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Studentenleben live

Zu Gast im Zirkus

Circus Busch gastierte in unserer Stadt. Ich weiß nicht, wie lange ich schon nicht mehr im Zirkus war, aber wenn ich ein Zirkuszelt sehe, werde ich immer an eine alte Schulfreundin erinnert. Sie und ihre Familie leben im Schaustellergewerbe, sind zum Teil sogar im Zirkus groß geworden. Durch diese Freundin bin ich jedenfalls ein Fan vom Zirkus.
Wie ich so in Erinnerungen schwelgte, als ich gerade das Werbeplakat des Zikus betrachtete, fuhr ein Mädel an mir vorbei, das rief: „Da würd ich nicht hingehen, da misshandeln sie Tiere.“ Meine prompte Reaktion: „So würd ich das nicht formulieren.“ Ich weiß einfach von den Erfahrungen mit der Familie meiner Freundin, dass diese Leute für ihre Tieren und eben auch von diesen Tieren leben. Und obwohl ich des Studiums wegen militanter Tierschützer sein sollte – ist für Geoökologen nicht gerade ungewöhnlich – habe ich mit Zirkustieren kein Problem.
Nun gut, das erste Mal seit vielen Jahren hab ich mich also wieder in die Manege gewagt. Folgendes bot sich mir: Im funkelnden Zirkuszelt, das übrigens ziemlich schlecht besucht war für einen Freitagabend, thronte die Liveband über dem Artisteneingang. Und diese Band bot mehr als eine läppische Orgel, sondern richtig gute Musik. Als erstes kam der Clown, der die Band und das Publikum dirigierte, so was Albernes. Danach bekam ich Einblick in das, was mich in der Show so erwarten würde. War ich baff, als da auf einmal ein Elefant aus dem roten Vorhang hervortrat. Als erste Showeinlage wurde die Manege für einen Jongleurmeister im spanischen Kastagnettenstil freigemacht. Dann kamen schöne, elegante, große Pferde, gefolgt von einem etwas kleineren Pferd, das mich irgendwie an Barbie erinnerte. Und dann … kam vollkommen überraschend ein noch kleineres gepunktetes Dalmatinerpferd daher gerannt, das von einem wirklich winzigen Pferd gejagt wurde. Keine 60 Zentimeter war es groß. Ich musste herzhaft lachen. Wir Zuschauer durften noch einem Seiltänzer zuschauen und dressierte Kamele bewundern. Dann war da noch der Elefant auf dem kleinen Hocker. Der Klassiker. Er stieg auch über eine hübsche Dame. Naja, wie elegant das noch ist, wenn die Tiere mitten im spannendsten Teil ihre Böller fallen lassen. Ich fand es irre witzig. Eine opernsingende Tuchtänzerin trällerte und schwang sich in schwindelerregende Höhen. Das war übrigens die einzige Nummer, bei der die Band nicht mit virtuosem Spiel die Akrobaten begleitete. Dann waren da noch lustige Akrobaten im Schottenrock, eine weitere Pferdenummer, und natürlich die Frau, die vom Magier zerschnitten wurde. Musste ja sein. Den Abschluss machten zwei Muskelprotze von akrobatischen Turnen. Das gefällt mir ja immer besonders gut, also weniger die Muskeln, als die gewaltige Körperbeherrschung, die solche Körperkünstler haben.

Nach der Vorstellung blieb bei mir ein Lächeln auf den Lippen und der Eindruck, dass diese Welt auch ein bisschen auf mich abgefärbt hat. Zumindest schritt ich ganz theatralisch und mit einem „Tusch“ auf den Lippen danach im Wohnzimmer herum.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 13, 2014

Studentenleben live

Anwesend? Ja, nein vielleicht

Bislang hieß es an der Uni immer: In Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht, in Seminaren schon. Zweimal unentschuldigt zu fehlen war okay, dreimaliges Fehlen konnte mit Attest oder kulantem Lehrkörper auch noch zum Bestehen des Seminars führen, war aber meistens mit zusätzlichen Arbeiten (längere Essays oder Protokolle) verbunden.

Dann kam das Hochschulzukunftsgesetz. Verabschiedet im September und in Kraft getreten am 1. Oktober war die erste Reaktion darauf erst einmal Verwirrung. In so kurzer Zeit ist es kaum möglich, sich zu überlegen, wie genau die Forderungen umgesetzt werden sollen, sodass sämtliche Dozenten in der ersten Sitzung etwas von „Ja, wir wissen auch nicht genau, wie sich diese Änderung auswirkt … ABER Sie müssen nicht mehr verpflichtend zur Uni kommen.“

Eine genaue Meinung habe ich mir zu den neuen Anwesenheitspflichten noch nicht gemacht. Auf der einen Seite finde ich es gut: Die Dozenten werden motiviert, ihre Seminare ansprechend genug zu gestalten, um die Studenten bei Laune und im Raum zu behalten. Auf der anderen Seite befürchte ich, dass in manchen Seminaren nicht mehr viel los sein wird, weil alle sich in der ersten Stunde ein Thema für Referat oder Essay holen, noch einmal kommen, um das Referat zu halten, aber ansonsten nicht hingehen. Allerdings muss man sich auch überlegen, was einem ein Seminar letztendlich bringt. Man studiert schließlich nicht nur, um sich seine Nachweise abzuholen und am Ende dann ein Zeugnis mit der Bescheinigung „Bachelor“ zu erhalten, sondern besonders deswegen, weil man sich mit Themen auseinandersetzen, Kompetenzen erarbeiten und Sachverhalte genauer betrachten möchte.

Nach zwei Wochen Uni habe ich festgestellt, dass ich kaum ein Seminar schwänzen kann und möchte. Fast alle Kurse, die ich bisher belegen konnte, sind ziemlich interessant und zum Thema eines Seminars möchte ich sogar meine Bachelorarbeit schreiben, da sollte ich also dringend hingehen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 12, 2014

Studentenleben live

Hinter der Kamera

Eine Geheimhaltungserklärung habe ich nicht unterschrieben, aber dennoch möchte ich niemanden spoilern, darum nur kurz: Der Film, in dem ich als Komparsin mitwirken durfte, spielt um 1930, heißt „Fritz Lang – Der andere in uns“ und wird vermutlich 2016 pünktlich zur Berlinale in die Kinos kommen. Im letzten Blog-Eintrag habe ich lang und breit erzählt, dass ich noch nie so richtig einen Einblick ins Filmgeschäft hatte. So ganz stimmt das nicht, bei drei kleineren Youtube-Produktionen habe ich schon als Komparsin im Hintergrund herumgesessen, getanzt oder angewidert geguckt. Auch wenn das ziemlich coole Erfahrungen waren, ist ein großer Kinofilm nochmal etwas ganz anderes.

Was sind denn nun meine Komparsen-Eindrücke gewesen? Es ist nicht alles so, wie man meint.

1. Während man im Film nur zwei Personen sieht, die sich unterhalten, stehen beim Dreh eine Vielzahl von Menschen daneben: Kameramann, Ton-Ingenieure und Regisseur, Regieassistenz, Setrunner, Maskenbildnerinnen, die in jeder Drehpause mit Puderpinseln und Haarklemmen von Darsteller zu Darsteller eilen, Beleuchter, Komparsen, die gerade nicht gebraucht werden, Kostümbildner … Vor den Darstellern, die trotzdem bei jedem neuen Take wieder dieselbe Szene abliefern und dabei wirken, als wäre das eine normale Situation und die Kameras gar nicht vorhanden, habe ich absolut Respekt! Ich war schon mit meiner Aufgabe, dazustehen und neugierig-interessiert-besorgt zu gucken, mehr als ausgefüllt.

2. Es sieht im Kino so aus, als wäre alles an derselben Stelle gedreht worden? Pustekuchen! Das Licht ist schlecht? Okay, komm wir gehen alle 20 Meter weiter. Auch wenn die einzelnen Einstellungen dann an fünf verschiedenen Positionen gedreht werden. Die Aufnahmen fanden zwar alle am Rand desselben Felds statt, aber bei jedem Kamerawechsel mussten wir mal zehn, mal 100 Meter in die eine oder andere Richtung rücken, um besseres Licht oder einen schöneren Hintergrund zu haben. Ob das dem Zuschauer später auffällt? Vermutlich nicht.

Mein Blick auf das Filmgeschäft hat sich verschärft, was Tricks angeht. Wenn ich einen Film sehe, ertappe ich mich manchmal dabei, zu gucken, ob ich Anschlussfehler finde, nicht nur in der Handlung. Ich achte auch auf den Ort und klopfe den Darstellern nach einem guten Film mental auf die Schulter

Nach der Komparsenrolle bin ich nicht nur gespannt auf den Film im übernächsten Jahr, sondern habe vor allem auch noch festgestellt: Das Filmgeschäft wäre auf die Dauer nichts für mich. Ich habe nach dem Abi eine Weile damit geliebäugelt, hinter der Kamera zu arbeiten, und die kleinen Einblicke, die ich bisher erhalten habe, waren auf jeden Fall interessant. Trotzdem ist es mir – neben dem unsicheren Arbeitsplatz, Festanstellungen gibt es am Set schließlich wenige – mit zu viel Stress verbunden. Außerdem habe ich die Sorge, auf Dauer womöglich den Blickwinkel eines Zuschauers zu verlieren, den man braucht, um einen Film wirklich genießen zu können. Nicht zu vergessen, dass ein Drehtag vor allem aus Warten besteht. Warten aufs Kostüm, auf den Drehbeginn, auf die Autos zum Drehort, auf die Sonne, darauf, dass die alle 20 Minuten kommende Bahn vorbeifährt. Auf die Dauer ist das deutlich anstrengender als das Drehen an sich. Dennoch: Komparse sein macht Spaß und wenn es sich anbietet, mag ich gerne noch einmal einen Tag am Rande des Kamerawinkels verbringen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 10, 2014