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Studentenleben live

Semesterferien

Semesterferien sind toll. An meiner Hochschule gibt es die kurzen Ferien um Weihnachten, die großen nach dem Wintersemester, also von Februar bis April, die kurzen Pfingstferien und die großen Ferien nach dem Sommersemester. Die dauern ca. zweieinhalb Monate und können vielseitig gestaltet werden.

Viele der Studenten müssen über die Ferien Hausarbeiten schreiben, da ist dann nicht gerade viel mit Ferien und Urlaub, doch mancher Professor sieht das mit den Abgabeterminen auch nicht so eng. Dann ist es auch oft der Fall, dass in den Ferien Klausuren geschrieben werden. So manch ein Student ist an seiner Buchung für den Urlaub schon verzweifelt, weil man immer erst relativ spät erfährt, wann die Klausuren stattfinden. Eine weitere beliebte Möglichkeit, die Ferien zu nutzen, ist ein Praktikum. Manche gehen dazu auch in andere Städte und wohnen dort dann meistens zur Untermiete oder beziehen eine Wohnung. Wir Kulturwissenschaftler in Koblenz zum Beispiel müssen sechs Wochen Pflichtpraktikum machen. Es wird uns jedoch auch immer geraten, noch weitere zu absolvieren, um weitere Erfahrungen sammeln zu können. Ferienjobs sind natürlich auch eine beliebte Option, wobei ich der Meinung bin, dass das Studium – sofern das möglich ist – immer vorgehen sollte. Im Endeffekt denke ich, machen die meisten in ihren Ferien ein bisschen von allem: für die Uni arbeiten, jobben, Klausuren schreiben, Seele baumeln lassen, in den Urlaub fahren und vielleicht auch über den weiteren Werdegang nachdenken: Das Studentenleben von heute ist also keinesfalls einseitig.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Apr 26, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Apr 26, 2013

Studentenleben live

Stöhnen für Anfänger

Es war ein ganz gewöhnlicher Montag, abgesehen davon, dass die Sonne zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder auf unseren Betonklotz von Hochschule knallte, Menschen nach Eis verlangen ließ und noch ungebräunte Körper in Tops und kurze Hosen zwängte. Was war der Tag, an dem der Campus randvoll war, nachdem zwei Monate lang nur vereinzelt Gestalten die Bildungsstätte aufsuchten, etwa um Klausurergebnisse zu erfragen, ihren Studentenausweis zu validieren oder weil sie das Essen in der Kantine so sehr vermissten. Und es war der Tag, an dem sich „Hannah Handball“ und „Sarah Suppe“ von der Studentenbühne schlichen, als sie bemerkten, dass sie bei ihren Schauspielversuchen entweder lächerlich theatralisch oder zu sehr nach unterbelichteten Talkshowmoderatorinnen aussahen.

Es war also zunächst ein ganz gewöhnlicher Montag: Mathe-Vorlesung, Chinabox-Mittagessen, Deutsch-Vorlesung, obligatorischer Mensagang. Man hört seinen Namen, sieht die übliche Clique dort sitzen, gesellt sich dazu, redet. Wird vollgeredet und überredet. „Du brauchst doch auch ‚Grundlagen des Sprechens' und dein Stundenplan ist noch so leer. Komm doch mit zur Studentenbühne! Montags, 18 bis 21 Uhr. Da macht man Atem- und Stimmübungen und dreht einen Werbefilm oder so...“ Und dann geht man eben mal mit. Und erfährt, dass man für „Grundlagen des Sprechens“ auch weniger aufwendige Veranstaltungen wählen kann, in denen kein Theaterstück mit drei anschließenden Aufführungen geprobt wird, kein Wochenende zusätzlich zu den drei Stunden in der Woche zum Proben geopfert werden muss und so weiter. Vielleicht war das der Moment, in dem ich hätte gehen sollen, aber ich wollte nicht unhöflich sein und dachte mir, es könnte ja ganz lustig werden.

Es ging also los: Aufwärmübungen auf der Bühne, wir üben stöhnen („Das könnt ihr ja sicher alle!“) und seufzen und gurren und ich frage mich, ob Schwangerschaftsatemübungen ähnlich ablaufen. Es folgt die klischeehafte Namensspielrunde, in der jeder einen Begriff mit seinem Anfangsbuchstaben suchen muss. Dabei wird sich reihum ein Sockenpaar zugeworfen. Ich beneide „Tobi Tollpatsch“, weil er sich nicht so sehr beim Fangen bemühen muss wie ich als „Hannah Handball“ und bin froh, als es vorbei ist. Wie so oft frage ich mich, ob ich später auch solche Methoden in meiner Zeit als Lehrerin verwenden werde. Wie so oft komme ich zu keiner Antwort. Bis hierhin... merkwürdig, aber akzeptabel.

Als wir dann allerdings Zettel mit einem Text bekamen, den wir auswendig allein auf der Bühne zu einer bestimmten Gefühlslage darstellen sollten, war es wirklich vorbei. Ich habe nichts gegen Theater, ehrlich nicht. Aber es ist ein Unterschied, ob ich eine Rolle habe, ein Kostüm, weitere Rollen neben mir, die in dem geschriebenen Stück mitspielen, mit mir zusammen auf der Bühne interagieren, oder ob ich allein dort stehe, unverkleidet, mit einem Text, den ich seit fünf Minuten kenne und zu dem ich spontan mit meiner mickrigen schauspielerischen Fähigkeit eine Darstellung improvisiere, während alle anderen mich unentwegt anstarren. Nein, danke. Das musste dann echt nicht sein...

Und so blieb mein einziger filmreifer Auftritt letztlich das fluchtartige Verlassen der Aula mit der ebenfalls abgeschreckten Komplizin „Sarah Suppe“ und dem immer noch halbleeren Stundenplan.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 25, 2013

Studentenleben live

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Drei Wochen sind nun beinahe vergangen, seit ich in Münster gelandet bin. Ehrlich gesagt klingt das nach nicht viel, verglichen damit, wie wohl ich mich hier bereits fühle! Klar, es gibt noch so ein paar Faktoren, die mich regelmäßig daran erinnern, dass mich drei Wochen Münster noch nicht zum Westfalen werden lassen: Unter meinen Kommilitonen fallen wir vier, die wir aus Süddeutschland kommen, doch auf (vermutlich gibt’s noch mehr Süddeutsche, aber ich habe noch nicht alle 140 Kommilitonen kennengelernt): Mir war beispielsweise nicht bewusst, dass man hier das Wort „daheim“ zwar kennt, jedoch NIE gebrauchen würde. Und es kommt immer wieder zu teils lustigen Missverständnissen. So wurde mir beispielsweise gesagt, dass es doch sehr auffällig sei, dass ich aus Bayern komme, da ich so deutlich spräche! Ich, der aber aus Franken kommt, stellte mir kurz nürnbergerisches Fränkisch vor und dachte: „Naja, da muss man schon sehr, sehr wohlgesonnen sein, das als deutliche Aussprache durchgehen zu lassen!“ Ein paar Minuten später – ich hatte etwas bewusster auf mein eigenes Reden gehört – wurde mir klar, dass ich wohl tatsächlich ganz anders redete, als ich es daheim täte. Unbewusst hatte ich mich angestrengt, das lupenreinste Hochdeutsch zu sprechen, um nicht durch das ungeliebte „Fränggisch“ aufzufallen. Im Übrigen ist es eine echt schwierige Aufgabe, den Leuten begreiflich zu machen, dass in Nürnberg alles, nur kein Bayerisch gesprochen wird.

Bezüglich meiner Wohnungssituation hat sich auch einiges verändert: Mein eigentlich nur interimsweise bezogenes WG-Zimmer hat sich spontan und glücklicherweise in etwas langfristiges gewandelt. Meine Mitbewohnerin bleibt nun doch in Münster, um ins Referendariat zu gehen, sodass ich zumindest während der nächsten beiden Jahre definitiv eine Bleibe haben werde!

Das ist insofern toll, als ich mich jetzt voll aufs Studieren konzentrieren kann, ohne auf lästige WG-Castings rennen zu müssen! Wobei ich die Augen und Ohren schon offen halte, denn mittel- bzw. langfristig würde es mich doch freuen, ein etwas größeres Zimmer „daheim“ nennen zu können.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 25, 2013