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Studentenleben live

Wir gründen eine Konversationsgruppe

Meine Eltern wollten mir damals keinen Namen geben, den man nur in Deutschland kennt, sondern dachten sich, dass ich vielleicht später einmal viel mit Menschen aus anderen Ländern zu tun haben werde oder dass ich vielleicht eines Tages auch woanders leben würde. Und in der Tat: Mein Name ist und bleibt im Ausland sehr praktisch. Spätestens seit der Verfilmung der Titanic-Geschichte mit Kate Winslet kennt jeder Jack und … Rose (ich spreche mich allerdings ganz normal deutsch aus). Und wenn das nicht hilft, kann man meinen Namen ohne Probleme übersetzen. Auch dass Frauen nach Blumen heißen, ist in erstaunlich vielen Kulturen Tradition.

Anscheinend finden aber auch andere Deutsche meinen Namen international.

Kurz nachdem ich neu ins Wohnheim gezogen war, klingelte es an meiner Tür. Zwei Mädchen fragten mich, ob ich nicht Lust hätte als englische Muttersprachlerin Anglistikstudis in einer Konversationsgruppe zu unterstützen. Ich musste ihnen leider sagen, dass sie sich geirrt hatten und sie zogen irritiert wieder ab. Auf die Idee, dass ich Engländerin oder Amerikanerin sein könnte, war ich noch nie gekommen.

Aber es kommt noch besser: Gestern klingelte es an meiner Tür. Nichts ahnend öffnete ich und eine sympathische Frau begann mich auf Französisch anzusprechen. Leider konnte ich ihr nicht folgen, weil ich kaum Französisch verstehe. „Sind das jetzt die Zeugen Jehovas?“, dachte ich mir. Eine Freundin hatte mir erzählt, dass sie manchmal auch in die Studiwohnheime kommen. Anscheinend sind Studis oft anfällig für einen einfache, tröstende Religion. Die Frau schien meinen fragenden Blick zu verstehen und erklärte mir (diesmal auf Deutsch), dass sie Menschen für eine Französisch-Konversationsgruppe sucht und dachte, ich wäre vielleicht Französin. Ach, schon wieder ne Konversationsgruppe!

Liebe Menschen, die auch vorhaben so etwas zu gründen: Ich muss euch enttäuschen, ich kann weder Englisch noch Französisch auf Muttersprachenniveau. Also bitte klingelt nicht an meiner Tür!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 12, 2013

Studentenleben live

Vier auf einen Streich

Die Diagnose stand eigentlich schon vor fast einem Jahr, aber im „unbequeme Tatsachen verdrängen“ bin ich Champion. Alle vier Weisheitszähne sollten mir gezogen werden und zwar möglichst schnell, schließlich begannen meine Schneidezähne sich merklich in alle Himmelsrichtungen zu verschieben. Erst als mir irgendwann klar wurde, dass mir eine feste (!) Zahnspange drohte, sollte ich den Termin für die Zahn-OP noch weiter hinauszögern, packte mich aus der Not heraus wilder Aktionismus. Ich rief meinen Zahnarzt an und vereinbarte den Termin gleich für die erste Semesterwoche. Es sollten zunächst nur zwei Weisheitszähne gezogen werden. Wie kann man sich wegen blöder Zähne so anstellen?! Das fragte ich mich auch permanent, aber ich fühle mich so schon in jeder Arztpraxis unwohl. Die Vorstellung eines grausamen Herausreißens meiner lieben Beißerchen versetzte mich in einen Angstzustand.
Am Donnerstag schwänzte ich die Uni und ging um acht Uhr morgens meinem Untergang entgegen. Ich zitterte vor Aufregung, verbiss mich aber darin, mit dem Zahnarzt auszuhandeln, gleich alle vier zu machen. Nach einem Blick auf das Röntgenbild erklärte er sich einverstanden und die Prozedur begann.

Ich habe noch nie etwas Unentspannteres und Destruktiveres erlebt. Natürlich habe ich kaum etwas gespürt, aber der Gewaltakt, mit dem sie mir vier Zähne entrissen, zersägten und herausbrachen, war ziemlich verstörend. Das war das Schlimmste an der Sache. Ich musste insgesamt bloß zwei Schmerztabletten nehmen, sah nur einen Tag lang aus wie ein Hamster und konnte auch bald wieder gut essen. Aber das Geräusch des herausbrechenden Zahns … gruselig!

 

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Nov 11, 2013

Studentenleben live

Das Marketingspiel

Letzte Woche hatten wir im Marketing-Forum den CEO einer international bekannten Werbeagentur zu Gast. Das Thema war Brand Management und der Vorlesungssaal war überdurchschnittlich gut besucht. Um das ganze so anschaulich wie möglich zu gestalten, stellte er uns sechs verschiedene Mini-Fallbeispiele vor. Alles begann mit einer – heute starken – Marke, die in der Vergangenheit mit Problemen strategischer Art zu kämpfen hatte. Erst mussten die Probleme definiert werden, bevor man damit beginnen konnte, nach einer effektiven Lösung zu suchen. Der CEO betonte immer wieder, dass es für erfolgreiche Marken nichts Wichtigeres gäbe, als sich von seinen Wettbewerbern zu unterscheiden und gleichzeitig eine feste Relevanz für die Konsumenten zu haben.

Natürlich ist Relevanz nicht alles, schließlich geht es darum, Markentreue zu entwickeln. Eine Marke muss faszinieren und in gewissem Maße auch polarisieren. Letzteres nur bis zu einem geringen Punkt, da es sonst sehr schnell passieren kann, dass die Marke oder das Produkt aufgrund mangelnder Kaufkraft floppt.

Wie bricht man also das Eis? Das Zauberwort ist Emotionale Kommunikation. Am besten verpackt man diese Emotionen in einer ansprechenden Geschichte, die die Konsumenten mitreißt. Storytelling nennt man diesen Trend. Doch wie es für Trends so üblich ist, vergehen sie irgendwann und machen Platz für Neues. Die Frage, die sich ein Marketer stellen sollte, ist also: Gehe ich mit den bestehenden oder setze ich neue Trends? Am besten wäre es natürlich, selbst neue Trends zu setzen. Denn auch in der Marketingwelt gebührt dem ersten, der eine fantastische Idee hat, oft der meiste Ruhm. Zumindest aus der Perspektive, sich von seinen Konkurrenten abzusetzen. Grob gesagt wirkt also alles wie ein Spiel. Ein Spiel, bei dem es darum geht, wer der erste ist, wer das meiste aus dem Spiel herausholt und am Ende als Sieger da steht. Ich persönlich finde dieses Spiel äußerst spannend – deshalb studiere ich ja auch Marketing!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Nov 8, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Nov 8, 2013