund dafür ist, dass ich bisher immer nur Mietverträge bekommen habe, die auf kurze Zeit befristet waren. Seit etwa zwei Monaten bin nun wieder auf der Suche, habe zwischen 50 bis 100 Anfragen geschrieben und saß vielleicht bei 15 Leuten im Wohnzimmer – bisher ohne Erfolg. Ich habe das Umziehen gründlich satt: der Aufwand, die Verpflichtungen und die finanzielle Belastung durch Kautionen, die man ewig nicht zurückbekommt. Man kommt auch nie richtig an, wenn man schon beim Einzug überlegt, ob es sich überhaupt lohnt, Bilder aufzuhängen.
Daher durchstöbere ich Zeitungsanzeigen, Facebook-Gruppen und Wohnungsbörsen auf der Suche nach einer langfristigen Bleibe. Ein privat organisierter Newsletter namens Budenschleuder macht mir Hoffnung. Zweimal in der Woche erhalte ich eine Sammelmail mit unzähligen Gesuchen und Angeboten. Dort entdeckte ich ein Angebot: 4,5 Zimmer für 1,5 Jahre, gute Lage, guter Preis. Eigentlich suche ich nur ein WG-Zimmer und möchte keine neue WG gründen. Aber eine Kommilitonin von mir sucht auch gerade ein Zimmer und zur Not findet man hier binnen weniger Stunden weitere Mitbewohner.
Und was kostet der ganze Spaß? Ein Vergleich: Durchschnittlich kostet ein Münchner WG-Zimmer im Monat ungefähr so viel wie eine geräumige und zentrale Zwei-Raum-Wohnung in meiner Heimatstadt Halle/Saale. Dafür sind die grünen Wiesen des Englischen Gartens und die Isar nur einen Steinwurf entfernt. So ist das wohl im begehrten München.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Sep 13, 2018

Bachelor live

Wie ich einen chinesischen Namen bekam

Bald beginnt mein Auslandssemester an einer Universität der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Ich habe bereits mein Flugticket gekauft, Kontakt zu einer taiwanesischen Studentin aufgenommen und ein Zimmer im Wohnheim reserviert. Also habe ich schon einiges geschafft. Trotzdem habe ich noch viel zu tun: Ich muss Kurse finden, die zu meinem Studiengang passen und von meiner Heimatuniversität abgesegnet werden. Außerdem muss ich mich um mein Visum kümmern.
In dieser Woche habe ich es auch mal geschafft, in mein Chinesischbuch zu schauen. Bei der Gelegenheit habe ich direkt nachgeguckt, wie man meinen chinesischen Namen ausspricht. In meinem Bewerbungsformular für die Universität konnte ich ankreuzen, ob ich einen chinesischen Namen habe oder meine Universität mir einen geben sollte. Mein neuer Name kam dann mit der Reservierungsbestätigung für mein Wohnheimzimmer. In der E-Mail standen hinter meinem deutschen Namen zwei chinesische Zeichen. Ich habe bereits versucht, sie abzuzeichnen, aber so ganz hat das nicht geklappt.
Die beiden Zeichen habe ich dann aus der E-Mail herauskopiert und in einen Onlineübersetzer eingefügt, der sie mir anschließend vorsprach: „Ma-xihn“. Vermutlich ähneln diese beiden chinesischen Zeichen am ehesten „Marie“. Ich hoffe nur, dass ich meinen chinesischen Namen nicht während meiner ersten Tage in Taiwan in ein Formular eintragen muss – denn das bekomme ich noch nicht hin.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Sep 11, 2018

Bachelor live

Eine Frau auf der Baustelle - Teil 2

Nach der anfänglichen Aufregung, was im Praktikum auf der Baustelle auf mich zukommen würde, fand ich mich schnell in die Gruppe ein.
Ich begleitete einen Arbeiter fast jeden Tag auf eine andere Baustelle. So unterschiedlich die Baustellen waren, so verschieden waren auch die Aufgaben, die ich dort bekam. Manche erschienen zuerst recht einfach. Beispielsweise sollte ich Lehm mit der Schubkarre transportieren, doch nach der etwa zwanzigsten Ladung protestierten meine Arme und Beine. Kein Wunder, ich hatte inzwischen eine Tonne Lehm gekarrt und angemischt. In solchen Fällen war ich sehr froh, eine neue Aufgabe zu bekommen, bei der ich andere Muskeln und Fähigkeiten benötigte.
Manchmal strichen wir nur eine Garage oder erneuerten den Sockel einer Mauer. An anderen Tagen ging ich auf große Baustellen mit, bei denen riesige Häuser gebaut oder große Teile von Häusern erneuert wurden. Auf den kleineren Baustellen konnte ich meistens mehr helfen, dafür war auf den großen mehr los.
An einem Tag, an dem ich wenig zu arbeiten hatte, ging ich mit dem Oberpolier (Chef) der Baustelle mit, der sich mit dem Architekten und Gerüstbauer traf. Außerdem unterhielt ich mich recht lang mit ihm und anderen Arbeitern. Aufgrund seiner Berufserfahrung hat der Oberpolier mir einige Sachen erzählen können, die ich für meine Zukunft hilfreich fand.
Ich fand die Arbeit sehr anstrengend und war nach Feierabend immer erschöpft. Ich kann mir vorstellen, dass man robuster wird, wenn man mehrere Monate auf einer Baustelle arbeitet, aber für mich waren die paar Wochen sehr kräftezehrend. Deshalb musste ich mir auch mehrfach Sticheleien anhören. Zum Teil konnte ich sie nachvollziehen – ich hielt deutlich weniger aus als die Männer. Für das, was sie leisten, haben sie sich meinen Respekt verdient.

Autor: Pia  |  Rubrik: studium  |  Sep 7, 2018