Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Flaschenmanie

Wir alle trinken es – Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser. Und jeder rennt mit so einer Flasche in der Hand herum. Das erste, was einige Studenten und auch Profs aus ihrer Tasche holen, wenn sie in die Vorlesung oder zum Seminar kommen: ihre Wasserflasche.

Ein halber Liter irgendeiner Standardmarke kostet je nach Ort 30 Cent bis drei Euro, bei uns in der Uni zahle ich für einen dreiviertel Liter 1,35 Euro. Es muss ja auch erst einmal in Plastik- oder Glasflaschen oder Tetrapacks gefüllt werden und dann mehrere hundert oder auch mehrere tausend Kilometer weit transportiert werden. Jeder will daran verdienen. Etwa zehn Prozent seines Umsatzes macht der weltgrößte Konzern für „Lebensmittel“ mit Flaschenwasser, allein in den USA etwa 10 Milliarden Dollar. Kaum eine große Wassermarke, die nicht in den Händen eines Weltkonzerns ist. Für Werbung geben die auch mal gerne zehn Millionen Euro aus, aber es rentiert sich trotzdem.

Dabei hat Stiftung Warentest bei einer Untersuchung von Flaschen- und Leitungswasser festgestellt, dass Leitungswasser hier in Deutschland weit weniger belastet ist, als einige Flaschenwasser, einmal abgesehen von zahlreichen Stoffen, die sich aus dem PET der Plastikflasche lösen können, wie beispielsweise Bisphenol A (BPA), das offenbar wie Östrogen wirkt. Das Flaschenwasser kostet fast tausendmal so viel wie Leitungswasser, dafür zahlt man in Deutschland nämlich etwa einen Cent für sechs Liter. Aber zu unserem Lebensstil „on the go“ passt es eben auch, sich das Wasser einfach in einem der vielen Läden unterwegs zu besorgen. Entspricht es einem natürlichen Bedürfnis, dass wir heute mit etwa 170 Litern pro Kopf und Jahr etwa 800 Prozent mehr Flaschenwasser trinken als noch unsere Eltern?

Ein paar besorgte Studenten haben sich inzwischen spezielle Plastikflaschen gekauft, auf denen extra „bpa-free“ drauf steht, andere füllen ihre Club-Mate-Flasche einfach mit Leitungswasser auf. Aus den USA kenne ich es, dass es in der Öffentlichkeit viele kostenlose Wasserspender gibt, das wäre auch mal eine Maßnahme für meine Uni. Ob die auf so einen Vorschlag eingehen?!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 28, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Mar 28, 2013

Studentenleben live

Unverständnis

In manchen Seminaren frage ich mich wirklich, und das soll jetzt nicht arrogant klingen: Leute, warum seid ihr eigentlich hier? So geschehen in diesem Semester in einem Geschichts-Seminar. Denn: mit circa 35 Leuten war der Kurs zwar picke-packe voll, aber man sollte jetzt nicht glauben, dass sich auch nur annähernd so viele an der Diskussion beteiligt haben, nene. Im Schnitt (und das ist ungelogen) waren an die vier, an guten Tagen vielleicht auch sechs Leute, inklusive mir, in die Debatten involviert. Der Rest saß schweigend da.

Da stellt sich mir in der Tat die Frage, warum man überhaupt kommt, wenn man eh nichts sagt. Klar, manche sind einfach zu schüchtern, das ist wahrscheinlich nur schwer zu ändern. Bei anderen allerdings habe ich auch oft das Gefühl, dass sie das Thema überhaupt nicht interessiert, sondern sie die eineinhalb Stunden einfach nur absitzen. Natürlich habe ich mich auch nicht an jeder Stunde gleich viel beteiligt, aber ich kann schon behaupten, einiges zum Kurs beigetragen zu haben – und das sollte letztendlich (wie ich finde) auch der Anspruch eines jeden Studierenden sein. Ansonsten kann man auch zu Hause bleiben!

Hoffnung machen mir dann Seminare wie das über die deutsche Energiepolitik. Intensive, kontroverse Debatten, die zeigen, dass alle die hier sitzen Bock auf das Thema haben. So sollte es eigentlich immer sein!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 27, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 27, 2013

Studentenleben live

Hinterfrage immer die Subjektivität der eigenen Meinung

„Och nö. Jetzt wird er aber a bissl zu philosophisch“, haben mit Sicherheit einige beim Lesen der Überschrift gedacht. Ich kann euch beruhigen, Leute, so philosophisch mein ich das gar nicht ;-) Vielmehr hat mir dieses Semester, insbesondere ein Geschichtsseminar, gezeigt, dass man seine vorgefertigte Meinung ab und zu auch mal ändern muss.

Thema des Seminars war die DDR-Staatssicherheit, der Dozent eine Koryphäe auf dem Gebiet. Jens Gieseke, Anfang der 1990er Jahren bereits als Wissenschaftler bei der Stasi-Unterlagenbehörde tätig und nun leitender Forscher am ZZF (Zentrum für Zeithistorische Forschung) in Potsdam, ist einer der Stasi-Wissenschaftler in der Bundesrepublik. Dementsprechend gut besucht war das Seminar dann auch: wir waren um die 50 Leute. Mal abgesehen von der ohnehin spannenden Thematik hat mir der Kurs vor allem eins gebracht: Sensibilität im Umgang mit Quellen. Denn Gieseke schaffte es mit seinen differenzierten Darstellungen ein ums andere Mal, zum Nachdenken anzuregen. Natürlich möchte man gerne vorbehaltlos glauben, was ein ehemaliger Gefängnishäftling aus dem Stasi-Knast in Hohenschönhausen in seinen Erinnerungen schreibt – aber kann man das auch wirklich tun? Wie gefärbt sind seine Erinnerungen? Was lässt er aus, was betont er zu stark?

Diese kritische Lesart der Quellen ist uns zwar auch schon von anderen Dozenten gepredigt worden, aber Gieseke hat es geschafft, das alles sehr plausibel und anschaulich zu vermitteln. Ganz nebenbei habe ich auch viele neue Facetten über die DDR-Diktatur und das Wirken der Stasi in ihr mitgenommen, sodass mein rein subjektives Fazit für dieses Seminar nur lauten kann: Gute Wahl, Leon!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 26, 2013