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Bachelor live

Zurück nach Hamburg

Nach dem Auswahlgespräch für ein Studium in Brügge, das in Berlin stattfand, flog ich zurück nach Frankreich, ließ aber sowohl meine Motivation als auch meine Französischfortschritte in Deutschland zurück. Die ersten Gespräche auf Französisch waren eine Qual und die Tatsache, dass ich nur noch drei Tage Sprachschule habe, führt nicht dazu, dass ich mich mit Feuereifer ins Lernen stürze. Immerhin belohnt mich das Wetter für meine Mühen und ich unternehme Radtouren an der Loire oder gucke mir eines der vielen Schlösser der Gegend an. Eine Sache ist klar: Ich freue mich schon riesig auf Hamburg und meine Freunde dort. Trotzdem war der Sprachkurs für mich ein voller Erfolg. Auch wenn ich mich manchmal kompliziert ausdrücken muss, kann ich auf Französisch fast alles sagen, was ich sagen möchte, philosophieren, diskutieren und sogar Witze machen.
Was meinen Studienplatz für den Master betraf, war ich total im Ungewissen: Das Ergebnis der Auswahlkommission stand noch aus und ich hatte kein bombensicheres Gefühl. Meine Noten der schriftlichen Examensprüfung standen auch noch aus und insgesamt ich wusste nicht, wie es für mich weitergehen sollte. Aber zurück in Hamburg wich diese Unsicherheit von mir. In meinem gewohnten Umfeld und mit aller Zeit der Welt wurde ich nach dieser auszehrenden Examenszeit langsam wieder ein Mensch.
Und dann kam die E-Mail vom College of Europe, bei dem ich mich beworben hatte. Hastig überflog ich die ersten unbedeutenden Worte, bis meine Augen hängen blieben: „… bieten wir Ihnen einen Studienplatz an“. Yeah! Ich glaub’s nicht, ich hab‘s geschafft! Nach der ganzen Qual, parallel zur Examensvorbereitung die aufwändige Bewerbung zu schreiben, und diesem frustrierenden Bewerbungsgespräch bin ich tatsächlich drin. Das heißt: Keine Ungewissheit mehr, was ich nach dem Examen machen werde. Das heißt: Brügge sehen – hoffentlich ohne sterben.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  May 18, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
May 18, 2017

Bachelor live

Filmpremiere

Am vergangenen Wochenende war es nun so weit: Meine Zeit im Deutsch-Tschechischen Jugendforum, in dem ich nun seit anderthalb Jahren und während meiner gesamten Studienzeit Mitglied war, sollte sich dem Ende neigen. Es fand die Abschlusspräsentation der neunten Amtszeit statt.
Wie immer war es ganz großartig, all die bekannten Gesichter zu sehen. Nach der Ankunft am Donnerstag arbeiteten wir in unseren Arbeitsgruppen an den Abschlusspräsentationen. Am Freitagnachmittag feierten auch unsere fünf entstandenen Kurzfilme der Reihe „Kulturstrudl“ Premiere. Zwei unserer Protagonisten waren extra dafür angereist.
In „Kulturstrudl“ begleiten wir zwei deutsche und drei tschechische Studierende bei ihrem Auslandsstudium im jeweiligen Nachbarland. Tom studiert Spanisch und Tschechisch auf Lehramt und ging von Leipzig nach Prag. Dort vermisst er ordentliche deutsche Blöcke: „Liniert und gelocht!“ Katharina widmet sich in Prag auch weiterhin dem Studium der Westslawistik und der Kulturwissenschaften und klagt über die Qualität des Rahmspinats. Und Petr, Marie und Sarka entern Berlin, Kassel und Regensburg.
Unser Film soll nun auch andere junge Menschen dazu anregen, ein Auslandssemester im Nachbarland zu verbringen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  May 12, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
May 12, 2017

Bachelor live

Mein eigenes Ding

In meiner französischen Gastfamilie fühle ich mich pudelwohl, aber in der Sprachschule komme ich nicht so richtig an. Mit meinen 25 Jahren gehöre ich zu den ältesten der Sprachschüler. Irgendwie finde ich keinen Anschluss und ich fing an, mich einzuigeln. Verstärkt wurde dies durch die Nachricht, dass ich während des Sprachkurses nach Berlin fahren sollte, weil ich zum Auswahlgespräch beim „College of Europe“ eingeladen war, wo ich mich für den Master „European Political and Administrative Studies“ beworben hatte.
Somit versank ich in Gedanken, wiederholte Französischvokabeln und bereitete mich auf das Vorstellungsgespräch vor. Zum Glück war gerade Jahrestag der Gründungsverträge der EU, sodass meine Vorbereitung gemütlich mit Beiträgen des Senders Arte stattfinden konnte. Mit steigender Nervosität sank allerdings auch mein Wille, beim Abendessen neue Gesprächsthemen aufzubringen. Kurzum: Das anstehende Bewerbungsgespräch riss mich ziemlich aus meiner französischen Welt.
Nach zwei Wochen Sprachschule setzte ich mich ins Flugzeug nach Berlin. Ein paar Tagen zuvor hatte ich die Liste meiner Auswahlkommission zugesandt bekommen und musste schwer schlucken: 13 Leute werden vor mir sitzen, darunter acht Professoren – am Morgen vor dem Gespräch schlug mir das Herz bis zum Hals. Zum Glück lieh mir mein Onkel sein Rennrad und ich konnte im Berliner Sonnenschein zum Tagungshotel rasen. Das entspannte mich, genauso wie das Gespräch mit der Frau, die die Kandidaten im Vorraum der Prüfungskommission empfing. Und dann war ich an der Reihe.
In einem riesigen „U“ saßen meine Prüfer vor mir. Sie stellten mir einige Fragen zu meinem Lebenslauf und meiner Motivation, aber auch ein paar Fragen, die man gefühlt nur beantworten kann, wenn man in den vergangenen drei Jahren täglich fünf Zeitungen gelesen hat. Ich wusste die Antwort also nicht immer. So ging es weiter, in häufigen Wechseln zwischen Englisch und Deutsch, auch einer Frage auf Französisch. Die Zeit verging wie im Flug und dann war das Gespräch auch schon vorbei.
Mein Gefühl? Naja. Einige Fragen konnte ich nicht beantworten, dafür habe ich nicht gestottert. Ich bereite mich also auf alles vor.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  May 8, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
May 8, 2017