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Studentenleben live

Verlorene Generation?

Kaum zu glauben, aber nach fünf anstrengenden Monaten ohne Pause hatte ich tatsächlich ganze drei Wochen frei und konnte endlich wieder reisen. Diesmal ging’s auf den Balkan, ein bisschen Strand, Wasser und Sonne hatte ich jetzt dringend nötig. Aber so ganz ohne Geschichte und Kultur ist dann doch nicht meins, sodass ich einen Abstecher nach Bosnien und Herzegowina eingeplant hatte. Und in Sarajevo wurde mir mal wieder bewusst, wie gut ich es in Deutschland habe.
Da war zunächst die Stadtführung mit einer jungen, gebildeten und selbstbewussten Sprachlehrerin, die sich aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in ihrem Land schon oft mit Kellnerarbeiten über Wasser halten musste und inzwischen in dem Hostel, in dem ich wohnte, arbeitet. Aus ihr sprach eine Mischung aus Verzweiflung und Stagnierung: Aus ihrem Heimatland will sie nicht weg und deswegen sitzt sie hier fest, ohne gute Arbeit und ohne Perspektive, dass sich die Situation bald bessern wird.
Und dann war da noch ein junger Mann, der einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaften hat und mich mit dem Auto zu den Kriegsstätten der Stadt fuhr. Als er hörte, dass ich aus Deutschland komme, meinte er, ich hätte es gut. Zwar könnten wir immer noch etwas an unserem politischen System kritisieren, aber gemessen an seinen Punkten sind unsere harmlos. Von der wirtschaftlichen Lage ganz zu schweigen.
In Sarajevo sah ich dann einen Mann, auf dessen T-Shirt stand: „We are not a lost generation“ (Wir sind keine verlorene Generation). Aber ist dem wirklich so?
Dieses Land lehrte mich eine wichtige Lektion: Geh verantwortungsvoll mit deinen Privilegien um und mache etwas aus den Chancen, die sich dir in Deutschland bieten.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 28, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 28, 2016

Studentenleben live

Back to school

Acht Uhr morgens. Die Schulklingel ertönt. Während um diese Uhrzeit normalerweise erst mein Wecker für die Uni klingelt, stehe ich an diesem Tag bereits vorne im Klassenzimmer an der Tafel. Moment mal – irgendwas ist hier falsch. Träume ich? Nein, ich träume nicht.
Zusammen mit einem Kommilitonen gebe ich eine Unterrichtsstunde zum Thema „Europarecht“ an einem Gymnasium.
Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon, vor 30 Schülern zu stehen und Jura entgegen aller Vorurteile als cool darstellen zu wollen. Doch die Schüler sind überraschend ruhig und aufmerksam, als wir erzählen, warum wir Jura studieren und was daran gut ist. Spätestens als wir eine Gerichtsverhandlung nachspielen, haben wir die Aufmerksamkeit von mindestens der Hälfte der Schüler ergattert. In der hitzigen Verhandlung merken die Schüler, wie schwierig manche Fälle zu entscheiden sind, wie wichtig hierbei eine gute Argumentation ist – und wie viel Spaß es macht, am Ende „Recht“ zu haben.
Ein paar Schüler spielen nun vielleicht sogar mit dem Gedanken, selbst Jura zu studieren. Aber ob ich das Jurastudium momentan wirklich empfehlen würde? Zugegeben: Ich liebe die Herausforderung, die das Studium bietet, dieses riesige Gedankenkonstrukt, das sich mir langsam erschließt, die wiederkehrenden Strukturen und Argumentationsmuster und das Gefühl, wenn man etwas verstanden hat. Aber das Jahr vor dem Examen ist einfach anstrengend. Ich habe das Gefühl, eigentlich rund um die Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Doch ich weiß, es wird auch wieder ruhigere Zeiten geben. Schließlich sind bald Sommerferien.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 25, 2016

Studentenleben live

Ich muss dann mal weg...

Kennt ihr den Moment, wenn ihr wisst, dass ihr einfach mal raus müsst? Nicht für immer, aber einfach etwas Abstand zu eurem Alltag gewinnen? Dieses Gefühl habe ich gerade und freue mich daher sehr, die kommenden drei Wochen in Berlin verbringen zu können.
In der Hauptstadt werde ich eine Woche lang in einem Büro arbeiten, eine Woche lang in einer Akademie mithelfen und die dritte Woche mit meiner besten Freundin aus der Schulzeit verleben. Lustigerweise werden auch meine Eltern zu der Zeit in Berlin sein und so kann ich sie direkt dort treffen. Worauf ich mich aber am meisten freue ist die Anonymität. Anders als in Heidelberg werde ich in der Millionenmetropole nicht an jeder Straßenecke mindestens zwei bekannte Gesichter sehen.
Dieses Gefühl, sich für ein paar Tage völlig von der Welt abkapseln zu können und nur sich selber zu gehören, habe ich ihm Moment dringend nötig. Ich kann es deshalb kaum erwarten, mich am Sonntag in den Zug zu setzen und dann in meine kleine Auszeit zu verschwinden.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jul 21, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jul 21, 2016