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Studentenleben live

Plötzlich funktionieren müssen

Das Semester hat wieder begonnen. Willkommen in der Wirklichkeit. Willkommen in der verhassten Welt der geregelten Schlafrhythmen und Tagesabläufe. Willkommen im Alltag des Funktionierenmüssens. Ich mache gerade ein Schulpraktikum.

Die Klasse, in der ich mein Praktikum mache, und die Klassenlehrerin sind sehr lieb. Insgesamt sind es 13 Kinder der zweiten Klasse mit diversen Sprachbehinderungen und -schwierigkeiten, aber einer unglaublichen Sozialkompetenz. Und irgendwie ist es trotzdem anstrengend. Größtenteils einfach deshalb, weil ich weiß, was auf mich zukommen wird.

Am Ende werde ich ein Portfolio abgeben müssen, das sicher den Umfang von 150 Seiten überschreiten wird, zwar unbenotet bleibt, aber dennoch gemacht werden muss. Insgesamt soll ich mindestens 30 Unterrichtsstunden halten (was sich bei mir in Sprachtherapiestunden mit einem mir zugewiesenen Förderkind und Unterrichtsstunden mit der Gesamtklasse aufteilt), werde alle zwei Wochen von einer Dozentin des „Förderschwerpunkts Sprache“ besucht, die sich Therapie und Unterricht anschaut; vielleicht sogar auch ein oder zwei Mal von einer Ethik-Dozentin (dann müsste ich Ethik in der zweiten Klasse unterrichten, auch mal eine spannende Sache). Außerdem nehme ich an Lehrerkonferenzen mit allem Drum und Dran teil. An sich eine wertvolle Erfahrung, aber irgendwie ist es gerade noch etwas schwierig, sich da hineinzufinden. Die Themen, die wir unterrichten dürfen, überschneiden sich wenig bis gar nicht mit meinem Interessengebiet. Das meiste ist Biologie, also MeNuK (Mensch, Natur und Kultur), wie es hier genannt wird. Meine erste Stunde wird sich wahrscheinlich um Gartengeräte drehen. Der emotionale Bezug bleibt da vermutlich aus, aber vielleicht wird es trotzdem ganz lustig.

Abgesehen davon raubt mir die Fahrzeit (anderthalb Stunden je Strecke mit den Öffentlichen) enorm viel Energie. Und dann sind da noch diese Besprechungen mit der Lehrerin. Ich weiß nie wirklich, wann ich nach Hause komme. Selbst wenn ich laut Stundenplan um 12 Uhr Schulschluss habe, kann es sein, dass ich erst um halb fünf zu Hause bin, weil wir so viel besprochen haben und ich im Anschluss noch ein paar Ordner mit Unterrichtsmaterial durchsehen wollte.

Anmerkung: Zugegeben, ich komme mir selbst lächerlich vor, wie ich hier so rumjammere. Natürlich wird es genauso sein, wenn ich irgendwann ins Berufsleben einsteige. Ich vermute eher, hier kommt gerade einfach viel zusammen: die Angst, dass es doch nicht die richtige Studienwahl war, das Gefühl von Konkurrenzsituation (ich bin nämlich mit einer anderen Praktikantin meiner Uni in derselben Klasse) und die Tatsache, dass meine Arbeit ständig bewertet wird (obwohl ich keine Noten bekomme, werden ich wohl viel Kritik einstecken müssen) und die lange Bus- und Bahnfahrt. Ich fürchte, ich muss mich an all das erst noch gewöhnen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 17, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 17, 2015

Studentenleben live

April, April

Fünf Tage nach Veröffentlichung der Hausarbeitsthemen schneit eine E-Mail von unserem Prof rein: Hiermit wird der Prüfungsumfang eingeschränkt. Eigentlich ein Grund zur Freude – aber nicht, wenn man schon Tage und Nächte in eben diese Prüfung investiert hat. Während einige bereits resigniert schnaubend ihre getane Arbeit löschen, huschen andere wie aufgeregte Hühner in der Bibliothek von Tisch zu Tisch. „Habt ihr schon die Mail gesehen?“ Für einen Aprilscherz kam sie leider einen Tag zu früh.

Ich stecke also mittendrin, in der berühmt-berüchtigten Hausarbeitenphase. Drei Hausarbeiten, sechzig Seiten, vier Wochen. Kein Arbeitspensum, bei dem man morgens nach dem Aufwachen auf „Snooze“ drückt und sich noch mal genüsslich umdreht. Die erste Woche vergeht hochmotiviert, hochkonzentriert und hochdiszipliniert. Endlich lernt man mal, wo die ganzen Bücher in der Bib stehen, in die man sonst ja doch nie reinguckt. Und eigentlich macht es ja auch Spaß, wissenschaftlich zu arbeiten und mal richtig Zeit zu haben, sich mit den vorgegebenen Fällen auseinanderzusetzen.

Doch mit steigenden Außentemperaturen sinkt die Motivation. Will ich wirklich noch drei Wochen von morgens bis abends in der Bib brüten?

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 16, 2015

Studentenleben live

Peter Pan und die Krummeluspillen

„Erwachsenwerden? Ich mach ja viel Scheiß mit, aber nicht jeden.“

Gäbe es heutzutage noch SchülerVZ oder wäre StudiVZ verbreitet genug, dass es sich lohnen würde, sich dort anzumelden – ich würde als allererstes in obige Gruppe eintreten. Bislang habe ich nicht so viele Anreize gefunden, erwachsen zu werden. Überhaupt, was bedeutet es, „erwachsen“ zu sein? Die Definition „vernünftig“, die der Duden noch anbietet, erfülle ich meiner Meinung nach schon seit Jahren so halbwegs. Ich informiere mich, bevor ich größere Entscheidungen treffe, sei es die Anschaffung eines neuen Handys oder die Wahl einer Partei; ich esse freiwillig Obst und Gemüse, mache zumindest manchmal Sport und gehe nur dann über rote Ampeln, wenn weder Autos noch kleine Kinder in Sicht sind.

Die Definition „volljährig“ erinnert mich in erster Linie an die damit verbundenen Rechte: Ich darf alleine Auto fahren und wählen gehen, so lange draußen bleiben, wie ich möchte, quasi alles kaufen und komme in fast jeden Club. Mit der Zeit kommen allerdings auch immer mehr Pflichten dazu. Bislang hält es sich halbwegs in Grenzen: Dass ich mich um die fristgerechte Abgabe von so Sachen wie Studienbescheinigungen und Überweisungsträgern kümmern muss, ist klar. Und dass die Lohnbescheinigungen vom Tutorium im dritten Semester alle sorgfältig abgeheftet werden müssen, hat mir mein Vater gut genug eingebläut. Alles kein großer Aufwand. Aber wie wird das aussehen, wenn ich mit dem Studium fertig bin und anfange zu arbeiten?

Das Praktikum jetzt gibt mir einen Einblick in den Alltag von Lehrern, und auch wenn mir das Unterrichten und generell die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht, ist es doch ziemlich viel, was zu tun ist. Die Zahl der Stunden, in denen ich hospitiere, entspricht etwa der Stundenzahl eines Lehrers mit voller Stelle. Der Unterschied ist allerdings, dass ich nach der Schule nach Hause fahre und abgesehen von ein paar Notizen zum Praktikum und gegebenenfalls Überlegungen zu einer Unterrichtsstunde nichts mehr zu tun habe. Lehrer hingegen bereiten Unterricht vor, führen gegebenenfalls Elterngespräche, planen Ausflüge, korrigieren Schulaufgaben, nehmen an Konferenzen teil und so weiter. Dazu kommt, dass ich bislang nur für mich selbst sorgen muss. Etwaige Kinder, die ich in ein paar Jahren schon ganz gerne hätte, erfordern zusätzlich zum Beruf zumindest in den ersten Jahren ziemlich viel Aufmerksamkeit.

„Wo kann man eigentlich diese Krummeluspillen von Pippi Langstrumpf kaufen, die machen, dass man nie erwachsen wird?“, war daher meine Frage in der vergangenen Woche. Ewig Kind bleiben, daraus wird wohl nichts. Bis ich mit dem Studium fertig bin, dauert es aber immerhin noch drei bis vier Jahre. So lange habe ich auf jeden Fall noch Zeit, eine weitere ehemalige SchülerVZ-Gruppe als Lebensmotto zu wählen: „Ich bin wie Peter Pan, kein Stück erwachsen, aber derbe cool.“

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 15, 2015