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Studentenleben live

NSA, CIA und WIR

Alle Welt empört sich über die von Edward Snowden enthüllte Überwachung durch die US-amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA. Aber sollte uns das wundern? Warum sollen Regierungen nicht das im großen Stil machen, was WIR im kleinen Stil auch machen? Sind wir nicht ähnlich neugierig und googlen unsere Freunde, Bekannten, Lehrer und Professoren? Oder lesen wir nicht mit Neugierde ihre Profile auf Gesichtsbuch etc.? Nicht nur sind wir selber wie kleine Spione unter Freunden, wir liefern auch den großen Spionen mit unserer ganzen Neugierde und Kommunikationswut Futter.

Früher haben Leute, die befürchteten, über Wanzen abgehört zu werden, das Radio aufgedreht oder sind in laute Bars und Cafés geflüchtet. Wen der Gedanke stört, dass ein Computer in Fort Meade ein immer detaillierteres Bild von ihm aufzeichnet, der müsste ähnlich wie damals eine Art Lärm produzieren, der es dem Lauscher erschwert herauszuhören, was er sagt. Er müsste ein Programm im Hintergrund laufen lassen, das wahlweise diese oder jene Internetseite aufruft, verschiedene Google- oder Bing-Anfragen startet, usw. Auch müsste er an öffentliche Orte gehen, also etwa Internetcafés (solange es sie noch gibt!), wo man die IP nicht auf ihn zurückführen kann.

Nicht nur die Kommunikation geht mit dem Digitalen sehr schnell, auch ihre Überwachung. Um die ganzen Briefe der DDR zu überwachen, mit Wasserdampf zu öffnen und die Handschriften zu entschlüsseln, brauchte die Stasi viel mehr Mitarbeiter als die NSA. Und trotzdem können sie die gesamte digitale Kommunikation überwachen. Aber sind WIR nicht inzwischen alle unfreiwillige Informelle Mitarbeiter? Selbst die jüngsten James-Bond-Filme erscheinen im Licht dieser digitalen Überwachung geradezu antiquiert. Heute sitzen die neuen James Bonds in einem von Neonlicht erhellten Keller vor einem leistungsstarken Computer mit schnellem Internet. Wir aber werden in Zukunft vielleicht schon verhaftet, bevor wir überhaupt ein Delikt begangen haben. Big Data und die statistische Auswertung unsere Beziehungen, unserer E-Mails und Telefonate machen es möglich. Orwell und „Minority Report“ lassen grüßen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2013
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Rubrik: studium
Jul 25, 2013

Studentenleben live

Prüfungszeit

Draußen brütet die Sonne bei 35 Grad, die Menschen stehen ewig Schlange an den Eingängen zu den Freibädern, essen Eis und verbringen schöne Grillabende. Tja, alle tun das, außer den Studenten, die seit vier Wochen auch am Wochenende jede Minute zum Lernen für die Prüfungen nutzen. Man schaut sehnsüchtig aus dem Fenster und der Unmut wächst, über Professoren, die keinen Stoff eingrenzen, und über die Hitze, die das Lernen noch erschwert.

Und dann die letzte Woche, in der alle Prüfungen stattfanden: Kein Student hatte mehr Lust auf irgendwas, außer schlafen und einfach mal chillen. Prüfung reihte sich an Prüfung, bis ich dann endlich die letzten beiden Tests schreiben musste. Am Donnerstag davor hatte ich meinen absoluten Lernrekord von zehn Stunden erreicht, danach hatte ich das Gefühl, nichts mehr zu wissen.

Trotzdem verliefen die Prüfungen wirklich ganz gut, was mich beruhigt. Zwar liefen nicht alle unbedingt super, aber auch keine besonders schlecht. Und wenn man dann die letzte Klausur zuklappt und abgeben muss und der Gedanke aufkommt: Jetzt hast du zweieinhalb Monate Ferien, dann erscheint spätestens im Rückblick die Zeit des Lernens doch relativ kurz im Vergleich zu der Freizeit, die man ab diesem Zeitpunkt haben wird. Und dann ist man doch verdammt froh, Student zu sein und wieder ein Semester mehr gemeistert zu haben.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Jul 24, 2013
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Jul 24, 2013

Studentenleben live

Vorsingen ohne Gesang

Letzte Woche fand in unserem Institut das „Vorsingen“ für die Latinistikprofessur statt. Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass unser Gräzistikprofessor am Klavier saß und die Bewerber eine Tonleiter singen ließ.

Stattdessen ist „Vorsingen“ ein unitypischer Begriff für die Probevorträge, die diejenigen halten müssen, die eine Professur bekommen möchten. Wie alle Jobs im akademischen Milieu, sind die Professuren sehr umkämpft, erst recht, wenn sie nicht befristet sind, sondern eine sichere Stelle bis zum 65 Lebensjahr verheißen (mit Verlängerungsoption bis 68). Demzufolge ist es natürlich für ein Seminar sehr wichtig, wer diese Professur bekommt. So schnell wird man die oder den nämlich nicht wieder los.

Für das ganze Prozedere wird eine Kommission eingesetzt (vor allem andere Profs, ein paar Dozenten ohne Professur und sogar zwei Studis), die sich die Bewerbungen durchsieht, die geeigneten Leute einlädt und die Bewerbungsgespräche führt.

Bei uns waren es acht Interessenten, das heißt achtmal dreißig Minuten Vortrag plus Fragerunde. Darüber hinaus hat die Fachschaft mit jeder und jedem noch ein direktes Gespräch ohne andere Professoren organisiert.

Zu unserer großen Freude waren alle Vorträge auch von studentischer Seite her gut besucht. Man hat ja auch nicht alle Tage die Situation, dass man sich seinen zukünftigen Professor mit aussuchen darf. Trotzdem ist es immer schwierig, solche Dinge in der Klausurenphase zu organisieren.

Es war interessant, wie groß das Spektrum der Bewerber war. Nicht nur, dass sie sich aus der ganzen Republik und der Schweiz beworben hatten (von Hamburg bis Zürich), auch von der Qualität und ihren Bemühungen, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Die Studis haben ihr Votum per Feedbackzettel und Nachbesprechung abgegeben, nun ist es an der Kommission, von diesen acht drei oder vier auszusuchen und deren Publikationen zu prüfen. Wenn das geschehen ist, wird ein Ranking erstellt und die erste Person angeschrieben. Diese kann natürlich zu- oder absagen (ist ja logisch). Meist geht dem aber eine Verhandlung mit dem Rektor voraus. Dabei geht es – wie man sich vorstellen kann – ums Geld. Und um die Ausstattung und die Stellen, die der neue Prof zur Seite gestellt bekommt. So wird sich diese zweite Phase wohl noch etwas hinziehen und vermutlich werden wir erst im April wissen, wer der oder die Auserwählte ist. Es bleibt also spannend.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jul 19, 2013