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Studentenleben live

Alltagsabenteuer

Hier im Surfcamp kehrt langsam Routine ein. Wir essen unsere Nudel abwechselnd mit roter oder weißer Soße, pilgern täglich auf die Düne, um die Wellen zu begutachten und besprechen immer um 10.15 Uhr wer welche Kurse übernimmt und wer das Abendessen zubereitet.

Da kommt einem ein bisschen Abwechslung doch sehr gelegen. Ein relativ alter VW-Bus hatte sich auf dem sehr sandigen Campingplatz-Boden eingegraben. Die vordere Achse steckte einen guten halben Meter im Sand. Der in der vorherigen Nach gefallene Regen hatte die Lage noch verschlimmert. Ein Entkommen aus eigener Kraft war dem Bus unmöglich geworden.

Zum Glück des Pechvogels allerdings ist eine meiner Team-Kolleginnen mit einem Jeep unterwegs. Nach Ende der Saison plant sie nämlich, über Portugal und Spanien per Fähre bis runter nach Süd-Marokko zu touren, wo sie den Winter über ein Forschungssemester verbringen wird. Doch Allradantrieb und ein Abschleppseil reichten leider nicht, um den schweren Bus aus seinem Loch zu holen. Was allerdings wäre ein Jeep ohne das nötige Zubehör? Zufälligerweise bemerkten wir schließlich die Sandbleche auf der Ladefläche, eingepackt in unscheinbare graue Laken. Mit ihnen und ein paar Spaten, mit denen wir die Reifen freilegten um die Bleche zu positionieren, schafften wir den T4 schließlich aus seinem Grab.

Um eine Menge Erfahrung und zwei Sixpacks Bier reicher machten wir uns einigermaßen stolz auf den „Heimweg“. Bleibt nur noch zu hoffen, dass das ganze in Marokko dann nicht mehr nötig sein wird!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 23, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 23, 2013

Studentenleben live

Erwachsen werden

Ja, ich muss ehrlich zugeben, ich beobachte gerne Menschen. Gangarten, Kleidungsstile, Verhaltensweisen. Am liebsten auf Marktplätzen, in der Bahn und früher auch oft auf dem Schulhof.

Seit es nun aber stattdessen der Hochschulcampus geworden ist, hat sich einiges verändert. Die Gesichter, in die ich blicke, sind jetzt erwachsener. Jeder scheint seinen eigenen Stil gefunden zu haben. Klar, dazwischen laufen auch vereinzelt Menschen herum, denen nur noch der altbekannte 4YOU-Rucksack zu fehlen scheint, um das äußerliche Image abzurunden und mir die letzte innerliche Bestätigung zu geben, dass es sich bei ihrem Hochschulbesuch wirklich um nichts anderes als einen Schulausflug handelt. Aber die Erwachsenen-Fraktion überwiegt doch deutlich. Und manchmal macht sie mir Angst. Angst, weil ich lebenslauftechnisch in der Theorie auf derselben Stufe stehe wie sie – im Studium und irgendwie so ziemlich mitten im Leben. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, das selbst auszustrahlen, weil ich mich selbst noch lange nicht so fühle. Weil ich in Diskussionen so schnell meinen eigenen Standpunkt verliere, weil ich neulich im Vorstellungsgespräch nicht sagen konnte, was ich für Ziele habe und was für Prioritäten im Leben, weil ich Freunde fragen muss, wenn ich mich selbst beschreiben soll, und weil ich viel zu oft nicht weiter weiß.

Von meiner Wand lächelt mich eine Postkarte an: „Erwachsen werden? Ich mach zwar viel Scheiß mit, aber nicht jeden...“ Vielleicht eine gute Devise, mich aus der Affäre zu ziehen, solange ich noch keine Ahnung habe, was Erwachsenwerden tatsächlich heißt. Irgendwie habe ich ja auch noch ein bisschen Zeit dafür und dass „volljährig“ kein Synonym für „erwachsen“ ist, war mir auch schon länger bewusst. Wahrscheinlich ist das alles ein Prozess, der bei manchen eben schneller als bei anderen geht und vermutlich würde sich auch die Hälfte derer, die ich als erwachsen empfinde, selbst nicht so bezeichnen. Also heißt es wohl erst einmal weiter abwarten, Erfahrungen machen, Tee trinken und hoffen, dass andere Menschenbeobachter mir immerhin keinen 4YOU-Ranzen mehr wünschen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Sep 20, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Sep 20, 2013

Studentenleben live

Alles dreht sich um ... Prag

Die vier fantastischen Wochen Sommerschule in der schönsten Hauptstadt Europas haben mir Flausen in den Kopf gesetzt. Ganz viele Flausen, die ich nun nicht mehr los werde. Tschechisch ist genau meins. Meine Sprache, mein Land, meine Kultur.
Vielleicht muss ich doch meinen Bachelor verlängern und einfach nochmal dahin. Die Sprache noch mal richtig lernen. Von A bis Z. Und dann Tschechisch weiter studieren. Auf der anderen Seite wäre es so einfach, den Bachelor jetzt fertig zu machen, um dem Master einen großen Schritt näher zu kommen! Außerdem ist ein ganzes Studium in Prag bestimmt in keinster Weise vergleichbar mit einem vierwöchigen Aufenthalt an einer kleinen aber feinen Sommerschule! Wir waren dort gern gesehene Gäste, jeder hat sich um uns gekümmert und jeder tschechische Satz wurde mit Freuden aufgenommen. Das würde im Alltag anders sein. Ganz anders.
Wieder mal bin ich hin- und hergerissen zwischen Ausland und daheim bleiben. Eigentlich wollte ich den Bachelor durchziehen. Aber man kann ja mal im BAföG-Amt nachfragen, was die so über meine Pläne denken, und ob ich mit finanzieller Unterstützung rechnen kann. Und dann wird nach der Inga-Strategie verfahren: Erst mal bewerben, hinterher weiß man mehr! Vielleicht werde ich ja gar nicht genommen. Glücklicherweise sind jetzt noch Semesterferien. So kann ich genüsslich der Aufschieberitis frönen – meine Sorgen werden mich erst im Oktober einholen.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Sep 19, 2013