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Studentenleben live

Personale Identität

Nach dem Urlaub stand wieder Uni auf dem Tagesplan. Hausarbeit eins von zwei ist nun fast fertig, sie muss nur noch Korrekturgelesen und die Leitfrage vom Professor abgesegnet werden. Ich habe mich darin mit der Frage der personalen Identität in verschiedenen Lebensphasen beschäftigt. Zum Beispiel denk man dabei heutzutage vor allen Dingen an Persönlichkeitseigenschaften. Als ich noch auf Heavy Metal stand, war ich doch irgendwie ein anderer, oder? Die philosophischen Fragen sind eher: Inwieweit kann ich zum Beispiel davon sprechen, mit dem Fötus, den meine Mutter in sich trug, identisch zu sein? Oder mit dem Leichnam, zu dem mein Körper einmal werden wird? Kann es sein, dass mein Körper mehrere Personen im Laufe meines Lebens beherbergen wird? Wenn es möglich wäre, Gehirne zu transplantieren: Gehe ich mit meinem Gehirn in den neuen Körper oder bin ich dann gehirnlos?
Intuitiv würden wohl viele Leute auf die letzte Frage antworten, dass sie bei ihrem Gehirn bleiben würden. Aber können wir wirklich wir sein ohne unseren Körper? Ist es denkbar, dass wir unsere Psyche irgendwann auf eine Art Computer kopieren könnten? Ich persönlich denke das nicht, da ich glaube, dass das, was das Ich-Gefühl maßgeblich mitbestimmt, die Empfindung unseres Körpers aus der Erstpersonenperspektive ist.
Ich habe in der Arbeit zwei Ansätze diskutiert. Zum einen die Theorie, dass wir maßgeblich unsere Erinnerungen sind und zum anderen die Theorie, dass wir maßgeblich ein Teil unsere Gehirns sind, nämlich der, in dem Bewusstsein realisiert wird. Beide stoßen allerdings auf Probleme: Erstere Theorie hat die unplausible Folge, dass Alzheimerpatienten in einem späten Stadium andere Personen wären. Und letztere hat zur Folge, dass ein kleiner Teil meines Gehirns ohne Erinnerungen und Empfindungen das wäre, worauf sich der Ausdruck „ich“ bezieht. Aber auch eine Beschränkung auf den Körper ist problematisch, denn unser Körper wird einmal eine Leiche sein. Niemand wird aber behaupten, dass er mal eine Leiche sein wird, sondern eher davon ausgehen, dass er oder sie nicht mehr da ist, wenn die Leiche da ist. Es bleibt also wie immer spannend in der Philosophie.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2016
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Oct 24, 2016

Studentenleben live

Die neue Mitbewohnerin

Meine Mitbewohnersuche war erfolgreich. Eine Französin, die im Rahmen des Erasmusprogramms hier an der RWTH studiert, wird nun hier einziehen und bis zur Rückkehr meines Mitbewohners bleiben, der jetzt für ein Semester zu Forschungszwecken in die USA gereist ist. Sie studiert im siebten Semester Textilingenieurwesen und macht damit unsere Techniker-WG komplett.
Ich habe sie kennengelernt, als ich noch etwas gerädert vom Abend zuvor völlig unvorbereitet durch ihr Klingeln daran erinnert wurde, dass sie vorbei kommen wollte, um den Mietvertrag abzuholen. Zum Glück war mein Mitbewohner schneller an der Tür als ich und so hatte ich wenigstens noch Zeit, mir die Haare zu kämmen. Da sie weder besonders gut Englisch spricht, noch ein Wort Deutsch, musste ich sofort mit meinen Französischkenntnissen rausrücken. Das klappte mal wieder nur so lange gut, bis mein Mitbewohner, der wiederum kein Wort Französisch spricht, sich mit ihr auf Englisch unterhielt. Damit war das Sprachenchaos perfekt, denn der ständige Wechsel zwischen den drei Sprachen machte meinem eh schon nicht ganz fitten Hirn ziemlich zu schaffen. Ich bin aber optimistisch, dass sich daran im nächsten Semester einiges ändern wird. Mit jemand Fremdsprachigem zusammenzuwohnen ist aus meiner Sicht der beste Weg, eine andere Sprache zu lernen und zu üben.
Ich bin also vollends begeistert von der neuen Wohnsituation, obwohl es sehr schade ist, dass mein Mitbewohner erst in einem Semester wiederkommt. An seinem letzten Abend vor der Abreise haben wir darauf angestoßen, dass er ein fantastisches Semester in den USA verbringen wird!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Oct 20, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Oct 20, 2016

Studentenleben live

Vorstellungsgespräch

Vergangene Woche war ich bei einem Vorstellungsgespräch beim Landschaftspflegeverband in Ansbach. Ich hatte viel zusätzliche Zeit eingeplant, um entspannt dorthin zu reisen. Meine Schwägerin wollte mich außerdem fahren und an einem Bahnhof außerhalb von Nürnberg mit dem Auto abholen. Soweit die Planung.
An der U-Bahn-Station wartete ich vergebens auf den gewünschten Zug. Etwa zehn Minuten verspätet fuhr ich mit einer anderen Linie in den Bahnhof ein. Weiter gehen sollte es mit der S-Bahn. Die S-Bahnen in Nürnberg sind meiner Meinung nach ungeschickt ausgeschildert und zudem wird im Mittelgang zu den Gleisen gerade gebaut. Ich zwängte mich also durch die Baustelle und war heilfroh, dass ich auf die Minute genau vor der Tür zu meiner S-Bahn stand. Doch die wollte sich aber nicht öffnen lassen und fuhr schließlich ohne mich los. „Okay, dann nehme ich halt die nächste in 15 Minuten“, dachte ich mir. Leider hatte die nächste S-Bahn zehn Minuten Verspätung und ich wurde langsam ungeduldig. Eine gute halbe Stunde verspätet stieg ich dann ins Auto meiner Schwägerin ein. Fünf Minuten vor dem Vorstellungstermin wurde ich schließlich in Ansbach mit den besten Wünschen rausgeschmissen – an einem Ort, an dem ich noch nie war, und an dem ich mich von meiner besten Seite präsentieren sollte.
Mit pochendem Herzen, aber immerhin rechtzeitig, stand ich vor dem richtigen Zimmer für mein Vorstellungsgespräch. Dieses lief dann auch ganz gut. Landschaftspflege und Naturschutz, Kooperation mit Landwirten und Umweltbildung, darüber konnten wir uns gut unterhalten. Eine Woche lang durften mein Mann und ich ein bisschen davon träumen, vielleicht bald in ein kleines Kaff an der S-Bahnlinie zu ziehen, von wo aus ich nach Ansbach und er nach Nürnberg zur Arbeit fahren könnte. Eine etwas ländlichere Umgebung und vor allem ein Garten, am besten mit Hühnern, wäre nämlich auf kurz oder lang unsere angestrebte Wohnlage. Aber das muss nun doch noch warten. Ich habe die Stelle nämlich nicht bekommen. Das ist schade, ich hätte mir die berufliche Praxis gewünscht und dem Studium vorgezogen. Nun heißt es also wieder auf nach Bayreuth, um den Geoökologiemaster fortzuführen.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Oct 19, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Oct 19, 2016