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Studentenleben live

Nachricht aus studentischem Krisengebiet

Im Leben eines Studenten gibt es Krisengebiete, auch wenn das im Vergleich zu den wirklichen Kriegsgebieten dieser Welt harmlose Gebilde sind. Vergangene Woche berichtete ich von meinem Krisengebiet „Prüfungszeit“ und jetzt, da ich sozusagen mitten drin bin, wird es Zeit Näheres von meiner studentischen Notzeit zu erzählen.

Zur letzten Vorlesung vor der Klausur zum allgemeinen Verwaltungsrecht versammelten sich unerwartet viele Studierende. Die Fronten zwischen denen, die sich bereits auf die Klausur vorbereitet und denen, die leider immer noch keinen blassen Schimmer von der Thematik haben, zeichneten sich diesmal deutlich ab. Ich fühlte mich dieses Mal eher der Gruppe zugehörig, die leider noch keinen blassen Schimmer hat. Das mag aber auch daran liegen, dass mich tags darauf ein noch nie da gewesenes Ausmaß an prüfungstechnischen Grauen erwartete: zwei Prüfungen an einem Tag.

Die Nacht davor verbrachte ich bei einer Freundin und Verbündeten. Bevor wir gemeinsam zum ersten Streich, der Russischprüfung, aufbrachen, gönnten wir uns einen schönen Milchkaffee. Neben der Wiederholung der Strategie (also der Vokabeln) war uns aber auch die Motivationsarbeit sehr wichtig. Wir redeten ausführlich über den Karneval in Köln, Schottland am Saint-Patricks Day, Südafrikanische Teesorten und ja, auch darüber, was in Prüfung wohl so dran kommen könnte. Das Glück war mir hold und so konnte ich alles locker innerhalb der vorgegebenen Zeit bearbeiten und früher verschwinden.

So hatte ich eine unerwartet entspannte Mittagspause und schritt gestärkt zur nächsten Schlachtbank: die Modulprüfung in „Atmosphärische Aerosole“. Die Situation, die ich im Prüfungsraum antraf war mehr als unerwartet, denn alle Studierenden liefen laut lachend und keinesfalls vor Angst bibbernd im Raum herum – wohl eine Art Galgenhumor.

Aber wie dem auch sei, nach 90 Minuten war auch dieser Spuk vorbei und es lief erstaunlich gut. Die Prüfungsphase Wintersemester 2015/2016, ist erst in zehn Tagen mit dem Ablagen meiner Prüfung in „Bodenkontamination“ vorbei. Aber heute diesen Tag des Grauens hinter mich gebracht zu haben, ist für mich ein wichtiger Etappensieg auf dem Weg zum Ziel Master in Geoökologie und Absolventin des Zusatzstudiums Umweltrecht.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 11, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 11, 2016

Studentenleben live

Karnevalsmuffel

Eigentlich komme ich ja aus der Nähe der Karnevalshochburg Düsseldorf und meine neue Heimat Bonn ist Köln, der zweiten Karnevalshochburg ziemlich nah. Von daher sollte man eigentlich erwarten, dass ich von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag feiere. Dem ist allerdings absolut nicht so. Zwar fallen einige Vorlesungen aus, dafür ist bei uns Studierenden lernen angesagt. Am Altweiber-Donnerstag haben wir zu viert den ganzen Nachmittag über bei einem Freund gesessen und uns mit Differentialrechnung und Ableitungen auseinandergesetzt. Den größten Kontakt mit verkleideten Menschen hatte ich, als ich abends mit der Straßenbahn zu einer Freundin fuhr, um nach dem ganzen Lernen wenigstens ein bisschen mit meinen Mädels den Tag ausklingen zu lassen.

Ehrlich gesagt kommt es mir aber ganz recht, dass karnevalsmäßig dieses Jahr nicht so viel los ist. Als Kind machte mir Karneval noch Spaß, aber „Erwachsenenkarneval“ sieht eher so aus, dass man sich zwischen verkleideten, alkoholisierten und zwanghaft fröhlichen Menschen wiederfindet, Musik läuft, die eher weniger mein Fall ist, und man dann wahrscheinlich noch in Streit gerät, ob es jetzt „Helau“ oder „Alaaf“ heißt. (Als Quasi-Düsseldorferin muss ich klarstellen: „Helau!“)

Am Karnevalswochenende waren zwei meiner besten Unifreunde sowieso nicht anwesend, weil sie ein Seminar für die Studienstiftung besuchten. Meine anderen Unifreunde waren auch relativ eingespannt in ihr Lernpensum und die paar Leute, die sich aufraffen konnten, doch der fünften Jahreszeit zu frönen, fuhren dafür eher in ihre Heimatstadt.

Ich jedenfalls nutze die Zeit, um Karteikarten zu schreiben, kommendes Wochenende ist schließlich die erste Klausur angesagt. Ein bisschen Lust, mich zu verkleiden, habe ich aber trotzdem: Wir gönnen wir uns am Rosenmontag eine etwas andere Karnevalssitzung – alle verkleidet, aber mit Mathesachen. In diesem Sinne: Helau!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Feb 9, 2016

Studentenleben live

Praktikum bei Papa

In den Semesterferien werde ich ein Praktikum machen. Mein bisher drittes insgesamt und mein erstes selbstorganisiertes. Dementsprechend hatte ich zum ersten Mal die Qual der Wahl, wohin ich eigentlich möchte. Einzige Vorgabe: Es soll eine Schule sein, an der ich zu Schülern mit Lernbehinderungen Kontakt haben werde. Viele meiner Kommilitonen machen dieses Praktikum einfach in der Umgebung, andere gehen wieder in ihre Heimatstadt zurück und wieder andere quartieren sich bei Freunden ein, die in einer tollen Stadt wohnen.

Ich dachte zuerst, ich müsste mich denjenigen anschließen, die einfach hier bleiben und versuchen, möglichst wohnortnah in einer Schule unterzukommen. Schulen für lernbehinderte Kinder gibt es überall, ich habe noch von keiner mit einem besonders guten Ruf gehört, meine Freunde wohnen alle in winzigen WG-Zimmern und ich wüsste niemanden, mit dem ich es auf so engem Raum lange aushalten würde. Dazu kommt, dass meine Eltern aus meinem Heimatort weggezogen sind. Meine Mama wohnt jetzt im Westerwald in einem 200-Seelen-Dorf ohne vernünftige Busanbindungen und mein Papa in einer ähnlichen Situation in der Lüneburger Heide.

Zumindest scheint mir die öffentliche Verkehrsanbindung im Dorf meines Vaters nicht ganz so schlecht. Die Busanbindungen sind dort deutlich besser, vermutlich ist das dem Tourismus geschuldet. Es ist zwar trotzdem winzig und vorwiegend von älteren Menschen bewohnt, aber es ist durchaus machbar, am Wochenende mal meinen Bruder, meine Oma oder meine Schwester besuchen zu fahren, die alle nicht so weit davon entfernt wohnen. Und ich könnte mich voll und ganz auf das Praktikum konzentrieren ohne Gefahr zu laufen, zu sehr von meinem Privatleben abgelenkt zu werden. Keine Freunde, die ich abends treffen kann, kein Babysitten, kein Arbeiten, kein Klavierunterricht, nichts. Da könnte es ja fast möglich sein, das Praktikum plus zwei Hausarbeiten in den Semesterferien unterzubringen.

Aber auf der anderen Seite kann es sicher auch richtig schiefgehen. Vielleicht wird mir dieser Ausgleich so sehr fehlen, dass ich nicht genug Energie habe, um meine Arbeit zu erledigen. Ich weiß es nicht. Wir werden sehen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Feb 4, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Feb 4, 2016