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Studentenleben live

Theaterabend

Früher waren Theater und Oper meine Leidenschaft. Als ich noch in Rostock wohnte, ging ich sogar mehrmals im Monat. Dort gab es sehr gute Angebote für Studierende und über meine Arbeit fürs Lokalradio konnte ich oft umsonst mit zu den Premieren.

Doch obwohl ich mich unter anderem für die Stadt Magdeburg als Studienstandort entschied, weil es hier so viele Theater gibt, bin ich bis jetzt noch nie in einem Stück gewesen. Eigentlich ist das schon fast traurig. So traurig, dass eine Drehscheibe auf den Campus-Tagen Mitleid mit mir hatte und mich eine Karte gewinnen ließ. Ich wählte Carmina Burana.

So stand ich dann vergangen Sonntag vor den Toren der Oper und eroberte ihr Inneres. Es ist ein sehr großes Gebäude und es blieb mir ganz unverständlich, wie ich ein Jahr lang daran vorbeifahren konnte, ohne einmal hineinzugehen.

Ich durfte in der dritten Reihe sitzen. Das Stück wurde getanzt und das Orchester spielte vortrefflich. Leider ging der Inhalt im Tanz verloren. In der Pause wurde mir dann mitgeteilt, dass die erste Hälfte noch keinen Inhalt transportiert, was sich in der zweiten Hälfte dann aber auch nicht wesentlich änderte. Ich fand es trotzdem gut. Beim nächsten Mal geht es dann aber auf jeden Fall ins Theater. Und dass es ein nächstes Mal gibt, nehme ich mir an dieser Stelle ganz fest vor.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jan 14, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jan 14, 2014

Studentenleben live

Die Uni - ein warmer Ort für Obdachlose

Es ist kalt draußen. ‚Seit das Wetter so schlecht ist, sehe ich bei uns in der Uni immer wieder ein paar ältere Männer, die auf den Bänken im Hörsaalgebäude sitzen, links und rechts eine Plastiktüte mit ihren Habseligkeiten und ein paar Bierflaschen.

Sie sind hier nicht allein und müssen nicht mehr frieren. Manche Studenten schlagen einen Bogen um sie, andere gehen absichtlich nah an ihnen vorbei. Als ich einen von ihnen gestern ansprach, erschrak er zunächst ein wenig, zog sich zusammen wie eine Schildkröte, die Gefahr wittert, schaute mich den Kopf kaum hebend an. Ich fragte ihn, ob er sich hier wohl fühlt, was er macht, wenn die Uni am Abend schließt. Es sei hier besser als draußen, sagte er, ein Klo sei auch nicht weit. Kurz vor zehn würden er und die anderen dann von alleine gehen, nachdem der Hausmeister sie schon ab und an mal verscheucht habe.

Ein anderer schaltete sich in unser Gespräch ein – machte eine Grimasse und hielt sich die Nase zu – manche Studenten würden demonstrativ mit zugehaltener Nase an ihnen vorbei laufen. Die meisten aber wären so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie wie Tauben erst dann aufschreckten und davon flögen, wenn sich einer von ihnen regt oder mal rülpst. Ich fragte außerdem wo sie denn schlafen, wenn sie nicht hier in der Uni bleiben können? Da habe jeder so seinen Ort – mehr wollten sie nicht sagen.

Schade eigentlich, dass unser Campus so kalt und wenig einladend ist. Schade auch, dass es da nicht einen Ort gibt, wo diese Männer willkommen sind, wo sie sich und ihre Kleider mal waschen können. Ich habe während des Gesprächs jedenfalls bemerkt, wie gut es mir eigentlich geht.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jan 14, 2014
Autor:
Rubrik: studium
Jan 14, 2014

Studentenleben live

Feldforschung in der Bahnhofsmission

Im Rahmen eines Moduls konnte ich mich entscheiden, ob ich eine Gesprächsanalyse oder eine ethnografische Feldforschung durchführen möchte. Da mir Ethnologie (hierzu gehört die Feldforschung) schon immer Spaß gemacht hatte, entschied ich mich für letzteres.

Die ersten Feldforschungen (als Feld bezeichnet man den Bereich, der erforscht werden soll) fanden auf einsamen tropischen Inseln oder im Urwald statt, in Gegenden, die noch weitgehend unentdeckt waren. Europäische Forscher fuhren zu den fernen Völkern und Stämmen und lebten einige Zeit mit ihnen, lernten ihre Sprache, ihre Sitten und Gebräuche und versuchten ihre Sozialstruktur zu verstehen. Charakteristisch für eine gute Feldforschung ist dabei ihre Methode, etwa die teilnehmende Beobachtung. Das heißt, dass man die untersuchte Kultur sowohl von außen (Beobachtung) als auch von innen, aus der Sicht der Einheimischen (teilnehmend), verstehen soll. Da wir in unserem Studium nicht zu fernen Völkern reisen können und es kaum mehr unberührte Kulturen gibt, führen wir die Feldforschung vor Ort in einer Subkultur unserer Wahl durch. Ziel ist es, die sozialen Muster dieser Subkultur durch Beobachtung und Teilnahme zu erkennen und zu analysieren.

Ich führe meine Feldforschung in der Bahnhofsmission durch. Ich dachte mir, wenn ich schon in eine Subkultur eintauchen soll, dann kann ich dabei auch etwas gemeinnütziges tun. Einmal in der Woche nehme ich nun an den Aufgaben der Mitarbeiter dort teil (wir geben etwa Kaffee aus) und beobachte, wie sie ihren Arbeitsalltag und den Umgang miteinander gestalten. Abschließend werde ich aus meinen im Feld gemachten Notizen (wozu auch Beschreibungen meiner Gefühle gehören, denn ethnografische Forschung ist nicht objektiv, sondern interpretierend) eine Ethnografie erstellen, in der ich dann nicht mehr nur beschreibe, sondern Klassifikationsschemata bilde und Beziehungen der einzelnen gefundenen Kategorien untereinander auftue.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 13, 2014