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Studentenleben live

Sport, Sport, Sport

In Mexiko wurde ich sehr oft gefragt, was ich denn vermissen würde. Meine Standard-Antwort war „Schokolade“. Doch mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass dies nicht stimmte. Es fehlte mir was ganz anderes: Das Schwitzen und Pochen in den Adern.

Seit meiner Rückkehr nach Magdeburg segle ich auf einer Welle der Glückseligkeit, denn ich kann wieder regelmäßig Sport treiben. Nach einem Jahr und zahlreichen missglückten Versuchen, ein geeignetes Fitnessstudio in Mexiko-Stadt zu finden, genieße ich es, hier wieder so viele Möglichkeiten zu haben, und koste dies voll aus.

Kein Smog mehr, der beim Laufen in der Nase brennt, keine Straßenkreuzung nach der anderen und keine Gefahr, wenn es schon dunkel ist. Die Laufschuhe stehen vor der Tür und nach den ersten anstrengenden Runden macht es wieder richtig Spaß. Magdeburg ist eine wunderbare Stadt zum Joggen. Sie ist wunderbar grün und durch Parks und über die Elbe schlängeln sich viele verträumte Wege.

... Und auch das Schwimmen. In Mexiko war dies beinahe unmöglich. Für die einzige staatliche Schwimmhalle in meinem Stadtteil hätte ich mich bewerben müssen, mit einem Gesundheitszeugnis, Passfoto, und so weiter. Die privaten Bäder sind nur über eine Clubmitgliedschaft zugänglich – ein sehr exklusives Unterfangen. Ein Hoch auf die öffentlichen Volksbäder in Deutschland, 50-Meter-Bahnen und Studentenrabatte. Ich bin begeistert!

.Aber was vermisse ich an Mexiko? Antwort: Quesadillas. Doch wer weiß, die Sonne, die Landschaften oder das Kulturangebot wären auch gute Antworten.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2013
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 17, 2013

Studentenleben live

Institut für Kulturwissenschaften

Die Uni Leipzig hat mit der Wende vor gut 20 Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht. Hunderte von Professoren wurden entlassen, ganze Institute geschlossen, nur um die Uni dann mit Neubesetzungen wie einen Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. So ist es auch meinem Institut für Kulturwissenschaften ergangen, das 1993 neu gegründet wurde. Nun haben einige Studenten bei uns eine sehr gelungene Ausstellung darüber gemacht. Auf den Tischen im Seminarraum kleben in Streifen die Titel von besonders ungewöhnlichen Abschlussarbeiten etwa „Wie Studenten Freunde finden – Netzwerkbildung im Studentischen Milieu“, oder „Milch in Transit – Menschen und Milchen – Markt und Subsistenz“, oder „Gender and the city – Medienrezeption und Geschlecht – eine Qualitative Rezeptionsstudie der Serie Sex and the City“. Mein Favorit aber: „WG-Frust durch das andere Geschlecht – Rollendenken in Wohngemeinschaft anhand der Bewältigung gemeinsamer Haushaltsaufgaben“.

Diese Titel zeigen, wie frei wir Kulturwissenschaftler sind. Aber was macht man, wenn man Experte derart spezifischer Themen geworden ist?! Dazu haben die Jung-Kuratoren der Ausstellung ein Plakat entworfen, um zu zeigen in welchen Berufen die Absolventen der letzten Jahre untergekommen sind: Die meisten sind an der Uni geblieben und arbeiten in Lehre und Forschung, viele sind Journalisten geworden, Redakteure, Verlagsmitarbeiter, Pressesprecher. Andere haben Unternehmen gegründet, sind in der Beratung, manche sind aber auch arbeitslos oder studieren nun noch was anderes.

Aber zurück zur Ausstellung: Vor den Büros schwebt ein Fußball an einer Angelschnur von der Decke herunter, darin ein Mp3-Player. Wer die Kopfhörer dazu aufsetzt, hört kurze Interviews mit einigen vom Fußballteam des Instituts. Um die Ecke steht eine Sitzbank. Scheinbar aus dem Nichts hört man dort eine Stimme. Sie listet einige Begriffe auf, die uns Studenten zum Institut eingefallen sind: „familiär, Kontingenz, hübsche Augen, Coffee and Cigarettes, endloses Gelaber ...“

Soviel zu dieser kleinen gelungenen Selbstreflexion unseres Instituts ... Ausstellungen machen lernt man hier wohl auch!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2013
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Rubrik: studium
Dec 16, 2013

Studentenleben live

Abschiede

Zum Erwachsenwerden gehört es auch, immer mehr Abschiede jeglicher Form mitzumachen. Der Abschied von daheim, dem Bekannten, aber auch von Freunden und Verwandten. Von Hobbys, Vereinen, Sportarten. Beziehungen zerbrechen, Freundschaften gehen auseinander, Menschen sterben. Ich stelle mir das oft als Ast mit vielen Zweigen vor. Immer, wenn ein Abschied ansteht, ist das so als würde ein Zweig abbrechen. Früher dachte ich, dass dann an dieser Stelle etwas Neues wachsen kann (gemäß dem Motto „Jeder Abschied geht mit einem Neuanfang einher“). Heute weiß ich, dass dieser Neuanfang oft an einer ganz anderen Stelle, in einer ganz anderen Richtung zu suchen ist. Viele Zweige (Möglichkeiten, Beziehungen, Wege) bleiben abgebrochen und man schafft es nicht immer, an dieser Bruchstelle wieder glücklich zu werden. Man sollte es oft nicht einmal versuchen, da man so die Augen vor all den anderen Stellen verschließt, an denen man vielleicht sein Glück findet. Zum Erwachsenwerden gehört deshalb auch, einzusehen, dass man nicht alles erklären und wieder gut machen kann. Dass die weiße Weste, mit der wir gestartet sind, einen Fleck nach dem andern bekommt, das Holz, aus dem wir geschnitzt sind, Stück für Stück weitere Einkerbungen bekommt, um uns zu dem zu machen, was wir sind. Und wenn die Schläge zu schnell auf einmal kommen, dann geht nichts über Freunde, die zwar nicht die Antworten auf alles haben, aber immerhin gemeinsam mit einem weitergehen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Dec 12, 2013