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Bachelor live

Seminarleitung

Seit dem Abitur war ich auf vielen Seminaren, etwa dem Vorbereitungsseminar für meinen Auslandsaufenthalt, dem Zwischenseminar, dem nach der Heimkehr, deutsch-tschechischen Begegnungen oder auch Theaterworkshops. Neulich sollte ich nun zum ersten Mal selbst ein Seminar leiten. Die Organisation, mit der ich einst in Tschechien war, suchte jemanden, der den zukünftigen Freiwilligen die tschechische Landeskunde näherbringen kann. So verschlug es mich ins ferne Wiesbaden.
Das Vorbereitungsseminar war bereits in vollem Gange, als ich eintraf. 80 junge Menschen auf einem zehntägigen Seminar – eine Mordsorganisation. 26 von ihnen werden nach Indien gehen, 20 nach Australien und zwölf in europäische Länder. Zwei der letzteren Gruppe haben Tschechien zum Ziel und für diese bin ich zuständig. Doch die eine hatte Abiball und nur der andere war da.
Am nächsten Morgen um 9 Uhr ging es los. Ich war gut vorbereitet und begann mit einem „Vorurteilscheck“: Tschechen trinken viel Bier? Stimmt! Tschechien ist Osteuropa? Quatsch! Ich brachte meinem Freiwilligen Wissenswertes über die Politik und die Gesellschaft näher und erzählte vom Leben in Tschechien. Und natürlich bekam er ganz viele Tipps: Mit welchen Verkehrsmitteln ist man im Nachbarland unterwegs? Was isst man da drüben?
Am Ende, nach sechs Stunden Seminarleitung mit einem Teilnehmer, hatte ich das Gefühl, dass noch ganz viel zu sagen wäre – und die Gewissheit, dass so ein Seminar mehr Aufwand ist, als es für die Teilnehmer scheint.

Bachelor live

Ostseewellen

Es ist Sommer und der alljährliche Familienurlaub an der Ostsee steht an. Da ich das Meer im vergangenen Jahr sehr vermisste, fahre ich dieses Mal wieder mit. Doch was hat es auf sich mit der Ostsee?
Die Seebäder an der Küste sind schon seit Hunderten Jahren Ziel von Touristen. Zu DDR-Zeiten waren es staatlich organisierte Urlaube, vor allem vom FDGB – dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund – die die Menschen hierher brachten. Viel reisen durfte man nicht und ein Aufenthalt hier war durch die Subventionen des Staates günstig. Manch einer versuchte, über die Ostsee in den Westen zu fliehen, auf Luftmatratzen, in selbstgebauten Booten oder mit eigener Muskelkraft. Nachts wurden die Badestrände deshalb mit Flutlicht ausgeleuchtet und von den Grenzern überwacht. Die meisten Fluchtversuche scheiterten, mehr als 100 Menschen verloren gar ihr Leben. Doch circa 900 schafften über die See den Weg in die Freiheit.
2007 erlangte die Ostseeküste unweit Rostocks auf der ganzen Welt Beachtung, als der Badeort Heiligendamm Tagungsort des G8-Gipfels war. Die Sicherheitsmaßnahmen kosteten Millionen Euro. Die Reporter wurden im nahegelegenen Ort Kühlungsborn untergebracht und reisten mit der Dampflok Molli an.
Heute geben Kühlungsborn, vor allem aber Heiligendamm ein eher trauriges Bild ab. In Heiligendamm leben 300 Menschen. Das gigantische Grand Hotel hat vermutlich mehr Betten als der Ort Einwohner, wechselt alle paar Monate den Besitzer, taumelt von Insolvenz zu Insolvenz. Die wunderschönen Villen direkt am Strand fallen langsam ein. In Kühlungsborn leben 8000 Menschen. Allsommerlich rücken die Urlauber an, vor allem Rentner oder Familien mit kleinen Kindern. Erstere schieben ihre Rollatoren auf der Strandpromenade vor sich hin, an der Verkäufer ramschiger Läden versuchen, die Urlauber zu einem Spontankauf zu verleiten. Dabei ist es eigentlich ein ganz netter Ort. Es stimmt eben doch: Der Tourist zerstört, was er sucht, in dem er es findet.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  07.08.2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
07.08.2017

Bachelor live

Sprachkurse, BWL und mehr

Die meisten Bachelorstudierenden einer Philosophischen Fakultät, kennen den berühmt-berüchtigten Optionalbereich, der an manchen Universitäten anders heißt – Studium integrale oder Studium individuale zum Beispiel. Er ist dafür gedacht, etwas zu lernen, was nichts mit dem Rest deines Studiums zu tun hat. Meist beinhaltet er zwölf Leistungspunkte, was ungefähr vier bis sechs Semesterwochenstunden bedeutet.
Als ich mein Studium begann, fand ich die Idee einfach nur toll! Meine Kommilitonen und ich haben uns oft darüber lustig gemacht, dass wir lieber nur den Optionalbereich studieren wollten. Es sind zum Beispiel Sprachkurse enthalten – von Arabisch über Englisch bis zu Portugiesisch – sowie jede Menge Seminare aus anderen Fachgebieten, beispielsweise aus der Wirtschaftslehre, der Geographie oder den Sprachwissenschaften.
Im ersten Semester wählte ich ein Seminar aus der BWL, nämlich Unternehmensführung. In erster Linie wollte ich damit herausfinden, ob Unternehmenskommunikation ein Bereich ist, den ich mir nach meinem Studium beruflich vorstellen könnte.
Auch im nächsten Semester wird es noch BWL-Kurse geben, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf Lust habe. Ein Spanischkurs wäre schließlich auch cool, oder? Ich habe zwar ein Jahr lang einen Freiwilligendienst in Madrid gemacht, aber akademische Texte zu lesen, fällt mir doch noch schwer – da wäre es super, solche einmal zu üben! Aber auch Arabisch und Französisch finde ich total spannend.
Und jetzt? Wer seinen Optionalbereich einmal mit Leistungspunkten gefüllt hat, kann meist nur in Ausnahmefällen noch weitere Kurse aus dem Angebot belegen. Daher sollte man sich gut überlegen, wie man seine Möglichkeiten nutzen möchte.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  04.08.2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
04.08.2017