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Studentenleben live

Do you wanna be Hungarian?

Als mir meine beste Freundin aus dem FSJ in Serbien vom neusten Trend in Novi Sad erzählte, klappte mir erstmal die Kinnlade runter. Es ging nicht um irgendeinen neuen Kleidungsstil oder irgendeine Musikrichtung. Der neueste Trend ist es, Ungarin oder Ungar zu werden. Ich hab nichts gegen Ungarn, aber warum genau sollte man jetzt die Staatsbürgerschaft annehmen wollen, wenn man mit Land und Leuten eigentlich nichts zu tun hat? Serbien grenzt natürlich an Ungarn und es gibt auch eine relativ große ungarische Minderheit dort, aber der Trend ist bestimmt nicht eine Liebeserklärung an das Nachbarland.

Die Vorteile liegen für viele Serbinnen und Serben auf der Hand. Ungarn ist in der EU und Serbien nicht. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern (außer in Serbien geschehen Wunder und Viktor Orbán, der Premierminister von Ungarn, vermasselt es richtig). Also warum nicht eine doppelte Staatsbürgerschaft annehmen, wenn man dann leichter reisen und ohne Probleme im EU-Ausland arbeiten könnte? Außerdem müsste man innerhalb der EU keine Studiengebühren zahlen.

Inzwischen haben auch Geschäftstüchtige die Gelegenheit erkannt und bieten Coachings zum Ungar-Werden an. Und das geht so. Wer Verwandte nachweisen kann, die in Ungarn gelebt haben, ist prädestiniert, die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Da der Norden Serbiens bis 1918 zu Ungarn, beziehungsweise Österreich-Ungarn gehörte, können viele Menschen in Novi Sad solche Familienmitglieder vorweisen. Dass diese Vorfahren sich vielleicht nicht als Ungarn bezeichnet hätten, sondern wohl eher als Serben, spielt dabei keine Rolle.

Hat man eine solche Familiengeschichte, muss man nur noch etwas Ungarisch können. Da kommen dann die Coaches ins Spiel, die einem so viel Small-Talk-Ungarisch beibringen, wie man für das Aufnahmegespräch braucht. Beim zweiten Gespräch muss man dann die Nationalhymne singen. Das ist kein Witz.

Meine Freundin paukt jetzt also auch fleißig Ungarisch. Ich drücke ihr die Daumen. Und zur bestandenen Prüfung gibt es dann von mir eine ungarische Salami.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 20, 2013

Studentenleben live

Vorfreude auf den Sommer

Die Überschrift suggeriert natürlich, ich bin einer von wahrscheinlich 99 Prozent der Studierenden, der es kaum noch abwarten kann, dass es endlich wieder wärmer wird und man nicht mehr morgens in Eiseskälte auf die S-Bahn warten muss. Doch das ist in diesem Fall nur die halbe Wahrheit. Denn: Auch das schon vorab publizierte Vorlesungsverzeichnis für Politik macht Lust auf den Sommer.

Allein drei Vertiefungsseminare klingen von ihrem Titel her schon so spannend, dass ich sie am liebsten alle belegen würde – obwohl ich nur noch eins brauche. Thema a) Umwelt- und Klimapolitik; Thema b) Die Piratenpartei; Thema c) Die Bundestagswahl 2013.

Da muss man wirklich mal ein großes Lob an die politikwissenschaftliche Fakultät aussprechen, denn selbstverständlich (das hat so manches vorheriges Semester gezeigt) ist solch ein Angebot an Lehrveranstaltungen mitnichten. Aber das Ganze bringt auch ein Problem mit sich. Frei nach dem Motto „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ muss ich mich jetzt entscheiden, welches von den drei genannten Seminaren ich tatsächlich nehmen soll. Noch bleibt zum Glück ein wenig Zeit zum Grübeln: die Einschreibefrist beginnt nämlich erst am 1. April.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 19, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 19, 2013

Studentenleben live

Pankow ist das neue Prenzlberg

Meist nutze ich die Semesterferien dazu, meine alte Heimat zu besuchen. Schließlich lohnt sich der lange Weg für ein Wochenende einfach nicht.

Ich bin nicht – wie so viele meiner Freunde – Berlin-nostalgisch und möchte unbedingt wieder in die Stadt, die man in Deutschland vielleicht noch am ehesten als „die Stadt, die niemals schläft“ bezeichnen würde.

Trotzdem komme ich immer wieder gerne hierher zurück, vor allem nach Pankow, meinem Heimatdorf, oder auch Kiez in Berlin. Und jedes mal fällt es mir mehr auf: Pankow ist das neue Prenzlberg. Zwar haben die Schwaben hier noch nicht ihre Invasion begonnen (oder sie können sich einfach besser tarnen), aber die Familien mit Kind und Kegel, die sind schon längst aus dem vollen, lauten Prenzelberg nach Pankow rübergeschwappt. Ich freue mich, dass mein Bezirk nicht altert, bin aber trotzdem jedes mal verwirrt, wenn ich an die altbekannten Plätze komme, und sie kaum wiedererkenne. Wo kommen all diese Häuser her? War hier nicht früher...nichts? Jede Baulücke wird neuerdings gefüllt, meistens durch eine Kita oder neue Eigenheime, um die Bedürfnisse der neuen Pankowerinnen und Pankower zu stillen. Letztes Wochenende führte das zu der beschämenden Situation, dass ich mich hoffnungslos in den Kleingartenanlagen verlaufen habe. Plötzlich waren alle freien Flächen mit Einfamilienhäusern gefüllt und was früher noch ein öffentlicher Weg war, war jetzt ein Garten. Da half auch kein Navi mehr. Ohne genau zu wissen wie, war ich plötzlich im hässlichsten Teil Pankows (ich möchte jetzt keine Namen nennen, sonst habe ich den Bürgerverein am Hals). Alte, verlassene Industrieanlagen aus DDR-Zeiten, ein Aldi, der keiner mehr ist, und weit und breit kein Mensch auf der Straße. Manches ändert sich also doch nicht und bevor die Mamas und Papas hier hinziehen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 18, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 18, 2013