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Studentenleben live

Liebes Foyer!

Ich mag dich, liebes Foyer im Theater der Jungen Welt, wo ich nun arbeiten darf. Das ist mir schnell klar geworden. Nun will ich es dir auch noch einmal schreiben.
Ich mag, wie du ausschaust. Irgendwie grau und industriell, aber doch auch licht und aufgeräumt. Ich mag, was du bist. Du bist das Zuhause des Einlassers, aber du bist auch Schnittstelle. Schnittstelle zwischen Außenwelt und dem Dschungel des Theaters. Schnittstelle zwischen lärmenden Kindergartengruppen, Postboten, Eltern und eilenden Schauspielern, Inspizienten, ja eben all den durchgeknallten, schwarz gekleideten Menschen, die hier Tag für Tag Theaterwunder vollbringen.
Und nun bin ich einer von ihnen. Ein bisschen zumindest. Und, liebes Foyer, wenn ich so in dir umhergehe, dann wächst in mir der Wunsch, für immer hier zu bleiben. Also vielleicht nicht hier direkt. Nein, das wäre ein wenig unpraktisch, hier zu wohnen. Aber vielleicht ja doch ab und an hinter der Bühne. Oder in einem anderen Foyer.
Liebes Foyer, ich glaube, dass muss dir einfach einmal einer sagen: Du bist toll! Nicht der eitle Bühneneingang oder die kalten Notausgänge. Du bist ein wenig das, was das Theater zum Theater macht. Dafür danke ich dir, wünsche toi, toi, toi für alles weitere und freue mich darauf, noch viele Stunden mit dir verbringen zu können.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 24, 2016

Studentenleben live

Personale Identität

Nach dem Urlaub stand wieder Uni auf dem Tagesplan. Hausarbeit eins von zwei ist nun fast fertig, sie muss nur noch Korrekturgelesen und die Leitfrage vom Professor abgesegnet werden. Ich habe mich darin mit der Frage der personalen Identität in verschiedenen Lebensphasen beschäftigt. Zum Beispiel denk man dabei heutzutage vor allen Dingen an Persönlichkeitseigenschaften. Als ich noch auf Heavy Metal stand, war ich doch irgendwie ein anderer, oder? Die philosophischen Fragen sind eher: Inwieweit kann ich zum Beispiel davon sprechen, mit dem Fötus, den meine Mutter in sich trug, identisch zu sein? Oder mit dem Leichnam, zu dem mein Körper einmal werden wird? Kann es sein, dass mein Körper mehrere Personen im Laufe meines Lebens beherbergen wird? Wenn es möglich wäre, Gehirne zu transplantieren: Gehe ich mit meinem Gehirn in den neuen Körper oder bin ich dann gehirnlos?
Intuitiv würden wohl viele Leute auf die letzte Frage antworten, dass sie bei ihrem Gehirn bleiben würden. Aber können wir wirklich wir sein ohne unseren Körper? Ist es denkbar, dass wir unsere Psyche irgendwann auf eine Art Computer kopieren könnten? Ich persönlich denke das nicht, da ich glaube, dass das, was das Ich-Gefühl maßgeblich mitbestimmt, die Empfindung unseres Körpers aus der Erstpersonenperspektive ist.
Ich habe in der Arbeit zwei Ansätze diskutiert. Zum einen die Theorie, dass wir maßgeblich unsere Erinnerungen sind und zum anderen die Theorie, dass wir maßgeblich ein Teil unsere Gehirns sind, nämlich der, in dem Bewusstsein realisiert wird. Beide stoßen allerdings auf Probleme: Erstere Theorie hat die unplausible Folge, dass Alzheimerpatienten in einem späten Stadium andere Personen wären. Und letztere hat zur Folge, dass ein kleiner Teil meines Gehirns ohne Erinnerungen und Empfindungen das wäre, worauf sich der Ausdruck „ich“ bezieht. Aber auch eine Beschränkung auf den Körper ist problematisch, denn unser Körper wird einmal eine Leiche sein. Niemand wird aber behaupten, dass er mal eine Leiche sein wird, sondern eher davon ausgehen, dass er oder sie nicht mehr da ist, wenn die Leiche da ist. Es bleibt also wie immer spannend in der Philosophie.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Oct 24, 2016
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Oct 24, 2016

Studentenleben live

Die neue Mitbewohnerin

Meine Mitbewohnersuche war erfolgreich. Eine Französin, die im Rahmen des Erasmusprogramms hier an der RWTH studiert, wird nun hier einziehen und bis zur Rückkehr meines Mitbewohners bleiben, der jetzt für ein Semester zu Forschungszwecken in die USA gereist ist. Sie studiert im siebten Semester Textilingenieurwesen und macht damit unsere Techniker-WG komplett.
Ich habe sie kennengelernt, als ich noch etwas gerädert vom Abend zuvor völlig unvorbereitet durch ihr Klingeln daran erinnert wurde, dass sie vorbei kommen wollte, um den Mietvertrag abzuholen. Zum Glück war mein Mitbewohner schneller an der Tür als ich und so hatte ich wenigstens noch Zeit, mir die Haare zu kämmen. Da sie weder besonders gut Englisch spricht, noch ein Wort Deutsch, musste ich sofort mit meinen Französischkenntnissen rausrücken. Das klappte mal wieder nur so lange gut, bis mein Mitbewohner, der wiederum kein Wort Französisch spricht, sich mit ihr auf Englisch unterhielt. Damit war das Sprachenchaos perfekt, denn der ständige Wechsel zwischen den drei Sprachen machte meinem eh schon nicht ganz fitten Hirn ziemlich zu schaffen. Ich bin aber optimistisch, dass sich daran im nächsten Semester einiges ändern wird. Mit jemand Fremdsprachigem zusammenzuwohnen ist aus meiner Sicht der beste Weg, eine andere Sprache zu lernen und zu üben.
Ich bin also vollends begeistert von der neuen Wohnsituation, obwohl es sehr schade ist, dass mein Mitbewohner erst in einem Semester wiederkommt. An seinem letzten Abend vor der Abreise haben wir darauf angestoßen, dass er ein fantastisches Semester in den USA verbringen wird!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Oct 20, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Oct 20, 2016