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Studenenleben live

Wahlbereich 2.0

Nachdem ich mich nun ein Semester lang mit Architektur und Urbanistik beschäftigt habe, studiere ich nun im Wahlbereich Religionswissenschaft und Deutsch als Fremdsprache. Die Module könnten unterschiedlicher kaum sein.
In der Religionswissenschaft besuche ich zwei Vorlesungen. Während erstere eine Ringvorlesung ist, der Professor also bei fast jeder Sitzung ein anderer ist, ist es in der zweiten immer der gleiche. Über diese beiden Vorlesungen, werde ich am Ende des Semesters eine Prüfung schreiben. Es gibt kein ergänzendes Seminar und keine Übung. Bisher beschäftigen wir uns mit den Fragen, was Religion und Pluralisierung überhaupt sind. Antworten haben wir noch nicht erfahren. Es ist echt sehr schön, auch mal mit 100 anderen in einem großen Hörsaal zu sitzen und nicht mit maximal 40, wie es in der Slawistik und der Architekturvorlesung der Fall war.
Am Herder-Institut besuche ich nun ein Modul mit dem schönen Titel „Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache“. In einer Vorlesung und zwei Seminaren befassen wir uns mit Wortbildung und eben Lexikologie. Wer hätte gedacht, das Wörter wie „Blitzeis“, „kultig“ und „Hingucker“ erst zwanzig Jahre alt sind? Bei „Kampfradler“, „Fingerwisch“ (Smartphone) und „Frutarier“ scheint es weniger überraschend, dass sie erst in diesem Jahrzehnt entstanden sind.
Ich finde es außerordentlich interessant, mich nun einmal intensiver mit meiner Muttersprache auseinanderzusetzen und zudem auch ab und an Vergleiche zum Tschechischen ziehen zu können. Und die Dozenten sind auch kompetent – alles in allem eine super Wahlbereichswahl!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 23, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 23, 2016

Studentenleben live

Lernen, lernen, lernen

Eines habe ich aus zwei Semestern Jura mitgenommen: Vorbereitung und Nachbereitung sind Pflicht! Niemand trägt einem in der Uni den Stoff nach oder serviert ihn in gut verdaulichen Häppchen. Also habe ich mir für dieses Semester vorgenommen, fleißig und gewissenhaft zu arbeiten. Tatsächlich funktioniert das auch sehr gut, insbesondere, weil mich die Materie interessiert. Doch ich muss ehrlich sagen: Es ist mehr als gedacht. Ich kann am besten mit meinen eigenen Materialen lernen und deshalb stelle ich mir zu den wichtigsten Fächern nicht nur Lernkarten, sondern ganze Skripte zusammen. Die Basis besteht aus den von Dozenten gestellten Materialen und ich ergänze diese mit weiteren Informationen aus Lehrbüchern. Das ist eine Heidenarbeit, aber für mich ist es die effektivste Lernmöglichkeit. Wie habe ich es nur in den beiden ersten Semestern geschafft, ausschließlich in der Prüfungsphase zu lernen? Kein Wunder, dass ich damals vor Stress durchgedreht bin.
Natürlich gibt es nebenbei noch viele andere interessante Dinge, die spannender sind, als in der Bib zu sitzen. Aber es ist es mir wert, das mal hintenan zu stellen und dafür zu wissen, dass ich in der Prüfungsphase keine schlaflosen Nächte haben werde. Ich lerne aus meinen Fehlern. Könnte es tatsächlich sein, dass ich ein wenig erwachsen werde?
Momentan läuft es auf jeden Fall sehr gut in meinem Leben. Ich hatte mich für die Heidelberger Delegation für die „Harvard Model United Nations“ in Montréal beworben und mich durch den Assessment-Dschungel gekämpft. Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail mit der freudigen Nachricht, dass ich in der Delegation aufgenommen wurde. Im März geht es also nach Kanada! Dort werde ich fünf Tage lang mit Studierenden aus der ganzen Welt die Generalversammlung der UN nachstellen und debattieren, verhandeln und einen Einblick in die internationale Politik bekommen. Ich freue mich sehr darauf und auch darauf, was das Semester noch so bringt!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 22, 2016

Studentenleben live

Von Ahoj zu Czesc

Im dritten Semester der Westslawistik besuche ich nun einen Polnischkurs: Aus Ahoj (Hallo) wird Czesc. Es ist eine wahre Freude. Das Tschechische und das Polnische sind sich sehr ähnlich, das war mir bewusst. Aber, dass ich hinter jede zweite polnische Vokabel noch eine tschechische als Merkhilfe schreiben kann, überrascht mich dann doch. Darüber hinaus ist das Polnische im Gegensatz zum Tschechischen eine außerordentlich entlehnungsfreudige Sprache, es finden sich viele Internationalismen. So habe ich die Hoffnung noch nicht verloren, vielleicht doch bald ein paar richtige Sätze herauszubringen.
Meine Dozentin, die das Lehrwerk selbst geschrieben hat, nach dem sie unterrichtet, kämpft uns gerade durch die Ausspracheregeln. Es gibt gefühlt 75 verschiedene „sch“-Laute und durch die Nasale, die ich ja schon aus dem Französischen kenne, klingt diese Sprache einfach ganz wunderbar weich und rund. Im Kurs sind wir 17 Teilnehmer und der Großteil sind tatsächlich Westslawistikstudierende, teilweise aus dem ersten Semester. Teilweise sind aber auch Leute dabei, die nur im Wahlbereich Westslawistik studieren.
Ich bin nun sehr gespannt, wie es weiter geht mit dem Sprachkurs. Dass ich das Wintersemester 2017 in Breslau im Südwesten Polens verbringen werde, ist freilich ein guter Ansporn zum Lernen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 18, 2016