Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Russische Adventszeit

Ich muss gleich am Anfang zugeben, dass der Titel heute pathetisch ist. Ich bin weder in Russland noch könnte ich behaupten, dass meine diesjährige Adventszeit typisch Russisch wäre, aber da ich gerade Russisch an der Uni lerne, habe ich mir den Titel erlaubt.

Vor mir stapeln sich schon seit Wochen die Arbeitsblätter und Lernbücher, die mir dabei helfen sollen die Sprache einfach und mit Freude zu lernen. Mittlerweile ist dieser Berg an Hausaufgaben, den uns unsere sympathische Russischlehrerin Irina wöchentlich aufträgt, aber zum „Knecht Ruprecht“ geworden. Fast jedes Mal, wenn ich voller Vorfreude vor der nächsten Unterrichtseinheit oder voller Tatendrang bin, irgendwelche Menschen auf Russisch anzuquatschen versuche, stoppt mich die „Rute“ – also mein schlechtes Gewissen. Es sagt mir, ich hätte keine Zeit gehabt, alle meine Aufgaben brav und vollständig zu erledigen, also dürfe ich jetzt auch nicht einfach Russisch reden.

Es scheint, als würde dieser große Berg an nicht ausgefüllten Arbeitsblättern mir im Weg stehen um Russisch zu sprechen, dabei sollte er mir doch eigentlich helfen. Gerade sitze ich im Zug und habe den Berg etwas gesichtet und sortiert. Leider ist der Berg mittlerweile so groß, dass er den Ordner, der ihn in seine Grenzen weisen sollte gesprengt hat.

Ich bin ziemlich frustriert. Dabei wollte ich doch eigentlich in dieser Advents- und Weihnachtszeit wirklich ein „braves Kind“ sein und einen Brief auf Russisch (also in kyrillischer Schreibschrift) nach Russland zu engen Freunden der Familie schicken. Vielleicht wird es jetzt beim Russisch-Brot bleiben, dass ich etwas deprimiert in Anwesenheit von „Knecht Ruprecht“ alias „Nicht-gemachte-Hausaufgaben“ verspeisen könnte. Vielleicht geschieht aber auch noch ein Weihnachtswunder, die soll es ja in dieser ganz besonderen Zeit des Jahres geben.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Dec 23, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Dec 23, 2015

Studentenleben live

Die Gretchenfrage im Advent

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind und mit ihm der Geschenkestress. Und jedes Jahr überlege ich, ob es nicht besser wäre, diesem Konsumwahn irgendwie zu entkommen. Ich könnte für alle Verwandten und Freunde Geschenke selbst basteln – wenn ich etwas mehr künstlerische Begabung hätte, wäre das vielleicht eine Option. Aber meist scheitert diese Variante sowieso an Zeitmangel, Begabung hin oder her. Also doch lieber durch die Kaufhäuser rennen oder den virtuellen Markt im Internet durchstöbern? Oder doch einfach einen Gutschein besorgen?

Es soll ja Familien geben, in denen alle beschlossen haben, sich nichts mehr zu schenken, sondern lieber zu spenden. Sei es nun ans lokale Tierheim, UNICEF oder krebskranke Kinder. Alle können das Geld besser gebrauchen als wir, da wir uns ja alles Nötige kaufen können. Und außerdem werden viele Studierende das ganze Jahr über von ihren Eltern finanziell unterstützt, das ist doch dann schon Geschenk genug.

Diese Einstellung ist einerseits sehr vorbildlich: lieber an andere denken, die wirklich bedürftig sind, statt Dinge zu kaufen, die niemand braucht. Am wenigsten der oder die Beschenkte. Jeder kennt diese gut gemeinten, aber völlig unpassenden Geschenke. Damit wäre ein für alle Mal Schluss. Und gleichzeitig könnte man eine schöne ruhige Adventszeit haben, so wie sie eigentlich gedacht ist.

Es gibt bestimmt Menschen, die sich von allen Trends losmachen und nach diesen Prinzipien leben. Trotzdem werde ich den Verdacht nicht los, dass bei vielen Bescherungsverweigerern weder die Barmherzigkeit und die Besinnlichkeit in der Adventszeit noch die Kritik an der Konsumgesellschaft der eigentliche Grund für die Enthaltsamkeit sind. Ich finde, vielmehr handelt es sich dabei einfach oft nur um Faulheit. Viele haben keine Lust, sich rechtzeitig überlegen zu müssen, womit man jemandem eine Freude machen könnte. Sie machen stattdessen allen, die sich Gedanken um ihre Mitmenschen machen und Geschenke kaufen, ein schlechtes Gewissen.

Vielleicht macht es diesen Menschen aber einfach auch keinen Spaß zu schenken. Schade eigentlich, denn wenn man etwas gefunden hat, worüber sich die andere Person freut, dann kann Schenken wirklich schön sein. Und Dinge geschenkt zu bekommen eigentlich auch.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Dec 22, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Dec 22, 2015

Studentenleben live

Mit Vorurteilen aufgeräumt

In den letzten Tagen konnte ich zwei meiner Vorurteile abbauen. Das erste betraf eine sprachliche Verwirrung. Mein Freund kommt aus den Niederlanden und da wir eine Fernbeziehung führen, besuche ich ihn dort häufiger. Dabei wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass das Land „Die Niederlande” genannt wird und nicht „Holland“, wie es in Deutschland häufig verbreitet ist. Holland ist nämlich nur eine Provinz der Niederlande. Die Niederlande sind im Ausland auch als Holland bekannt, da sich die Provinz Holland im Mittelalter zur wohlhabendsten Provinz des Landes entwickelt hatte.

Mein zweites Vorurteil betrifft Videospiele. Ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, Videospiele würden aggressiv und dumm machen und man stumpfe dadurch emotional ab. Von den angeblichen Augenschäden ganz zu schweigen. Bis ich neulich eine Studie in die Hände bekam, die herausfand, dass sich Farbwahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit von Leuten, die Videospiele spielen, eher verbessern.

Letzte Woche habe ich das erste Mal selbst ein Videospiel gespielt und musste alle meine Vorurteile revidieren. Aggressiv machte mich das Spielen kein bisschen, nur innerlich ruhig oder sehr gut gelaunt. Außerdem fühlte ich mich dabei aus irgendeinem Grund wunderbar lebendig und es machte einfach einen Heidenspaß. Und zu dem Fakt, dass Videospiele dumm machen: Mitunter verlangen sie meiner Meinung nach eine ungeheure Koordinations-, Reaktions-, Organisations- sowie Kommunikationsfähigkeit und eine gehörige Portion Kreativität. Es wird bestimmt nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung werden, aber ich habe definitiv ein neues Hobby.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Dec 21, 2015