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Studentenleben live

Prüfungszeit

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Prüfungsstress hasse? Auch jetzt tue ich das. Draußen ist es dunkel und ich sitze total erschöpft über meinen Lernmaterialien. Morgen werde ich wieder gegen sieben Uhr aufstehen, meine Sachen packen und dann, wenn alles gut geht, in einer zwei Stunden entfernten Stadt meine zweite Klausur in diesem Semester antreten. Diesmal ist es „Medical Geochemistry“. Es ist die zweite von insgesamt sieben Klausuren, die ich in diesem Semester ablegen möchte. Mir graut es jetzt schon vor der kommenden Woche, wo ich an einem Tag vormittags eine Klausur in „Russisch“ und mittags eine in „Atmosphärische Aerosole“ schreiben muss.

Ach es ist doch ein Graus mit diesen Noten! Eigentlich bin ich generell eine motivierte Studentin, auch wenn es ums Lernen geht. Aber heute Morgen sind die Ergebnisse meiner ersten Prüfung in Kryptogamen (wir nennen es den Mooskurs) reingeflattert. Als ich dann sah, dass 20 Prozent der Teilnehmer durchgefallen sind und meine Note weit unter dem lag, was ich mir erhofft oder dachte erarbeitet zu haben, war ich doch sehr enttäuscht. Mir liegt die Botanik und damit auch der „Mooskurs“ thematisch am Herzen und diese schlechte Note hat mir in dieser stressigen Prüfungszeit ziemlich die Laune verdorben.

Irgendwie setzen mich Noten einfach unter Druck – und unter Druck konnte ich noch nie gut arbeiten. Mein Mann musste heute Abend schon viel Motivationsarbeit leisten, damit ich mich wieder frohen Mutes in meinen Lernpfuhl setzen konnte. Um mich herum scharen sich Definitionen und Symptombeschreibungen bei Hyper- oder Hypoversorgungen dieses und jenes Elements zusammen: Bei Selenmangel kommt es nämlich beispielsweise zur sogenannten Kaschin-Beck-Krankheit, eine Osteoporose kombiniert mit Zwergenwuchs, oder aber zur Kaschin-Krankheit, was wohl nur Herzinsuffizienz bedeuten würde. Es nervt mich, dass ich das alles nicht so ganz genau weiß und bis morgen auch definitiv nicht wissen werde. Ich hoffe also, mein gut platziertes Halbwissen reicht für ein Bestehen aus und der Prüfungsstress frisst mich nicht noch ganz auf. Viel Kraft allen da draußen, die auch am Stress beim Lernen zu knabbern haben. Wir schaffen das!

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 1, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 1, 2016

Studentenleben live

Zwischen Ruinen und Croissants

Als ich in den Sommersemesterferien nach Hause zu meinen Eltern kam, stand der Wagen, mit dem ich weiter nach Frankreich fahren wollte, schon vor der Tür. Mein Bruder und ich teilten uns den roten Opel, der schon über zehn Jahre auf dem Buckel hatte. Er hatte vorher einem Autoliebhaber gehört und war noch gut in Schuss. Meine Eltern stifteten uns den roten Schlitten zu unseren Abiturabschlüssen. Da mein Bruder, der ein Jahr älter ist als ich, nach dem Abitur zunächst jedoch ein Jahr lang Zivildienst in der Nähe ableistete, konnten wir uns den Wagen das erste Jahr gerecht teilen. Als ich nach Köln zog, verschlug es meinen Bruder auf die andere Seite der Bundesrepublik: nach Dresden. Damit war es aus mit dem „gerechten“ Teilen, der kleine Rote fuhr mit in den Osten. Dementsprechend freute ich mich sehr darüber, dass wir uns einig geworden waren und ich den Wagen im Sommer für mich beanspruchen „durfte“.

Gemeinsam mit meinem Freund wollte ich der Nase nach in den Süden Frankreichs fahren. Die ersten Tage verbrachten wir mit einkaufen und packen. Was man nicht alles für einen wilden, nicht durchgeplanten Urlaub im Auto braucht! Jede Menge Proviant, eine Straßenkarte, oder besser zwei, ein Zelt, Camping- Ausrüstung sowie natürlich Kleidung, eine Kamera, ein gutes Buch und ein Büchlein zum Aufschreiben von Erinnerungen. Wir gönnten uns dazu noch eine Kühltruhe, die man im Auto laden konnte. Als alles gepackt war, machten wir uns auf den Weg. Ganz grob hatten wir uns überlegt: östlich in den Süden und dann etwas westlicher wieder gen Norden zu fahren, möglicherweise sogar über Paris. Eigentlich klang dieses „planlose“ Abenteuer für mich nach jeder Menge Spaß und Spannung, aber schon nach zwei Tagen, an denen wir nur darüber diskutierten, welche Strecke wir fahren und vor allem wann und wo wir anhalten sollten, verwarfen wir die grenzenlose Freiheit und tüftelten doch einen Plan aus.

Am dritten Tag waren wir schon auf der Höhe von Lyon angekommen, nachdem wir in Verdun und Beaune angehalten und durch die Weinregion auf der Landstraße getuckelt waren. Ziel war nun der tiefe Süden, wo der Onkel meines Freundes in einer kleinen Siedlung in den Bergen wohnt. In den Berghängen gab es zehn alte Steinhäuser, die früher von Hirten bewohnt worden waren und in denen nun eine gemütliche Hippie-Gemeinschaft ihr Nest aufgebaut hatte. Dort verbrachten wir eineinhalb Wochen, spielten Boule, planschten im Pool, aßen französische Köstlichkeiten und ließen vollends die Seele baumeln.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Jan 26, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Jan 26, 2016

Studentenleben live

Zusammen ist man weniger unproduktiv

In den Weihnachtsferien wollte ich eigentlich eine ganze Menge schaffen: Das Skript für Analysis durcharbeiten, Algorithmische Mathematik aufholen und mich mit den Übungsblättern für meine drei Vorlesungen beschäftigen. Wie viel ich davon letztendlich gemacht habe? Nichts.

Erst in den letzten paar Tagen der Ferien, als ich schon wieder in Bonn war und mich mit meinen Freunden treffen konnte, habe ich endlich angefangen. Und ich habe festgestellt: Ohne eine gewisse Arbeitsatmosphäre geht es einfach nicht. Nicht nur, weil ich ab und zu einen meiner besonders mathebegabten Mitstudenten brauche, um den Stoff zu verstehen, sondern vor allem, weil ich mich alleine sehr schlecht motivieren kann. Die meisten meiner Mathefreunde absolvieren ein Bachelor- und kein Lehramtstudium. Aber auch wenn sie sich mit Linearer Algebra herumschlagen, was nicht auf meinem Stundenplan steht, bin ich in ihrer Gesellschaft produktiver als wenn ich allein zu Hause sitze. Dort gibt es zu viele Dinge, die mich ablenken können – im besten Fall ist das wenigstens Hausarbeit, im schlechtesten Fall esse ich Schokolade und schaue Serien auf meinem Laptop.

Daher ist es wahrscheinlich ganz gut, dass auch die anderen langsam merken, dass die Prüfungen näher rücken. Es dauert keinen Monat mehr bis zu unserer ersten Klausur und selbst unsere zwei Überflieger müssen noch Stoff aufholen. Daher sitzen wir seit Anfang des Jahres fast jeden Tag bei irgendjemandem zu Hause, in der Bibliothek oder einem gerade leerstehenden Raum im Mathematischen Zentrum zusammen und lernen. In diesen Momenten merke ich schon, dass Mathematik doch kognitiv sehr viel fordernder ist als Germanistik. Angenehm ist allerdings, dass ich mich immer ziemlich gut fühle, wenn ich nach ein paar Stunden wieder zehn Seiten im Skript und das halbe Aufgabenblatt geschafft habe und mich ruhigen Gewissens schöneren Dingen widmen kann.

Ein netter Nebeneffekt des gemeinsamen Lernens ist nämlich auch, dass ich sehr viel Zeit mit meinen Kommilitonen verbringe und wir nach getaner Arbeit auch oft noch etwas zusammen unternehmen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jan 21, 2016