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Studentenleben live

Weihnachtsferien

Nach einem bis jetzt recht anstrengenden Semester kamen die Weihnachtsferien genau richtig. Ich war schon wirklich ferienreif, nachdem wir ziemlich viele Referate halten oder Protokolle abgeben mussten. Deswegen war ich sehr froh, als die zwei Wochen Weihnachtsferien begannen.

Die erste Woche habe ich nicht viel gemacht. Ich bin zu meinen Eltern nach Nürnberg gefahren, habe viel geschlafen, viel mit meinen Eltern unternommen und die letzten Unisachen erledigt. Ich musste nämlich noch ein Protokoll fertig machen und ein Referat vorbereiten, das ich direkt nach den Ferien halten muss. In den Tagen vor Weihnachten habe ich noch die letzten Geschenke fertig gestellt, Schulfreunde getroffen und mit meiner Mama Plätzchen gebacken. Nach einer Woche war ich dann wieder gestärkt. Einerseits ist Weihnachten ja sehr schön, aber ich finde es auch immer ein bisschen anstrengend.

Dann war es aber auch schon vorbei mit den gemütlichen Ferien: Mein Freund war mit seinen Eltern über Weihnachten in Spanien und zusammen sind sie über Frankreich zurück gefahren. Ich bin mit dem Zug nach Lyon gefahren, um noch ein bisschen Zeit mit ihm und seiner Familie zu verbringen. Wir hatten drei sehr schöne Tage in Lyon und haben dort auch Neujahr verbracht. Die Altstadt von Lyon mit der Kathedrale und den römischen Ruinen finde ich wirklich sehenswert.

Danach sind wir von Lyon aus Richtung Deutschland gefahren, haben in Freiburg übernachtet und uns die Stadt angeschaut. Ich kannte Freiburg zwar schon, weil ein paar meiner Schulfreunde dort wohnen, aber ich hatte irgendwie schon wieder vergessen, dass es dort zum Beispiel das wunderbare Münster gibt.

Tags darauf haben wir uns Baden Baden angeschaut und sind nach Heidelberg gefahren. Auch hier haben wir wieder einen Stadtspaziergang gemacht – ich verstehe jetzt, warum die Stadt so touristenüberlaufen ist: Mir haben der Fluss, die alten Straßen und die Burg besonders gut gefallen.

Zum Abschluss fuhren wir nach Nürnberg weiter und verbrachten den Tag mit meinen Eltern. Leider dachte ich, ich hätte am darauffolgenden Montagmorgen eine Pflichtveranstaltung und hatte mir für Sonntagabend ein Bahnticket nach Leipzig gekauft, bevor ich eine E-Mail erhielt, dass die Veranstaltung ausfallen würde. Da ich das Ticket dann aber schon hatte, fuhr ich trotzdem am Abend noch nach Hause.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jan 5, 2016
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jan 5, 2016

Studentenleben live

Schuldgefühle

Bald schon werde ich am Flughafen in Kapstadt sein und verzweifelt nach Anne Ausschau halten. Wir werden unser Mietauto abholen und in unser kleines Afrika-Abenteuer starten. So oder so ähnlich zumindest sollte es laufen.

Wenn ich jetzt gefragt werde, was ich die Ferien über mache, lasse ich mir aber lieber alles aus der Nase ziehen anstatt konkret zu werden. Und das hat den so simplen wie törichten Grund, dass ich mich mittlerweile wirklich ein wenig schuldig fühle. Von einer Arbeitskollegin wurde ich mit diesem neidvollen Blick angeschaut, der mir ziemlich genau zu verstehen gab, was sie dachte: Dass es ja wohl unglaublich sei, dass Studierende sich Afrika-Urlaube leisten können, während die Festangestellten Urlaubssperre hätten und am 10. Januar auch noch verkaufsoffener Sonntag sei.

Auch als ich dem Pärchen, bei dem ich babysitte, erklärte, dass ich meine Ferien ein wenig verlängern würde, hatte ich das Gefühl mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich genügend Geld für eine solche Reise besitze. Als sie Studenten waren, hätten sie sich gefreut, spartanischen Urlaub in Südfrankreich zu machen, an andere Kontinente wäre ja gar nicht zu denken gewesen.

Ein bisschen kann ich das auch verstehen: Ich wäre ja auch neidisch auf mich selbst und ich war auch oft genug neidisch auf Menschen, die mehr Geld hatten als wir. Ich komme nun wirklich nicht aus einer reichen Familie, vielleicht muss ich ein bisschen die Reisen nachholen, die wir nie hatten. Aber hauptsächlich geht es wohl darum, dass ich sich bietende Gelegenheiten nicht verstreichen lassen will, weil ich Angst habe, dass sie so nicht wiederkommen.

Meine Mitbewohnerin sagt, dass es okay wäre, weil ich ja nicht einfach so nach Afrika reisen würde, sondern dort eine Freundin besuche. Eine gute Freundin wiederum sagt, Geld für Reisen auszugeben sei doch immerhin besser als sein Geld an teure Markentaschen zu verlieren. Und was sage ich? Ich weiß es nicht. Ein bisschen bleibt immer dieses Schuldgefühl und ich bin ganz froh, dass ich keine reichen Eltern habe und es mir erst jetzt im Studium begegnet.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 4, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 4, 2016

Studentenleben live

Mathe vs. Deutsch

Bislang habe ich erst zwei Studentinnen getroffen, die auch die Kombination Mathe und Deutsch auf Lehramt studieren. Mathe-Geographie, Mathe-Physik oder Mathe-Religion sind die üblichen Kombinationen, die ich schon unzählige Male gehört habe. Mathe und Deutsch sind eben zwei Fächer, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Es war sicherlich kein Zufall, dass an meiner Schule die Leistungskurs-Kombination Mathe/Deutsch nicht möglich war.

Nachdem ich jetzt seit gut zwei Monaten Mathe studiere, kann ich zwar eine erste Bilanz ziehen, aber mich irgendwie nicht so richtig entscheiden, welches Studium mir besser gefällt. An Deutsch beziehungsweise Germanistik mochte ich die Arbeit mit der Sprache. Es gab viele Inhalte, die mich sehr interessiert haben und ich merke noch jetzt, dass ich beispielsweise bei Produktnamen direkt erkenne, ob es sich um eine Entlehnung oder ein Kunstwort handelt. Momentan bin ich aber trotzdem froh, dass ich nicht so viel lesen muss wie früher. Und auch nicht so viel schreiben – was damals der Grund war, dass ich Mathe statt Deutsch als Leistungskurs gewählt habe.

Außerdem ist der kognitive Aufwand in Mathe deutlich höher. Germanistik ist eher ein Studienfach, in dem man sich mit einem Thema zwar sehr intensiv befassen muss, wenn man es wirklich durchdringen will, aber es ist oft irrelevant, ob man zuerst den epochalen Hintergrund betrachtet und diesen danach mit philosophischen Ansätzen in Zusammenhang bringt, die der Autor in vielen seiner Werke verwendet, oder umgekehrt. In Mathe baut innerhalb eines Themas alles kleinschrittig aufeinander auf und man muss erst das vorherige verstanden haben, weil man sonst kaum mitkommt. Ich stehe momentan auch ein bisschen unter Druck, weil ich in zwei Vorlesungen ein wenig hinterherhinke – aber hoffe, dass ich die Weihnachtsferien nutzen kann, um den Stoff nachzuarbeiten. Einigen anderen ist dieser Stress schon zu viel geworden. In meinem Bekanntenkreis haben bereits drei Leute das Studium abgebrochen oder gewechselt.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 31, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 31, 2015