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Studentenleben live

Unbegrenzte Möglichkeiten

Manchmal frage ich mich tatsächlich, ob es nicht praktischer wäre, wenn wir in einer sozialistischen Planwirtschaft leben würden. Man stelle sich vor, das Supermarkt-Kühlregal würde nicht 50 verschiedene Joghurt-Sorten beherbergen, sondern nur vier. Wir würden nicht 15 Minuten damit verbringen, uns entscheiden zu müssen, ob wir lieber Rhabarber-Holunder oder doch Cranberry-Sanddorn kaufen wollen. Wir hätten die Wahl zwischen Erdbeere, Kirsche, Banane und vielleicht noch Johannisbeere – und gut ist. Keine quälenden Abwägungen mehr.

Ähnlich geht’s mir bei der Wahl des Master-Studiengangs. Die Auswahl ist unglaublich groß, nahezu unbegrenzt. Das ist auf der einen Seite natürlich schön, ein wahnsinniger Fortschritt im Vergleich zu früher (analog zur heutigen Auswahl an Joghurt-Sorten, die ja auch viele Vorteile bringt). Auf der anderen Seite stellt es einen jedoch auch vor die Wahl: Welches Angebot nehme ich nun wahr? Und verpasse ich nicht etwas, wenn ich das nehme?

Eines steht auf jeden Fall fest, liebe Abiturienten: Der Entscheidungsstress „welchen Bachelor soll ich denn jetzt nehmen“ wird nicht euer letzter sein – vorausgesetzt ihr wollt noch einen Master dranhängen. Bis dahin, da bin ich mir sicher, wird die Zahl der Studiengänge sogar noch um ein Vielfaches höher sein. Die der Joghurt-Variationen aber wahrscheinlich auch.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Feb 24, 2014
Autor: Leon
Rubrik: studium
Feb 24, 2014

Studentenleben live

Hausarbeiten & Prokrastination

Bald schon werden das rhythmische Klackern und taktische Zehn-Finger-tippen wieder mein Leben bestimmen – es geht an das Hausarbeitenschreiben. Viele meiner Freunde haben größere Probleme damit und schieben es auf, soweit es nur geht. Jede Zeile kostet sie eine Mordsüberwindung. Dieses Phänomen, die Prokrastination, war auch meine furchtbarere Begleiterin bei den ersten beiden Arbeiten.

Seitdem habe ich zum Glück verschiedene Tricks entwickelt, wie ich meinem eigenen Unmut beikommen kann und es frühzeitig schaffe, mich an den Schreibtisch zu setzen: Zunächst geht es ganz klassisch mit Aufräumen los – der Schreibtisch muss entrümpelt werden. Wenn sich zu viel drauf stapelt, ist es zu leicht, sich abzulenken. Nur der PC, ein oder zwei Bücher sowie Notizmaterial dürfen bleiben.

Danach, und dies ist ein sehr persönliches Ritual, zünde ich mir eine dicke Stumpenkerze an. Sie ist mein Zeitmesser. Ich hoffe ich schaffe alle drei Hausarbeiten mit dieser einen Kerze ...

An Tagen, an denen ich so richtig unmotiviert bin, setze ich mir Zeitlimits. Dann arbeite ich beispielsweise eineinhalb Stunden konzentriert durch und gehe danach eine Runde raus oder gönne mir etwas anderes. Es ist für mich auch sehr wichtig, mindestens eine schöne Aktivität am Tag zu planen. Das kann ein Kochabend mit Freunden oder ein Besuch in der Schwimmhalle sein. Da ich nicht in der Bibliothek schreibe, ist es sehr wichtig, diese Aktivitäten zu planen, um ab und an zu entkommen.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Feb 20, 2014

Studentenleben live

École Normale Supérieure in Paris

Nachdem mich weder das Collège de France, noch die Sorbonne richtig überzeugen konnten, ging ich zur École Normale Supérieure kurz ENS. Ich fand den Eingang nicht sofort, lief an einigen elektronisch gesicherten Türen vorbei und fürchtete, auch hier nicht ohne Probleme hineinzukommen. Doch dann kam ich zum Haupteingang – weit geöffnet, ohne Wärter und sogar ohne Ausweiskontrolle. Wieder war es ein ziemlich altes Gebäude, wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, mit quadratischem Innenhof. Alles war sehr gepflegt, es gab einen kleinen Springbrunnen in der Mitte, ein paar Bäume und Parkbänke.

Mitten im Hof standen ein paar Studenten zusammen. Ich sprach sie an und fragte, wo denn das Institut für Philosophie sei. Einer antwortete: im Haus Louis Pasteur. Also machte ich mich auf den Weg. Das Institut war in einem kleinen Haus untergebracht, gleich rechts vom Haupteingang. Ich betrat einen schmalen, düsteren Flur, alles wirkte wie in einem früheren Jahrhundert, nur die gedruckten Aushänge warn aus heutiger Zeit. Auf einem kleinen Tisch lag ein Stapel roter Hefte, das Vorlesungsverzeichnis des internationalen philosophischen Kolloquiums. Ich nahm eines der Hefte mit, um es in einem Café zu studieren.

Draußen kam ich am Schaufenster eines Immobilienmaklers vorbei und sah einige Aushänge mit kleinen und kleinsten Wohnungen, die zu vermieten sind. Ein kleines Zimmer mit zwölf Quadratmetern kostet hier 550 Euro. Eine Ein-Zimmer-Wohnung sogar 700 Euro. Vielleicht ist Leipzig ja doch nicht so übel?

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 19, 2014
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Rubrik: studium
Feb 19, 2014