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Studentenleben live

Fahrradunfall

Ich habe schon einmal von der außerordentlichen Verkehrssituation in Lima berichtet – überfüllte Straßen, aggressive Autofahrer und ein regelrechtes Chaos. Zwar gibt es einige Radwege, doch werden diese ständig von Autos gekreuzt, die nicht unbedingt mit Radfahrern rechnen.

Letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von einem solchen erwischt. Wenngleich ich wohl schon eine halbe Minute lang mit einem Fuß auf dem Boden vor dem Auto stand, fuhr es los und rammte mich. Gott sei Dank ist mir persönlich nichts passiert ist, da ich abspringen konnte, aber das Hinterrad kam nur noch völlig verbeult hinter dem Auto wieder zum Vorschein.

Einige Verkehrspolizisten holten mich und das Auto von der Straße und riefen sogleich eine Streife, die unsere Personalien aufnahm. Zudem brachten sie mein Fahrrad in die Werkstatt. Auch der Fahrer zeigte sich restlos kooperativ und zahlte die Reparaturen. Zuletzt brachte mich die Polizei noch bis in die Nähe meiner Arbeit. Unterwegs erledigten sie allerlei Aufträge, so hatte ich auch etwas Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen und mich mit ihnen zu unterhalten. Sie haben mir erzählt, dass sie immer 24-Stunden-Schichten machen und an jedem zweiten Tag Dienst haben. Morgens um 7 Uhr ist Schichtwechsel.

Ein Mix aus diesen besonderen Arbeitszeiten und der unendlichen Gelassenheit der Peruaner führten schließlich dazu, dass ich unzählige Anrufe tätigen und ziemliche Mühen auf mich nehmen musste, um mein Rad wiederzubekommen. Eine Zusage nach der anderen platzte. Die Bitte, mir doch einfach die Adresse der Radwerkstatt zu geben, wurde mit einem, „Nein, natürlich bringen wir das Rad persönlich vorbei“, abgeschlagen. Einmal hatte ich sogar die eifersüchtige Freundin des Polizisten am Telefon, die begann, ihm eine Szene zu machen. Mehr als eine Woche später hat es dann doch geklappt. Sie brachten mir das Rad bis zur Arbeit, wo ich es glücklich wieder in Empfang nehmen konnte.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 10, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 10, 2015

Studentenleben live

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Ich fahre momentan häufiger mit den Öffentlichen als mit dem Auto und habe in den meisten Bussen schon eine genaue Rangliste der Plätze, die ich am liebsten besetze. Das Semesterticket ist meiner Meinung nach die beste Erfindung der Welt, weil ich mir keinerlei Gedanken darüber machen muss, in welchem Geltungsbereich mein Ziel liegt oder ob der Fahrkartenautomat mal wieder nur Münzen annimmt. Und meiner Lesemenge tut es auch gut, weil ich die Zeit in der Bahn am liebsten mit einem guten Buch verbringe – woanders kommt man ja nicht mehr dazu. Dennoch gibt es irgendwo Grenzen. Nicht nur die der Verkehrsverbünde, sondern auch die der Zeit, die ich tatsächlich im jeweiligen Transportmittel verbringen möchte.

Beispiel: Das eine ganz bestimmte Buch, das ich unbedingt für meine Hausarbeit brauche, ist in der Uni-Bibliothek bis deutlich nach meiner Abgabefrist ausgeliehen. Eine andere Uni-Bibliothek in Nordrhein-Westfalen hat das Buch allerdings vorrätig. Die Fernleihe klappt nicht, weil das Buch 14,90 Euor kostet und Fernleihen erst ab einem Buchwert von 15 Euro möglich sind. 14,90 Euro für ein Buch auszugeben, das ich nach der Hausarbeit nie wieder aufschlagen werde, kommt für mich jedoch nicht in Frage. Also nehme ich mir einen Nachmittag frei, fahre mit der Bahn nach Köln, organisiere mir einen Uni-Bibliotheksausweis (für Studenten aus NRW kostenlos!), leihe das Buch aus und fahre wieder zurück.

Und jetzt wird es bitter: Für die Fahrt habe ich vier Stunden gebraucht. Vier Stunden! Dafür, dass ich knapp eine halbe Stunde in der Bibliothek war. Zum Glück habe ich eine Freundin in Köln. Wenn man sich zum Shoppen oder Mittagessen verabredet, wird das abzuholende Buch zur Erledigung nebenbei – und um meine Freunde zu treffen, nehme ich doch viel lieber ein paar Stunden in der Bahn auf mich.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 9, 2015

Studentenleben live

Besuch in Huancayo

Huancayo ist eine Kleinstadt, über die kein Reiseführer viele Worte verliert. Trotzdem hatten wir in dem Ort ein geniales Wochenende. Es begann damit, dass wir der Familie eines Freundes einen Besuch abstatteten. Auch wenn dieser Freund nicht selbst da war, wurden wir sehr herzlich mit einem regional typischen, sehr deftigen Frühstück empfangen: Es gab Schafssuppe mit Kartoffeln und Brötchen mit Schweinefleisch.

Über die Familie wurden wir dann an Ricardo vermittelt, der als Taxifahrer arbeitet und uns einen guten Preis für eine Tagestour machte. Unsere erste Station war eine Lagune in der Nähe des Ortes. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir dort eine gemütliche Bootstour. Danach ging es weiter zur regionalen Molkerei, wo es gutes Softeis und sehr leckeren Käse gab. Unsere dritte Station war ein Franziskaner Kloster, wo uns ein lustiger Mönch mit brauner Kutte, bunter Sonnenbrille und Rangerhut durch das noch junge Kloster mit seiner Sammlung ausgestopfter Amazonastiere und uriger Werkstätten führte. Außerdem besichtigten wir eine Forellenzuchtstation, einen Kunsthandwerkermarkt und eine Sombrero-Werkstatt. Abends fanden wir im Zentrum noch eine Pizzeria mit Livemusik. Es war ein sehr voller, interessanter und erfüllter Tag, an dem wir Huancayo definitiv etwas besser kennenlernen konnten. Eigentlich schade, dass sich so selten Autoren von Reiseführern dorthin verirren.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 8, 2015