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Bachelor live

Rasende Reporter aus aller Welt

Vor einigen Monaten bin ich zufällig auf eine Ausschreibung des British Council gestoßen, das jedes Jahr rund 100 Nachwuchsjournalisten aus der ganzen Welt für eine zweitägige Konferenz auswählt. Mir blieb nicht viel Zeit bis zum Bewerbungsschluss, deshalb habe ich einfach eine Reportage, die ich zuvor bereits veröffentlicht hatte, ins Englische übersetzt und eingesandt. Als ich die Zusage bekommen habe, konnte ich mein Glück kaum fassen!
Die Konferenz „Future News Worldwide“ findet jedes Jahr in Edinburgh statt – diesmal im schottischen Parlament. 100 Nachwuchsjournalisten aus mehr als 50 Ländern trafen sich dort. Wir alle haben in unseren Ländern so verschiedene Erfahrungen mit Medien gemacht und haben es mit völlig unterschiedlichen Medienlandschaften zu tun.
Auch ging es für jeden um andere Herausforderungen: Für mich stellt sich zum Beispiel die Frage, wie Onlinejournalismus rentabel gemacht werden kann und welche Risiken und Chancen soziale Netzwerke im Journalismus bieten. Andere, in deren Heimatländern Facebook eine noch größere Rolle spielt als bei uns, wollten eher lernen, wie sie die Plattform zur Verbreitung ihrer Texte nutzen können. Und wieder andere löcherten die Leiterin einer Organisation, die Journalisten juristische Unterstützung in Ländern bietet, in denen die Pressefreiheit nicht gewährleistet ist.
Dadurch, dass wir alle bei denselben Vorträgen und Workshops waren, konnte sich jeder mit Fragen beschäftigen, die man sich vielleicht noch nicht selbst gestellt hatte, die jedoch global eine Rolle spielen. Mich hat zum Beispiel sehr beschäftigt, dass die gelebte Pressefreiheit der deutschen Medienlandschaft für viele Menschen auf der Welt ein unerreichbarer Luxus ist.

Doch trotz aller Unterschiede hatte ich gleich am ersten Abend das Gefühl, dass uns Nachwuchsjournalisten aus aller Welt etwas verbindet: Wir interessieren uns alle für Geschichten und vor allem für jene, die noch nicht erzählt wurden

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  18.07.2018

Bachelor live

Wer wird unsere "Sophie"?

Im ersten Semester fand ich Medienwissenschaft ganz schön staubig, schließlich hatten wir zunächst eine Menge Grundlagenmodule: Wie wurde der erste Film aufgenommen? Welche Rolle spielte das Radio im Ersten Weltkrieg? Oder warum verglichen manche Wissenschaftler Medien zuerst mit Prothesen? Mäßig spannend. Wer aber die Grundlagenmodule einmal hinter sich gelassen hat, wird bald merken, dass sich gerade in der Medienwissenschaft viele Seminare auf hochaktuelle Themen beziehen.
Noch einmal ganz anders fühlt sich das Studium an, wenn Praxiskurse integriert sind. Das ist nicht immer der Fall, war für mich aber einer der Gründe, warum ich mich für ein Studium in Bonn entschieden habe: Hier werden Kurse zu den Themen Videodreh, Radioproduktion, Fotografie und Onlinemedien angeboten. Wir suchten uns jeweils zwei Kurse aus, wobei ich mich für Onlinemedien und Videodreh entschieden habe.
In meinem Videodreh-Kurs steht nun ein fiktionales Projekt an. Das Thema: die Bücherei. Weil die größte Bibliothek unserer Uni ein Jubiläum feiert, ist es unsere Aufgabe, ein thematisch passendes Videoprojekt umzusetzen. Unsere Idee steht schon, aber verraten möchten wir sie bislang noch nicht. Nur so viel: Wir haben versucht, ein Klischee zu finden und dieses zu brechen, und sind schon ganz gespannt, wie der Film ankommen wird.
Für einen Videodreh muss man jede Menge organisieren. Die Location war mit der Bibliothek recht schnell gefunden, die Ausrüstung leihen wir uns vom Uniinstitut aus. Aber mindestens genauso wichtig sind Schauspieler, in unserem Fall eine Schauspielerin. Denn abgesehen von einem Jungen, der nur kurz auftaucht, ist „Sophie“ die einzige Figur in unserem Drehbuch.
Wer sollte nun „Sophie“ spielen? Von unserem Dozenten bekamen wir den Ratschlag, im Internet ein Gesuch einzustellen. Da wir keine Gage zahlen können, hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich viele Bewerberinnen melden würden. Umso mehr habe ich mich über die drei Bewerbungen gefreut, die uns erreichten. Wir wussten recht schnell, wer die richtige sein würde, als die Fotos vor uns lagen – unsere Schauspielerin passt perfekt! In den nächsten Wochen wird noch am Drehbuch gefeilt, bevor dann der Dreh losgeht – jetzt wird’s spannend.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  13.07.2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
13.07.2018

Bachelor live

Sommerzeit

Sonnenschein, warmes Wetter, Zitroneneis und der Duft von Sonnencreme in der Luft – es ist offiziell Sommer und alles fühlt sich besser, einfacher und leichter an. Mein Sommer in Frankfurt plätschert vor sich hin und ich zähle die Tage bis zu meinem Auslandsaufenthalt. Es sind nur noch wenige Wochen bis mein Traum endlich in Erfüllung geht! Am 26. August werde ich losfliegen und Korea entdecken.
Neben dem Visa-Paket habe ich jetzt auch das Handbuch, die Info-Blätter und die Eckdaten meiner Gast-Uni erhalten. Die einzigen noch zu erledigenden Dinge sind medizinische Kontrollen, die Kurs-Belegung und die Wohnheims-Bewerbung. Während meiner verbleibenden Zeit in Deutschland stehen noch eine Klausur und die Auflösung meiner Heidelberger Wohnung an. Momentan schaue ich in heller Vorfreude viele Videos über Korea, die dortige Street-Food-Szene und das Uni-Leben an, um einen ersten Einblick zu bekommen, was auf mich zukommt.
Auch hat sich eine persönliche Änderung ergeben, denn ich werde wider Erwarten als Single nach Seoul gehen: Mein Freund und ich haben uns vor einigen Wochen getrennt. Leider haben wir es doch nicht geschafft, eine Beziehung zwischen Tür und Angel, zwischen so vielen Ereignissen und Plänen aufrechtzuerhalten. Schon seit meiner Bewerbung für das Auslandssemester war klar, dass ich weggehen würde. Dass zuhause kein Freund mehr auf mich warten wird, musste ich erst einmal verarbeiten. Denn natürlich ist es schön, eine Bezugsperson zu haben, die Sicherheit und Kontinuität vermittelt, wenn man sich plötzlich an einem anderen Ort mit anderen Umständen wiederfindet. Das fällt für mich nun erstmal weg aber im Umkehrschluss gewinne ich dafür Freiheiten: Ich muss mich nicht melden, muss niemanden vermissen und kann mich von Erwartungen lösen. Es wird anders als gedacht, aber anders bedeutet nicht schlecht. Ich bin bereit für die Herausforderung und egal was kommt – am Ende wird es sicher gut.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  12.07.2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
12.07.2018